14. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Winterserie

Fit werden – für die Piste und danach

Jahr für Jahr steuern unzählige Mittelhessen im Winter die Piste an. Im sechsten Teil unserer Serie widmen wir uns der Skigymnastik – wie sie abläuft und welchen Nutzen sie tatsächlich hat.
14. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Spätestens sechs Wochen vor dem Skispaß sollten Urlauber anfangen, sich auf die körperlichen Belastungen vorzubereiten – um auf der Piste später länger und kontrollierter fahren zu können.

 

Wie läuft die Skigymnastik in der Region ab?

Meistens könnten die Kurse auch als allgemeines »Fitness-Training« bezeichnet werden – Skigymnastik ist schlicht ein Begriff, der in den Wintermonaten mehr zieht. So wie zum Beispiel in Laubach, wo die TG den Kurs, der im Sommer »Fitnessgruppe« heißt, im Winter einfach mit anderem Namen fortführt. »Wir konzentrieren uns jetzt eben speziell auf die Beine«, sagt Kursleiter Harald Repp, »weil wir momentan auch zum Großteil Skifahrer als Teilnehmer haben.« Im Februar fährt der Kurs für ein Wochenende nach Willingen, Anfang Dezember werden Medizinbälle mit den Füßen in die Höhe katapultiert, Kästen übersprungen und auf Bänken balanciert. »Die Bank steht normalerweise auf dem Boden, heute liegt sie höher. Das ist nur Kopfsache, ihr müsst euch trauen, darüber zu balancieren. Dann geht’s im Urlaub auch mal über die schwarze Piste«, sagt Repp. Die 18-jährige Teilnehmerin Lea Hackenberg meint: »Wenn im Winter alles etwas träge wird, will ich fit bleiben – ob für den Ski oder generell, ist ja nicht so wichtig.« Durch viele Gleichgewichtsübungen fühle sie sich gut vorbereitet für den Familienurlaub auf der Piste. Ein Merkmal der Skigymnastik: Die Altersspanne ist groß. Neben der 18-Jährigen macht in Laubach auch ein 84-Jähriger mit: Fred Schröder, der sagt: »Ich kann nicht ohne Bewegung sein.«

 

Welchen tatsächlichen Nutzen hat die Skigymnastik?

Wem am ersten Urlaubstag schon nach einigen Abfahrten die Oberschenkel brennen, der weiß, wie wichtig Kraft und Kondition auf der Skipiste sind. Die, die sich schon den Sommer über betätigt haben, tun sich beim Skifahren wesentlich leichter und verletzen sich seltener – sagt man. Wissenschaftlich belegbar ist das wiederum nur schwer, erklärt der in Gießen lebende Sportmediziner Dr. Karsten Krüger: »Es gibt Tendenzen, dass die Vorbereitung von Skiurlauben mit entsprechendem Fitnesstraining Unfälle vorbeugen, aber gut belegt ist es nicht. Besser belegt in der Wirksamkeit der Verletzungsprävention sind Ausrüstung, insbesondere Helm, eine gute Technikausbildung und ein aufmerksames Fahrverhalten.« Freilich könne eine gute körperliche Verfassung helfen: »Da mit einer besseren Ausdauer auch die Konzentration und Technik länger aufrecht erhalten bleibt.«

 

Wie gefährlich ist Skifahren für den Körper?

Rund 42 000 Deutsche mussten in der zuletzt ausgewerteten Skisaison 2015/16 nach dem Treiben auf der Piste ärztlich behandelt werden. Zwischen 7100 und 7300 mussten sogar stationär behandelt werden – da es in Deutschland knapp vier Millionen Skifahrer gibt, müssen von 1000 Skifahrern im Schnitt 1,71 Fahrer/innen nach einem Unfall auf der Piste stationär behandelt werden. Der größte Anteil der Verletzungen bezieht sich mit rund 43 Prozent nach wie vor auf das Knie. Neben dem Knie muss auch der Rücken auf der Piste einiges mitmachen. Auf buckligen oder harten Pisten wird der Rücken durch stoßartige Bewegungen stark belastet.

 

Wo gibt’s die Skigymnastik im Verein vor Ort?

- Sport- und Skigymnastik Bad Nauheim: Donnerstags (19.30 – 20.30 Uhr): Sporthalle der Beruflichen Schulen am Gradierwerk (BSG); Ansprechpartner: Sabine Heil (06031 – 2986); Online: www.ssg-bad-nauheim.de

- Skiclub Winterstein Bad Nauheim: Montags (20 – 21 Uhr): Sporthalle der kaufmännischen Berufsschule »Am Solgraben«; Ansprechpartner: Christian Nehk (0178-5228896); Online: http://www.skiclub-interstein.de

- TV Rendel: Mittwochs (20 – 22 Uhr): Vereinshaus in Rendel (Dorfelder Straße, 61184 Karben); Ansprechpartner: Bettina Kisch (bettina.kisch@tv-rendel.de); Online: www.tv-rendel.de

- Volkshochschule Wetterau: 14. Februar – 16 Mai: Fritz-Erler-Schule in Nieder-Wöllstadt (Schmalwiesenweg 14); Online: http://www.vhs-wetterau.de

- Skiclub Friedberg: Donnerstags (19:15 Uhr – 20:15 Uhr): Johann-Philipp-Reis-Schule (Im Wingert 5, 61169 Friedberg); Ansprechpartner: Marion Zuber-Huthmacher (06032/1514); Online: www.skiclub-friedberg.de

- SG Rodheim: Mittwochs (20 Uhr) Sporthalle Rodheim; Ansprechpartnerin Christine Kästner; Online: www.sgrodheim.de.

- TG Friedberg: Montags (20.30 Uhr) Adolf-Reichwein-Schule; Ansprechpartnerin: Rita Begner (eMail: geschaeftsstelle@tg-friedberg.de); Online: www.tg-friedberg.com.

- Karbener SV: Donnerstags (20 Uhr), Selzerbachturnhalle; Ansprechpartnerin Katrin Kroiß (Geschäftsstelle: 06039/937 973-0); Online: www.ksv-kleinkarben.de.

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