11. Juni 2019, 20:18 Uhr

Lange Zwangspause

Fußballer der SG Rodheim nach Attacke gegen Schiedsrichter für 22 Spiel gesperrt

Nach einer verbalen und körperlichen Attacke gegen den Schiedsrichter muss ein Fußballer der SG Rodheim nun lange pausieren. Das Kreissportgericht verdonnerte ihn zu einer saftigen Sperre.
11. Juni 2019, 20:18 Uhr

»Dieser Fall war mit das Schlimmste, was ich in meiner Laufbahn erlebt habe«, sagt Karl-Ernst Kunkel, Vorsitzender des Kreissportgerichts Friedberg, als er das Urteil bekannt gibt: Simon Gröger, Spieler in Diensten des Kreisoberligisten SG Rodheim, wird für 22 Meisterschaftsspiele der zweiten Mannschaft gesperrt. Solange er diese Sperre nicht abgesessen hat, darf er darüber hinaus weder Freundschafts-, noch Pokal, noch Jugend- oder Erstmannschaftsspiele bestreiten. Er ist damit für mehr als ein Dreivierteljahr aus dem Verkehr gezogen.

Schiedsrichter erst beleidigt und dann von hinten gegen den Kopf geschlagen

Gröger hatte im Spiel der Kreisliga C Friedberg, Gruppe 2, zwischen der SG Kloppenheim/Rendel II und der SG Rodheim II am 17. Mai (Endstand: 5:0) nach Spielende Schiedsrichter Pascal Filges zunächst beleidigt (»Das Beste wäre für uns alle, wenn Du Dich selbst umbringst«) und nach einer Rote Karte gegen ihn schließlich von hinten niedergeschlagen. Dies sah das Gericht als erwiesen an - auch ohne mündliche Verhandlung. Nach Ansicht der Stellungnahmen beider Vereine sowie der des Schiedsrichters sei die Sache klar gewesen, erläutert Kunkel. Aus diesem Grund habe sich das Kreissportgericht - auch zum Schutz des damals erst 13-jährigen Unparteiischen - entschieden, auf eine Verhandlung zu verzichten. Stattdessen wurde ein schriftliches Urteil gefällt, das Kunkel in Zusammenarbeit mit seinen Kreissportgerichtskollegen angefertigt hatte. »Das war wirklich schon happig und hat letztlich zur härtesten Entscheidung meiner Laufbahn geführt«, erklärte Kunkel. Er und seine Kollegen haben ein Gesamturteil für die Tätlichkeit (mindestens zwölf, maximal sechsunddreißig Spiele Sperre) sowie für die Beleidigung (mindestens zwei Spiele Sperre) gefällt. »Ich weiß nicht, ob sich der Spieler in diesem Moment der Konsequenzen bewusst war, aber jetzt hat er genug Zeit nachzudenken«, sagte er abschließend.

Kreisschiedsrichterobmann Rene Fliges warnt vor fatalen Folgen solcher Vorkommnisse

Die Rodheimer haben das Urteil bereits akzeptiert, wie Abteilungsleiter Uwe Wies auf Nachfrage erklärte: »So etwas hat auf dem Sportplatz überhaupt nichts zu suchen. Es ist ein gerechtes Urteil, weil es ein richtiges Zeichen setzt.« Das sieht Kreisschiedsrichterobmann René Filges, zudem Vater des Opfers, etwas anders. Er hätte sich eine härtere Strafe gewünscht: »Ich finde, solche Leute sollten gar nicht mehr auf einem Sportplatz gelassen werden. Das war ein heimtückischer Angriff von hinten. Der Kreisschiedsrichterausschuss muss die Schiedsrichter schützen, dazu braucht es eine gewisse abschreckende Wirkung«, sagte er. Denn: Die Zahl der Referees im Kreis Friedberg sei mit Blick auf die neue Saison weiter rückläufig. Immer weniger junge Menschen wollten Schiedsrichter werden, da sich solche Meldungen mithilfe der Sozialen Medien deutschlandweit schnell verbreiteten. »Die geringe Zahl der Neulinge kann unsere Abgänge Jahr für Jahr nicht auffangen. Ich kann jetzt schon sagen, dass wir nächste Saison erstmals B-Liga-Spiele nicht mehr werden besetzen können.« Vorfälle wie dieser verschärften die Situation weiter.

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