22. Oktober 2019, 12:00 Uhr

»Gewusst, worauf ich mich einlasse«

Sowohl Nils-Arne Wielpütz als auch der SV Ober-Mörlen wissen, wie höherklassiger Fußball funktioniert. Der 27-Jährige ist seit dieser Saison Spielertrainer beim B-Ligisten. Gemeinsam mit seinem Heimatverein verfolgt Wielpütz ein großes Ziel.
22. Oktober 2019, 12:00 Uhr
Nils-Arne Wielpütz (r.) ist als Spielertrainer des SV Ober-Mörlen Dreh- und Angelpunkt - und für die Gegner in der Kreisliga B oft nur schwer vom Ball zu trennen. (Foto: Nici Merz)

Im Norden der Wetterau gelegen, gehörte der SV 1920 Ober-Mörlen lange Jahre zu den renommierten Klubs des Fußballkreises Friedberg als Dauergast der heutigen Kreisoberliga. Mittlerweile befindet sich der Verein aber in der harten B-Liga-Realität wieder. Zum Rundenbeginn hat man sich nach sechsjähriger Zusammenarbeit von Andreas Dietel getrennt und baut nun auf einen Spielertrainer. Trotz seiner erst 27 Jahre und bis dato nur einer Trainerstation bei den A-Junioren der JSG Eintracht Oberhessen in seiner Vita, traut man Nils-Arne Wielpütz durchaus zu, den Verein im Jahr seines 100-jährigem Bestehens wieder in die A-Liga zu führen. Warum dieses Ziel an der Hüftersheimer Mühle dieses Jahr realisiert werden kann und welche Bedeutung dies für den SV Ober-Mörlen hätte, erklärt Spielertrainer Nils-Arne Wielpütz.

Nils-Arne Wielpütz, wie groß war für Sie der »Kulturschock«, nach langen Jahren in der Verbandsliga in der B-Liga Friedberg anzuheuern?

Nils-Arne Wielpütz: Ich habe sehr genau gewusst, auf was ich mich einlasse. Ich kenne den Verein seit meiner Kindheit, ich habe selbst bis zu den D-Junioren das grün-weiße Trikot getragen. Ich wohne in Ober-Mörlen, habe viele Freunde in der Mannschaft und somit nie den Kontakt verloren. Natürlich ist das Tempo, die taktische Ausbildung der Spieler in der Verbandsliga auf einem höheren Niveau, dafür ist der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft viel besser. Die Jungs bleiben nach dem Training sitzen und auch in der Freizeit wird viel gemeinsam unternommen.

Gibt es Unterschiede im Umfeld?

Wielpütz: Auch das Umfeld beim SV entwickelt sich stetig weiter. Ein Physioraum steht uns mittlerweile zur Verfügung, unser Vereinsheim »Nachspielzeit« wurde aufwendig saniert und belebt den ganzen Ort. Einzig unsere Platzsituation ist nervig. Sanierungen werden erst spät angefangen. Über den Sommer konnte der Hauptplatz nicht bewässert werden, der Nebenplatz ist durch Maulwürfe in Mitleidenschaft gezogen. Hier bedarf es in nächster Zeit die größten Anstrengungen seitens Verein und Gemeinde.

Mit 27 Jahren sind Sie noch relativ jung und kaum älter als die meisten Spieler. Wie kommt die Mannschaft damit zurecht?

Wielpütz: Die Jungs sind clever genug, um zu wissen, ob ich als Trainer oder als Freund auftrete. Durch die jahrelange Erfahrung in höheren Ligen habe ich ein ganz anderes Standing im Verein. Die Mannschaft weiß, dass sie von meiner Erfahrung durchaus profitieren kann und nimmt dieses gerne an.

Wie kam der Kontakt zu Ihrem Heimatverein zustande?

Wielpütz: Es gab schon immer lose Anfragen seitens des SV, ob ich wieder zurückkommen möchte. Zum Jahresanfang hat mich dann Sportvorstand Wolfgang König gefragt, als Spielertrainer anzufangen. Nach einem weiteren Gespräch war ich überzeugt, dass dieser Schritt jetzt zur richtigen Zeit kommt.

Wie groß sind die Fußstapfen Ihres Vorgängers Andreas Dietel?

Wielpütz: Mein Vorgänger Andreas Dietel hat hervorragende Arbeit geleistet und mir ein bestelltes Feld übergeben. Es sind gewachsene Strukturen vorhanden, ich kann mit einer über Jahre eingespielten Mannschaft arbeiten. Somit musste ich nur ein paar Stellschrauben verändern und nicht komplett bei Null anfangen. Dies erleichtert natürlich einiges, und man kann sich auf das Sportliche fokussieren.

Der Start in die Runde mit drei Unentschieden war bestimmt nicht nach Ihren Vorstellungen. Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Wielpütz: Man darf eins nicht übersehen: Wir sind inklusive den Vorbereitungsspielen noch ungeschlagen. Das Unentschieden gegen Steinfurth ist dem Spielverlauf nach als Punktgewinn einzuordnen, gegen die Reserve des TSV Bad Nauheim haben wir es selbst vergeigt, selbst einen Elfmeter konnten wir nicht nutzen. Und gegen Dorheim haben wir unser schlechtestes Saisonspiel gezeigt. Danach haben wir innerhalb der Mannschaft kleine Korrekturen und Umstellungen vorgenommen, seitdem läuft es. Nun ist es aber wichtig, die Konzentration hochzuhalten, wenn es gegen Mannschaften geht, die nicht in der Spitzengruppe zu finden sind. Dies gelingt uns bis jetzt ganz gut. Die Wochen der Wahrheit erwarten uns im November.

Verspüren Sie Druck, dass es diese Saison mit dem Aufstieg klappen muss?

Wielpütz: Ein klares Nein. Wir haben unseren Kader bewusst zusammengestellt und gezielt ergänzt. Wir haben innerhalb der Mannschaft einen tollen Zusammenhalt, die Neuzugänge mit mir als Trainer inklusive wurden sehr gut integriert. Die Mannschaft spielt seit Jahren zusammen, hat schon verschiedene Situationen wie Auf- und Abstiege erlebt. Das festigt und stärkt auch für schwierige Zeiten. Wir haben das Ziel Aufstieg ausgegeben und lassen uns gerne daran messen. Druck haben wir deshalb aber nicht.

Welche Vereine werden mit Ihnen um die Meisterschaft mitspielen?

Wielpütz: Hier reicht ein Blick auf die Tabelle. Die beiden Reservemannschaften des SV Steinfurth und des TSV Bad Nauheim werden bis zum Ende ein ernstes Wort mitreden. Es wird hier darauf ankommen, wie es sportlich bei den Erstmannschaften läuft, wenn sich Probleme durch verletzte Spieler oder durch Sperren ergeben. Melbach sollte man nicht außer Acht lassen, wobei ich hier nur Außenseiterchancen sehe.

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken. Knallen an der Hüftersheimer Mühle im Mai kommenden Jahres die Sektkorken, weil der Aufstieg pünktlich zum 100-jährigen Vereinsbestehen gefeiert wird?

Wielpütz: Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wir werden alles daran setzen, dieses große Ziel zu erreichen.

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