06. November 2019, 18:58 Uhr

Großer Abschied für Volker Weber

06. November 2019, 18:58 Uhr
Blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück: die Leichtathleten des TSV Friedberg-Fauerbach. (Foto: jn)

Die Abschlussfeier der Leichtathleten aus Friedberg-Fauerbach ist mit ihren Ehrungen und Showacts jedes Jahr etwas besonderes. Doch dieses Mal war die Veranstaltung in der vereinseigenen Turnhalle noch emotionaler und glamouröser, was nicht zuletzt am Motto des Abends lag. Der rote Teppich, übrigens einst von Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender gespendet, war ausgerollt in der Halle, die Dekoration im Hollywood-Style, sodass die »Oscar-Nacht à la TSV Friedberg-Fauerbach« beginnen konnte.

Vorstandssprecher Martin Göller sprach von einem »hervorragenden Jahr. Wir haben viel erreicht und viel gemacht. Mit Thomas Linek und Lars Hieronymi wurden zwei neue Leute in den Vorstand gewählt, die beide schon viel bewegt haben.« So seien zum Beispiel die Mitgliederverwaltung und die komplette IT-Infrastruktur auf Vordermann gebracht worden. Und: »Aus sportlicher Sicht war es natürlich auch eine herausragende Saison. Auf allen Meisterschaftsebenen war der TSV bzw. die LG ovag 2019 vertreten, von Kreis- über Hessenmeisterschaften bis hin zur Weltmeisterschaft in Doha.«

Und um diejenigen, die für diese herausragende sportliche Saison gesorgt hatten, ging es dann im Anschluss. 17 Schülerinnen und Schüler sowie 16 Jugendliche bekamen eine Urkunde und ein kleines Geschenk für ihre Leistungen. Überreicht im Wechsel durch die Ehrengäste: Stadtverordnetenvorsteher Hollender, Erste Stadträtin Marion Götz, Ortsvorsteher Kernstadt Norbert Simmer, Karin Scheunemann als Vorsitzende des Leichtathletikkreises Wetterau, sowie die beiden Vertreter des Hessischen Leichtathletik-Verbands, Margret Lehnert (Ehren-Vizepräsidentin) und der ehemalige Fauerbacher Topsprinter Till Helmke (Vorstand Jugend).

Eine tolle Saison haben auch die Senioren der LG ovag abgeliefert. Gleich fünf Athleten waren in diesem Jahr bei Hallen-Welt- oder Europameisterschaften am Start. Jutta Stopka wurde Hallenweltmeisterin und zweifache Europameisterin, Bernd Lachmann kam auf zwei Goldene bei der Hallen-WM und einen EM-Titel. Teamkollege Lars Klingenberg war ebenfalls erfolgreich, wurde Staffel-Weltmeister in der Halle. Gunnar Habl und Jörg Czekalla konnten zudem tolle internationale Platzierungen feiern. Stadtverordnetenvorsteher Hollender hatte für jeden international Gestarteten und die deutschen Meister symbolisch einen Schokoladen-Oscar dabei. Er hob hervor, dass die Stadt viel und gerne etwas für die Leichtathletik tut - so geschehen zum Beispiel mit einer neuen Stabhochsprungmatte für das Burgfeld für 30 000 Euro, die die Stadt sponserte.

Im Ehrungsblock der Aktiven stachen Stabhochspringer Gordon Porsch und Sprinter Steven Müller heraus. Porsch, der die Saison mit 5,61 Metern auf Rang vier der Deutschen Bestenliste abschloss, war insgesamt zufrieden mit seinem Jahr. »Wir hatten das Ziel Universiade ausgegeben, aber durch die Fußverletzung im Winter und meine Uni-Klausuren war das erste halbe Jahr 2019 echt schwierig.« Für die kommende Saison sind die Ziele schon gesteckt: Gesund bleiben hat oberste Priorität. »5,80 Meter ist die Olympianorm. Das liegt schon im Bereich des Machbaren. Das Potential ist da, Tokyo ist das Ziel«, so Porsch.

Tokyo ist auch das Ziel von WM-Starter Steven Müller. Nach den Europameisterschaften in Berlin 2018 und der Team-EM mit dem Gewinn der Silbermedaille in diesem Jahr, war sein Auftritt bei der WM in Doha bereits der dritte Start im Nationaltrikot innerhalb eines Jahres. Müller war der einzige deutsche Sprinter, der bei der WM im Einzel an den Start ging - ein großer Erfolg. »Das war ein überragendes Jahr«, so Müller. Allerdings ist der Sprinter aktuell auch froh, mal nicht jeden Tag auf der Tartanbahn zu stehen. Erst in den kommenden Tagen beginnt für den 29-Jährigen die Vorbereitung auf das nächste große Ziel: die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo.

Passend zum Hollywood-Flair in der Fauerbacher Turnhalle war das eigentliche Highlight jedoch die Verleihung des »Ehren-Oscars« für Volker Weber. Das TSV-Urgestein wurde nach mehr als 50 Jahren unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit im Verein aus dem Vorstand verabschiedet. Seine Trainertätigkeit hängt er nicht an den Nagel, aber aus der Vereinsarbeit hat sich der mittlerweile 67-Jährige etwas zurückgezogen. Um die Arbeit über fünf Jahrzehnte hinweg zu würdigen, wurde Hochsprung-Kulttrainer Günter Eisinger als Laudator engagiert, der Weber in höchsten Tönen lobte und viele kleine Anekdoten aus vergangenen Zeiten auspackte. Auch HLV-Ehrenvizepräsidentin Margret Lehnert erzählte: »Wenn der Verband mal nicht wusste, wohin wir eine Meisterschaft vergeben können - Volker und der TSV waren immer da. Auf ihn konnte man sich immer und jederzeit verlassen.« Als besondere Überraschung hatte das Orga-Team rund um Michael Wiener, Christian Böhm und Christian Weber viele ehemalige Athleten von Weber, wie Jeremy Süßle, Christiane Schwalm oder Heike Stoek, sowie Ex-Bürgermeister Michael Keller per Videobotschaft zusammengeschaltet. Zum Abschluss sang die gesamte Turnhalle »Auf uns« von Andreas Bourani, umgedichtet auf Volker Weber. Da fehlten dem überwältigten Erfolgsmann des TSV ausnahmsweise mal die Worte.

Im Rahmenprogramm trat die Tanzgarde Rodheim »Crazy Devils« unter der Leitung von Trainerin Lisa Fuchs auf und einige TSV-Trainer sorgten mit ihrem Theaterstück Aschenputtel für viele Lacher im Publikum. Im Rahmen der Saisonabschlussfeier dankte der Verein zudem seinen zahlreichen Helfern, Trainern und Übungsleiter - und den Kampfrichtern. Hier wurden Fabian Klein und Cornelia Krohne für ihre besonderen Verdienste von Joe und Hedi Ditthardt ausgezeichnet. Zum Abschluss gab es wie jedes Jahr die Wanderpokale für die punktbesten Athleten der jeweiligen Altersklasse. Die Wanderpokale 2019 gehen an: Steven Müller (Männer), Anna Hülsmann (Frauen), Tim Dillemuth und Laura Schien (Jugend U18/U20), sowie Benedict Michel und Helena Schneeberger in der männlichen bzw. weiblichen Jugend U16.

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