09. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Deutscher Kartmeister

Junger Wetterauer auf den Spuren der Schumacher-Brüder

Martin Mahler aus Leidhecken ist ein Rennfahrer. Nun ist der 18-Jährige deutscher Meister im Kartfahren geworden, bald steht die inoffizielle WM an. Besuch bei einem Motorsportalent.
09. Oktober 2018, 16:00 Uhr
Martin Mahler auf seinem 34-PS-Kart in Aktion. Sieben von zehn Rennen des Rok-Germany-Cup hat der Leidhecker in dieser Saison gewonnen. Das bedeutete am Ende Rang eins im Gesamtklassement. (Fotos: privat)

Martin Mahler aus dem beschaulichen Leidhecken hat Benzin im Blut. Der gerade erst volljährig gewordener Nachwuchsrennfahrer hat in diesem Jahr den Rok-Germany-Cup im Kartsport gewonnen. Der »Dominator« gewann im Bereich der Senioren sieben von zehn Rennen und sicherte sich nach zwei zweiten und einem fünften Platz am Ende der Saison mit 228 von 250 möglichen Punkten souverän den obersten Platz auf dem Siegertreppchen. Er darf sich nun deutscher Kartsport-Meister nennen und hat damit die Qualifikation für das Rok-Weltfinale vom 10. bis 13. Oktober in Lonato/Italien am Rande des Gardasees in der Tasche.

Martin Mahler mit seiner Trophäe nach dem Gewinn der Gesamtwertung im Rok-Germany-Cup. (Foto: privat)
Martin Mahler mit seiner Trophäe nach dem Gewinn der Gesamtwertung im Rok-Germany-Cup. (Fo...

Mahler war in der abgelaufenen Saison für das Nees-Racing-Team aus dem bayerischen Alzenau unterwegs. Gefahren wird ein Chassis der Marke Maranello, die Rok-Motoren leisten einheitlich 34 PS und beschleunigen die Karts in unter sechs Sekunden auf Tempo 100. Maximal kann eine Geschwindigkeit von etwa 150 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Gefahren wird auf kurvigen Kart-Strecken, die Rundenlänge liegt zwischen einem und eineinhalb Kilometern. Bei jeder der fünf Veranstaltungen werden zwei Läufe ausgetragen, die jeweils zwölf Minuten plus eine Runde dauern. Neben zwei Veranstaltungen »vor der Haustür«, in Oppenrod im Kreis Gießen und in Wittgenborn im Main-Kinzig-Kreis, galt es für die Mahlers aber auch nach Wackersdorf (Nordrhein-Westfalen) und nach Tschechien zu reisen, ehe beim Finale in Kerpen auf der Michael-Schumacher-Kartbahn der Gesamtsieg eingefahren wurde. Als Schirmherr der Rok-Germany-Cups, der erst im zweiten Jahr ausgetragen wird, fungiert übrigens der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher, der ebenfalls mit seinem KSM-Schumacher-Team angetreten war und Rang zwei belegte. Insgesamt hatte Mahler 16 Konkurrenten um den Titel.

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»Martin hat bereits als Kleinkind Motorsportsprache gesprochen«, wie sich seine Eltern erinnern, »er hat ständig brummende Motorengeräusche gemacht. Spielzeugautos hat er geliebt, eine Ritterburg links liegenlassen. Im Sommer fuhr er mit dem Bobby-Car die Feldwege von Leidhecken ab. Selbst Entzündungen in der Hüfte vom Abstoßen mit dem rechten Fuß konnten ihn nicht bremsen«. Zu Geburtstagen freute er sich am meisten über eine Carrera-Bahn.

Martins Vater Robert hatte irgendwann die Idee, mit ihm die Indoor-Kartbahn in Hungen zu besuchen. Nach ein paar Aufwärmrunden im Leihkart wurde sogar der Bahnbetreiber auf ihn aufmerksam, denn Martin hatte gerade einen neuen Rundenrekord auf den Asphalt gezaubert – mit gerade einmal acht Jahren. Wenig später auf einer Außenkartbahn im Tschechien-Urlaub in der Nähe von Eger bestätigte er diese Leistungen. Für die Eltern war klar: »Dieses Talent gilt es zu fördern. « So ging es zu Testfahrten im Kartverein Oppenrod auf der Stefan-Bellof-Bahn direkt an der Autobahn 5, wo der dortige Jugendleiter ihn mit nur zehn Jahren sofort ins Jugend-Rennteam holte. Nach den Minis und Junioren fährt Martin Mahler inzwischen seit seinem 15. Lebensjahr bei den Senioren – und auch dort fährt er von Erfolg zu Erfolg. Pokale für Rennsiege und Titelgewinne zieren nun die Regale seines Zimmers.

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Beim Rok-Weltfinale in Italien, einer inoffiziellen Weltmeisterschaft, werden etwa 80 Vertreter ihrer Länder antreten, darunter auch der ehemalige Formel-1-Fahrer Rubens Barrichello. Der 46-jährige Brasilianer ist wohl der namhafteste Konkurrent. Für Martin Mahler, der sich körperlich inzwischen bei der zweiten Fußballmannschaft des SV Staden fit hält, wäre das Erreichen des Finales der besten 34 Rok-Kartfahrer der Welt bereits ein Riesenerfolg.

Wie es im nächsten Jahr weitergeht, wissen die Mahlers aber noch nicht. Grundsätzlich trifft die Familie die Entscheidungen für die neue Saison immer erst im Winter. Der Zwölfklässler der Gymnasialstufe in Konradsdorf kann sich aber auch vorstellen kürzerzutreten, um für ein gutes Abitur zu arbeiten. Wie er sich sein Leben danach vorstellt, weiß Martin Mahler noch nicht genau. »Vom Rennsport zu leben wäre schon ein Traum, aber ohne Sponsoren ist das nicht sehr realistisch«, sagt der 18-jährige Nachwuchs-Star nachdenklich. Immerhin seinen Auto-Führungerschein hat er inzwischen ohne Probleme bestanden, auch wenn seinem Fahrlehrer der »Bleifuß« aufgefallen sei.

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