02. September 2019, 20:53 Uhr

Eishockey

Löwen Frankfurt: Apfelweintaufe für die Neuzugänge

Die Löwen Frankfurt pflegen ihr Ritual. Für die Neuzugänge gab’s eine Apfelweintaufe.
02. September 2019, 20:53 Uhr
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Aus der Redaktion
Apfelweintaufe: Frau Rauscher gießt das traditionelle Getränk über den Kopf von Stephan MacAuley. (Foto: Hübner)

Spätestens jetzt haben auch die neuen Löwen Bekanntschaft mit einer Frankfurter Spezialität gemacht, auf ganz eigene Art. Die Taufe mit Apfelwein ist bei den Puckjägern aus der Bembelstadt Tradition geworden, und so mussten sich kürzlich die Verpflichtungen dieses Sommers bei einem Lokaltermin rituell mit einer saftigen Ladung vom guten Stöffchen übergießen lassen. Als ein Programmpunkt eines gemeinsamen Ausflugstages von Spielern, Trainern und Betreuern, auch Frauen und Kinder waren dabei. Mit dem Bus ging es zu Frankfurter Sehenswürdigkeiten, zwischendrin eben zur Apfelweintaufe, draußen auf der Gasse, vor einer Altstadt-Gaststätte. Und schließlich in die Gerbermühle, mit den Mitarbeitern von der Geschäftsstelle, der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und überhaupt der ganzen Löwen-Familie. Zur Einstimmung auf ein neues Eishockey-Jahr, das dem ambitionierten Zweitligisten wie in der vergangenen Runde wieder einen Spagat abverlangt.

Doppelte Herausforderung

»Sie müssen den nächsten Schritt machen und zu Schlüsselspielern werden«, sagt Tiilikainen. Senkrechtstarter Leon Hüttl ist das gleich in seiner ersten Saison gelungen, erstaunlich rasch. Nun fangen mit Luis Schinko, Daniel Wirt und dem derzeit angeschlagen fehlenden Thomas Gauch drei Kollegen aus der deutschen U 20-Nationalmannschaft an. Das ist Teil der doppelten Herausforderung, in der Entwicklungsarbeit ebenso wie in der Tabelle auf Kurs zu bleiben: Ohne Spielpraxis werden sie nicht weiterkommen, jugendliche Schwächen aber auch nicht ausbleiben. In der Vorbereitung kamen Schinko und Wirt schon viel zum Zug, durchaus verheißungsvoll. Abgesehen vom 2:6 gegen die Zweitliga-Mittelständler von den Heilbronner Falken, dem einzigen Patzer einer sonst guten Testphase, ein kollektives Versagen. Peinlicherweise ausgerechnet im einzigen Heimspiel vor der Saison, wenigstens halbwegs wieder gutgemacht vom 4:1 tags drauf beim Gegenbesuch in Heilbronn.

Ein wenig wird bei dem Jugendtrend aus der Not noch mehr Tugend. Dass Dalton Yorke kurzfristig beschloss, seinen erst im Februar verlängerten Vertrag doch nicht zu erfüllen, sondern mit nur 23 Jahren seine Karriere zu beenden und daheim in Kanada in den elterlichen Betrieb einzusteigen, hat die Löwen so zwar auf dem falschen Fuß erwischt und nebenbei ein juristisches Nachspiel. Ein Verteidiger seiner Preis-Leistungs-Klasse und seines Profils, noch dazu mit deutschem Pass, ist so spät auf dem Transfermarkt schwer zu finden. Aber so haben sich mehr Einsatzchancen für Abwehrtalent Wirt ergeben. Und dass nun Dominik Meisinger mit einer Innenbandverletzung im Knie rund zwei Monate ausfällt, der erfahrene Anführer der Nachwuchsreihen, schmerzt Fritzmeier und Co. noch mehr. Gleichzeitig bietet sich so vielleicht erst einmal mehr Eiszeit für Schinko.

Eine Art Testlauf

Ein Yorke-Ersatz und ein erfahrenerer Stürmer werden noch gesucht, dann hätte man wie geplant acht Verteidiger und 13 Angreifer im Kader. Die Jungen aber sollen sich schon beweisen können. Wann auch, wenn nicht jetzt? Wenn sich am Ende der Saison 2020/2021 die Tür nach oben wieder öffnet, wollen die Löwen unbedingt als Meister der zweiten Klasse hindurch, da ist keine Zeit mehr für Experimente. Diese Runde ist dafür gewissermaßen auch ein Testlauf, bei allen alljährlichen Titelambitionen.

Fritzmeier formuliert es so: »Wir müssen genau hinschauen, wie weit der eine oder andere wirklich ist, bevor es nächstes Jahr ernst wird.« Das gilt für alle, ob Talente oder als Leistungsträger verpflichtete Neu-Löwen wie Martin Buchwieser, Stephen MacAulay oder Roope Ranta. Die spezielle Frankfurter Taufe immerhin haben sie nun schon geschafft, alle miteinander.



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