02. Oktober 2018, 07:00 Uhr

DEL2

Löwen-Talent Leon Hüttl will Sieg gegen EC Bad Nauheim

Leon Hüttl ist der Newcomer bei den Löwen Frankfurt. Der erst 18-jährige Eishockeycrack hat nun auch sein erstes Tor in der DEL2 geschossen - und es sollen weitere Folgen, etwa gegen Bad Nauheim.
02. Oktober 2018, 07:00 Uhr
Das erste Tor im Trikot der Frankfurter Löwen: Torschütze Leon Hüttl (l.) jubelt nach dem zum 2:0 gegen Heilbronn mit Teamkollege Kevin Maginot. (Foto: imago)

Diesen besonderen Moment konnte Leon Hüttl mit freiem Blick genießen. »Der Schuss ging genau in die Lücke, er war auch nicht besonders hart«, berichtete der jüngste Verteidiger der Frankfurter Löwen mit einem breiten Grinsen und fand selbst: »Das war gut anzuschauen.« Vor allem aber, da strahlte Hüttl übers ganze Gesicht, war es »ein geiles Gefühl«. Bei dem aus Bad Tölz zugezogenen Bayern vollzieht sich die Entwicklung gerade im Eiltempo. Am Sonntag hat er nun auch sein erstes Löwen-Tor in der DEL 2 geschossen, von den Fans am Ratsweg wurde er obendrein zum Spieler des Spiels gegen die Heilbronner Falken (5:3) gewählt. Und wenn man ihm in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys bei der Arbeit zuschaut, kann man kaum glauben, dass er eben erst 18 Jahre alt geworden ist, beim erfolgreichen Hessenduell gegen die Kassel Huskies vor eineinhalb Wochen.

»Er hat eine Gabe«, erzählt Sportdirektor Franz Fritzmeier: »Leon ist ein lockerer, lustiger Typ. Aber er weiß, wann es ernst wird. Und er scheut sich auch nicht, in Mannheim vor 10 000 Zuschauern zu spielen.« Auch Marko Raita und das ganze Trainerteam haben schon bei den ersten Übungseinheiten im Sommercamp in Diez viele Fähigkeiten gesehen. »Er ist läuferisch gut, hat einen guten Schuss und kann mit dem Puck umgehen«, lobt der Coach. Er erwarte eine sehr gute Zukunft für ihn, sagt er, eher er sanft bremst: »Bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit Leon. Er weiß aber, dass er immer weiter an sich arbeiten muss, jeden Tag.«

DEL2: Leon Hüttls Umfeld ist um seine Bodenhaftung bemüht

Um Bodenhaftung ist auch Fritzmeier bemüht. »Er ist ein junger Spieler mit viel Potenzial. Es tut den Jungs aber nicht gut, so hoch gehandelt zu werden«, betont er, freilich: »Wir sind schon stolz, so ein Talent in unseren Reihen zu haben.« Inzwischen ist der eine oder anderes erstklassige Club etwas neidisch. Fritzmeier hatte Leon Hüttl schon seit Jahren auf dem Schirm. In diesem Fall kam noch ein kleiner Heimatvorteil dazu: Beide stammen aus Bad Tölz, man spricht die gleiche Sprache.

Mehrmals hat Fritzmeier das Gespräch mit ihm und seinen Eltern gesucht. War drei Mal bei ihnen, hat zum Gegenbesuch nach Frankfurt eingeladen, erst alle zusammen, dann nur Leon, hat ihnen den Club und die ganze Stadt gezeigt. »Um gegenseitiges Vertrauen zu erarbeiten«, erklärt er.

»Ich wollte eine gute Ausbildung haben und gute Trainer«, nennt Hüttl seine Gründe für Frankfurt. Letztlich war das sportliche Konzept gewiss noch ein bisschen wichtiger für das Ja-Wort zu Frankfurt als Fritzmeiers Bad-Tölz-Bonus. »Es ist nicht selbstverständlich, dass sich so ein Spieler für uns entscheidet«, betont der Sportdirektor – mit einem Dreijahresvertrag ohne Ausstiegsklausel. Umgekehrt glauben die Verantwortlichen, dass dies genau der richtige Ort für Hüttl ist. »Es ist ein gutes Team für ihn, um besser zu werden, weil er auch viel Erfahrung um sich hat«, sagt Raita.

DEL2: Leon Hüttl wie Serie aus drei Heimspielen gewinnen - auch gegen Bad Nauheim

Leon Hüttl selbst wiederum übertrifft seine eigenen Erwartungen. Ein paar Spiele in der DEL 2 hatte er für Bad Tölz bereits bestritten. Dass er bei den Frankfurter Liga-Mitfavoriten aber gleich zum Stamm gehören würde, in dritter Abwehrreihe? »Das hätte ich nicht gedacht«, räumt er ein, um selbstbewusste Ziele indes ist er nicht verlegen. »Meister werden, ganz klar. Und selbst so viel Eiszeit zu haben wie möglich«, sagt er. Und, ganz aktuell: »Vollgas geben und alle drei Heimspiele gewinnen.« Der erste einer Serie von drei Terminen am Ratsweg ist schon erfolgreich abgeschlossen. Am Mittwoch (16 Uhr) kommt nun der Club aus der Bad Tölzer Heimat, am Freitag (19.30 Uhr) Bad Nauheim zum Nachbarschaftsduell.

In der Woche drauf ist Hüttl dann zur deutschen U-20-Auswahl eingeladen, es geht also rasant weiter. Nur was er mit dem Puck von seinem ersten Löwen-Tor anstellen soll, weiß er noch nicht so recht. »Aber dafür«, meint Leon Hüttl, »fällt mir auch noch etwas ein«. Markus Katzenbach

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