27. November 2018, 12:00 Uhr

Abstiegskampf

Rückkehr Otto Weber und der SV Staden im Abstiegskampf: "Müssen mit der Situation klarkommen"

Aus der Verbandsliga zurück in die Kreisoberliga: Otto Weber hat in seiner Fußballer-Laufbahn schon viel erlebt. Nun kickt er wieder für seinen Heimatverein SV Teutonia Staden. Bislang läuft es allerdings nicht optimal. Ein Interview
27. November 2018, 12:00 Uhr
Seltenes Erfolgserlebnis in dieser Saison für den SV Teutonia Staden beim 2:1-Sieg über Türk Gücü Friedberg II: Otto Weber (r.) wird in dieser Szene zu seinem Treffer zum 1:0 von Teamkollege Sascha Roloff beglückwünscht. (Foto: Jaux)

Zwei Jahre spielte Otto Weber in der Fußball-Verbandsliga Süd. Vor der Runde ist der 29-Jährige zu seinem Heimatverein SV Teutonia Staden in die Kreisoberliga Friedberg zurückgekehrt. Dort wollte er mit seinem Team eigentlich oben mitspielen, doch derzeit rangiert die Mannschaft tief im Tabellenkeller – und muss nach über zehn Jahren Kreisoberliga-Zugehörigkeit um den Klassenerhalt bangen. Eine Spurensuche.

Herr Weber, rein von den Namen Ihres Kaders her, hatte man Ihre Mannschaft vor der Saison in ganz anderen Gefilden der Tabelle erwartet. Was ist passiert?

Otto Weber: Tatsächlich hatten wir mit einem Rückkehrer nach langer Verletzung, mir aus der Verbandsliga und einem Spieler aus der Gruppenliga drei gute Neuzugänge. Wir sind auch gut in die Vorbereitung gestartet, haben in den ersten Spielen aber unglücklich agiert. Seitdem zieht sich das durch. Wir haben Potenzial, um im Mittelfeld der Kreisoberliga mitzuspielen, aber haben meiner Meinung nach einen zu schmalen Kader, um weiter oben anzugreifen daher ist es unser Anspruch, weiter in der Liga zu bleiben – nicht mehr und nicht weniger.

Was muss die Mannschaft tun, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen?

Weber: Stand jetzt wird es in der Winterpause keine großen Veränderungen geben. Wir als Team müssen zusehen, dass wir mit uns und der Situation klarkommen. Wir müssen als Mannschaft stärker zusammenrücken, uns auf unsere Spiele konzentrieren und nicht auf das, was abseits des Platzes passiert. Nur so können wir wieder zum Erfolg kommen.

Ich bin noch nie abgestiegen – und habe es auch nicht vor

Otto Weber

Sie gehören zu den gefährlichsten Torjägern, haben zudem mit Marcel Wörner einen starken Stürmer an Ihrer Seite, trotzdem klemmt es bislang auch offensiv. Warum?

Weber: Wir tun uns momentan sehr schwer nach vorne zu spielen und müssen einen hohen Aufwand betreiben, um zu Chancen zu kommen, wobei wir nicht zuletzt in der Vergangenheit auch viel Pech vor dem Tor hatten. Ich bin persönlich mit meinen zehn Toren natürlich auch noch nicht zufrieden und habe noch Luft nach oben. Ich muss wieder richtig fit werden, nachdem ich im August geheiratet habe und so öfters verhindert war. Klingt komisch, aber ich muss mich auch wieder an die Kreisoberliga gewöhnen. Das ist schon eine Umstellung in Sachen Spielweise. Bei Marcel Wörner und mir sieht man von außen nur die beiden Namen und denkt, da muss es doch knallen. Aber wir harmonieren noch nicht so richtig und es ist auch nicht immer einfach, mit zwei Spitzen nebeneinander zu spielen, sodass ich oft über Außen kommen muss. Es hängt aktuell viel miteinander zusammen, dass es nicht läuft.

Vor gut einer Woche gab es dann aber doch einen etwas überraschenden 2:1-Sieg bei Türk Gücü Friedberg II…

Weber: Dieser Sieg war unheimlich wichtig. Türk Gücü Friedberg II war nicht so stark besetzt, und daher mussten wir diese Chance ergreifen und das Spiel gewinnen. Der Sieg war aber auch verdient. Ich hoffe, dass wir nach der Niederlage gegen Bruchenbrücken und dem Unentschieden gegen Ostheim jetzt noch ein paar Punkte holen und dann in der Rückrunde richtig Gas geben können. Ich bin noch nie abgestiegen – und habe es auch nicht vor.

Bei unterklassigen Teams wird oft der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und des Vereins betont. Welche Rolle spielt das in Ihrem Fall in Staden?

Weber: Wenn es bei uns auf dem Platz genauso laufen würde, wie vor oder nach dem Spiel, dann würden wir dort unten nicht stehen. Niemand ist bei uns nur fürs Training oder das Spiel da, sondern setzt sich nachher auch noch einmal für ein Gespräch oder ein Bier dazu. Wir haben eine gute mannschaftliche Geschlossenheit, und da bleibt man als Spieler dann auch schon einmal etwas länger auf dem Sportplatz.

Es ist traurig, wenn man von früher hört, wie es auf den Sportplätzen zugegangen ist

Otto Weber

War das ein Grund für Ihre Rückkehr nach Staden?

Weber: Natürlich habe ich in Staden viele Kumpels. Es ist mein Heimatverein, da ist der Kontakt immer da gewesen. Der Hauptgrund war aber der hohe Aufwand in der Verbandsliga verbunden mit der langen Fahrt nach Usingen. Würde die Usinger TSG in der Wetterau spielen, dann wäre ich vermutlich heute noch dort. Es war damals die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, in die Verbandsliga zu gehen.

Nun spielen Sie in der Kreisoberliga damit auch wieder vor weniger Zuschauern…

Weber: Das stimmt. Bei uns auf dem Sportplatz sieht man meist dieselben 50 bis 100 Gesichter. Aber im Ort wird man trotzdem noch oft mit Fußball konfrontiert. Andererseits ist das traurig, wenn man von früher hört, wie es auf den Sportplätzen zugegangen ist. Ich sehe es ja auch in unseren Jugendmannschaften, dass immer weniger junge Menschen Fußball spielen wollen und von denen schafft es dann vielleicht einer pro Jahr aus der A-Jugend in die erste Mannschaft. Das ist definitiv ein Problem.

Info

Der Stadener Otto Weber im Portrait

Der gebürtige Stadener Otto Weber ist in der Jugend der JSG Florstadt fußballerisch aufgewachsen – und feierte im Trikot der Teutonen auch sein Debüt bei den Senioren. Vor drei Jahren wechselte er zum damaligen Verbandsligisten FV Bad Vilbel, absolvierte dort die Vorbereitung, kehrte aber wegen Problemen bei der Ablöse noch vor der Saison wieder zurück. Ein Jahr später wagte er den Schritt in die zweithöchste hessische Spielklasse dann aber doch – bei der Usinger TSG. Seit dieser Saison ist der 29-jährige Mitarbeiter eines Hausverwaltungsunternehmen wieder für seinen Heimatverein aktiv.

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