08. Mai 2019, 11:00 Uhr

SKV Beienheim

SKV Beienheim: Trotz Talfahrt so gut wie nie zuvor

Der SKV Beienheim ist in der Fußball-Guppenliga auf Talfahrt - aber auch nicht in Gefahr. Die Verantwortlichen sprechen über Motivationen und Ziele.
08. Mai 2019, 11:00 Uhr
Matthias Pircek und der SKV Beienheim konnten nach der Winterpause nicht an die starke Vorrunde anknüpfen und haben die Tabellenspitze aus den Augen verloren. (Foto: Nici Merz)

Dass Gruppenliga-Spitzenreiter SV BKC Bosnien sein Aufstiegsrecht im Fall der Fälle wahrnehmen wird, steht mittlerweile fest. Und eine Abmeldung vom Spielbetrieb, die Verbandsliga-Absteiger Vatanspor Bad Homburg in Erwägung gezogen hatte, scheint ebenfalls vom Tisch. Dadurch würde sich die Zahl jener Kandidaten, die auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt-West ihre Koffer packen müssen, auf mindestens vier Mannschaften erhöhen. Im Lager des SKV Beienheim registriert man diese Entwicklungen mit Interesse – mehr aber auch nicht.

Aus gutem Grund, denn mit exakt 50 Punkten auf dem Konto rangieren die Fußballer aus dem Reichelsheimer Stadtteil drei Spieltage vor dem Saisonende auf Position sechs – fernab aller Aufstiegshoffnungen oder Abstiegssorgen. Das bringt Planungssicherheit, hinterlässt allerdings auch Fragen. Wie ist der Leistungsknick nach der Winterpause zu erklären? Welche Ziele verfolgt der Verein ab der kommenden Runde? Sebastian Spisla, seit Saisonbeginn der verantwortliche SKV-Trainer, und Stefan Raab, Beienheimer Urgestein und in der Führungsetage hinter Klubchef Frank Hachenburger einer der wichtigsten Protagonisten, beziehen Stellung.

Rückblick 

Anfang Dezember letzten Jahres hing der Beienheimer Fußball-Himmel voller Geigen. Fünf Seriensiege vor der Winterpause gegen Bad Homburg, Kalbach, Dortelweil, Neu-Anspach und Fauerbach hatten nach vorher nur wenigen Nackenschlägen zur Folge, dass sich die SKV-Cracks mit 41 Zählern aus 20 Pflichtspielen auf Schlagdistanz zum Führungsduo SV BKC Bosnien/Spvgg. 05 Oberrad befanden und sogar vom Sprung in die Verbandsliga träumen durften.

SKV Beienheim vermeldet drei Neuzugänge

Knapp drei Monate später ging’s weiter, doch der Höhenflug endete abrupt. Nach drei Niederlagen gegen den TSV Bad Nauheim, Oberrad und Königstein konnte man Aufstiegspläne schon ab Mitte März in der Schublade verschwinden lassen. Die folgenden Siege gegen Nieder-Erlenbach (kampflos), Merzhausen und Oberstedten entpuppten sich als viel zu kurzer Zwischenspurt, denn April-Pleiten gegen den SV BKC Bosnien, Fechenheim und zuletzt in Friedrichsdorf brachten den endgültigen Abschied aus der Spitzengruppe.

 

Ursachenforschung 

»Unsere junge Mannschaft bewegte sich von August bis Dezember an ihrer oberen Leistungsgrenze. Dass dies im neuen Jahr eventuell nicht so weitergehen würde, war mir bewusst und hat sich leider bestätigt«, sagt Spisla. »Was das Leistungsvermögen betrifft, wähnten sich einige unserer Spieler vermutlich schon viel weiter, als sie es tatsächlich waren«, ergänzt Raab. Doch es gibt weitere Aspekte, die Spisla und Raab als Begründung für den schwachen zweiten Saisonabschnitt anführen: Erstens die Winterabgänge von Außenverteidiger Johannes Eder und Mittelfeldspieler Daniel Friede, die im Defensivbereich große Lücken hinterließen.

Zweitens eher mäßig frequentierte Trainingseinheiten in der Winterpause, die – weil der Beienheimer Rasenplatz dazu nicht geeignet war – durchgehend in Nieder-Erlenbach, der früheren Wirkungsstätte von Coach Spisla sowie der Stammspieler Tautvydas Tazokas, Adrian Suarez, Karim Döring, Ante Paradzik und Luca Calla – durchgeführt werden mussten. Drittens schwere Verletzungen von Keeper Tazokas und Neuzugang Robin Nowak. »Es fehlte damit der Konkurrenzkampf«, meint der 36-jährige Übungsleiter. Selbstkritik ist für ihn übrigens kein Problem: »Auch ich muss meine Entscheidungen hinterfragen. Schließlich ist der Trainerjob für mich Neuland. In einigen Partien waren wir möglicherweise zu offensiv ausgerichtet, und im Training ging’s zuweilen zu lasch zur Sache.«

Ausblick

Stefan Raabs Wunsch, aus den finalen Saisonpartien in Hausen, vor eigenem Publikum gegen die FG Seckbach sowie zum Runden-Kehraus in Bad Homburg noch vier Punkte zu holen, ist wohl nicht zu hoch gegriffen: »Ob wir dann in der Endabrechnung auf Position fünf oder Rang sechs landen, bleibt sich gleich. In jedem Fall wird es die beste Platzierung unserer Vereinsgeschichte sein.« Auf die kommenden Jahre bezogen sei es das Ziel, durchgehend Gruppenliga-Status zu genießen, »zumal wir 2021 unser 75-jähriges Vereinsjubiläum als Gruppenligist feiern wollen.« Sebastian Spisla, der – wenn nichts dazwischen kommt – dieses Postulat umsetzen soll und seinen Vertrag als SKV-Coach schon im Januar verlängert hatte, hält mehr Konkurrenzkampf durch einen breiten Kader für das Wichtigste.

+++ SKV Beienheim auf Talfahrt +++

Abgänge aktueller Kaderspieler sind nicht zu befürchten. »Das spricht für ein gutes Vereinsklima. Man fühlt sich wohl in Beienheim«, sagt Raab. Hinzu gesellen sich ab Anfang Juli mit Stürmer Darius Rienmüller (Usinger TSG), Torwarttalent Nils Kitler (FSV Fernwald), Allrounder Niyazi Yigin (KSG 1920 Groß-Karben) und Abwehraußen Johannes Eder (Rückkehrer nach Auslandsaufenthalt) bereits vier Neuzugänge. Ein Innenverteidiger sowie ein zentraler Mittelfeldspieler sollen noch verpflichtet werden. »Klappt das, bewegen wir uns personell wieder im grünen Bereich«, sind sich Spisla und Raab ihrer Sache sicher.

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