15. Oktober 2019, 16:00 Uhr

Aufstiegsaspirant

So will Siggi Freienstein nach 25 Jahren wieder mit dem FSV Kloppenheim aufsteigen

Mit ihm hat es schon einmal geklappt, seit dieser Saison ist er als Trainer wieder da: Siggi Freienstein will mit dem FSV Kloppenheim endlich in die Kreisliga A Friedberg aufsteigen.
15. Oktober 2019, 16:00 Uhr
Trainer Siegbert »Siggi« Freienstein will mit dem FSV Kloppenheim den Sprung in die A-Liga schaffen. (Foto: Nici Merz)

Es war das Jahr 1995, als Mittelstürmer Siggi Freienstein mit dem FSV Kloppenheim in die damalige Bezirksliga aufstieg. Ein Jahr später hängte er den Job an den Nagel - und widmete sich seinem Beruf. Nun ist der mittlerweile 59-Jährige wieder zurück an der Seitenlinie im Karbener Stadtteil und will den Klub endlich wieder in die Kreisliga A Friedberg führen - als aktueller Tabellenführer der Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, sprechen die Zeichen dafür, doch das hat es schon öfter gegeben…

Herr Freienstein, Ihr Team hat aus elf Spielen optimale 33 Punkte geholt und 80 Tore geschossen. Wird das in dieser Saison ein Durchmarsch des FSV Kloppenheim?

Siggi Freienstein: Ob es ein Durchmarsch wird oder nicht, ist mir persönlich egal. Wir wollen am Ende auf Platz eins stehen, das haben wir vor der Saison so gesagt. Dafür sind wir Plan. Ich bin mehr als zufrieden, dass wir teils sehr dominant aufgetreten sind, die große Zahl der Tore ist dann aber doch etwas überraschend.

Sie haben 1996 zum letzten Mal in Kloppenheim trainiert. Wie ist es jetzt zu Ihrer Rückkehr gekommen?

Freienstein: Ich war zwischen 1993 und 1996 Spielertrainer und habe 1995 den Aufstieg in die Bezirksliga miterlebt. Das war mein siebter Hochzeitstag, das Entscheidungsspiel in Oppershofen gegen Nieder-Florstadt - und ich durfte sogar das 1:0-Siegtor schießen. Aufgrund meiner beruflichen Situation war es nicht mehr möglich, weiter als Trainer tätig zu sein. Doch mein Kontakt zum FSV ist in all den Jahren nie abgebrochen, wir sind noch 15 Jahre später zusammen in den Skiurlaub gefahren. Diese menschliche Komponente hat bei meiner Entscheidung jetzt eine große Rolle gespielt, als der Verein auf mich gekommen ist. Wir sind uns rasch einig über die Zielsetzung und die Philosophie dahinter einig geworden.

Wie lautet Ihre Philosophie auf dem Platz?

Freienstein: Meine Philosophie ist relativ einfach - und doch schwer. So wie der Fußball eben auch. Ich spiele am liebsten in einem 4:4:2-System, mit dem ich gerne hoch stehen und früh attackieren lasse. Doch dafür brauche ich die richtigen Spieler, die Geschwindigkeit über die Außen bringen, die eine gewisse fußballerische Klasse haben und die gerade in Verteidigung so flexibel sind, dass sie das Spiel eröffnen können. Dafür ist neben dem fußballerischen Talent körperliche Fitness wichtig.

Was gehört noch dazu?

Freienstein: Ich habe in dieser Saison bereits 21 Spieler eingesetzt, was zeigt - und das ist mir ebenfalls wichtig -, dass die Spieler ihr Ego hinten anstellen müssen. Sie sollen für das Team und nicht für die Galerie spielen. Dazu gehört eine gewisse Einstellung, die Philosophie des Trainers mit taktischer Grundordnung, konditioneller Stärke und der Arbeit am Ball anzunehmen, und natürlich auch eine Siegermentalität. Unsere Vorbereitung war sehr intensiv, aber alle haben mitgezogen, und auch jetzt ist die Trainingsbeteiligung noch gut. Das zahlt sie aus, auch wenn die Spieler manchmal schimpfen, dass ich zu hart trainieren lassen würde. Aber ich bin 59 Jahre alt und mache selbst noch einiges im Training mit. Da müssen sie durch.

Wie sieht es im Umfeld aus?

Freienstein: Der FSV Kloppenheim ist ein wirklich gut geführter Verein, sehr familiär mit emotionaler Intelligenz bei den Verantwortlichen. Hier gibt es keine Unruhestifter, sondern alle ziehen an einem Strang. Jeder will in die A-Liga.

Was würde ein solcher Aufstieg für den Verein bedeuten?

Freienstein: Natürlich spielt der FSV Kloppenheim als B-Ligist in der Region eher eine untergeordnete Rolle, aber genau das wollen wir ändern. Wir wollen uns mittelfristig in der A-Liga etablieren.

Dieser Sprung hat in den vergangenen Jahren trotz guter Voraussetzungen aber nicht geklappt. Steckt das in den Köpfen?

Freienstein: In der Tat gibt es in der jüngeren Vergangenheit mahnende Beispiele, den Tag vor dem Abend zu loben. Deshalb haben wir auch gesagt, dass wir Erster werden wollen, um uns die Relegation zu ersparen. Das wird eine harte Aufgabe, aber dafür arbeiten wir. Der FSV probiert seit fünf Jahren aus der B-Liga herauszukommen, im vergangenen Jahr hatte er als Sechster keine gute Saison. Momentan sehe ich uns mit dem SSV Heilsberg, dem FC Olympia Fauerbach II und dem SV Gronau II als eine von vier Mannschaften, die von der Kontinuität her am stärksten sind. Sie werden die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. (Foto: Nici Merz)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bezirksligen
  • FC Olympia Fauerbach
  • Friedberg
  • Fußball
  • Philosophie
  • Philipp Keßler
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.