28. Januar 2018, 12:06 Uhr

Futsal-Kreismeisterschaft

Türk Gücü Friedberg ist wieder Futsal-Kreismeister

Fußball-Verbandsligist Tük Gücü Friedberg hat seinen Titel bei den Futsal-Kreismeisterschaften verteidigt. Beinahe hätte es aber eine faustdicke Überraschung gegeben.
28. Januar 2018, 12:06 Uhr
(Foto: Nici Merz)

Schon im Vorfeld der 31. Hallen-Kreismeisterschaften galt der Titelverteidiger Türk Gücü Friedberg als klarer Favorit, und die Kenner der Szene hatten sich nicht geirrt: Mit allen Assen angetreten, sicherten sich die Fußballer des heimischen Verbandsliga-Zweiten unter den Direktiven der Trainer Gültekin Cagritekin und Mustafa Fil beim “Sparkassen-Futsal-Cup 2018“ zum dritten Mal nach 2014 und 2017 Platz eins und ließen dabei den überraschend ins Finale vorgedrungenen Lokalmatadoren des Kreisoberligisten FC Karben angesichts eines deutlichen 5:1-Sieges nicht den Hauch einer Chance.

In der Petterweiler Sporthalle, wo die Zwischen- und Endrunde zum dritten Mal unter Futsal-Bedingungen durchgeführt wurde, landeten Verbandsliga-Spitzenreiter FV Bad Vilbel und der Kreisoberligist FC Ober-Rosbach in der Endabrechnung gemeinsam auf Platz drei, wobei insbesondere der Halbfinal-Vorstoß der mit lediglich sieben Spielern und hohem Durchschnittsalter angetretenen Ober-Rosbacher verblüffte.


FV Bad Vilbel ärgert sich

“Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet“, freute sich FCO-Spielertrainer Jens Paetzold über den Sprung aufs Siegertreppchen. Harez Habib, Paetzolds Trainerkollege beim Turnierzweiten FC Karben, empfand den Auftritt seiner Truppe ebenfalls als sehr gelungene Sache: “Für uns war natürlich der Halbfinalsieg über den FV Bad Vilbel nach einem wahren 6-Meter-Krimi das Highlight. Im Endspiel hatten wir gegen Türk Gücü Friedberg allerdings keine Chance. Die waren eine Klasse für sich.“
 

 +++ Hier gibt es alle Ergebnisse der Zwischen- und Endrunde der Futsal-Kreismeisterschaft 2018 +++


Derweil ärgerte sich Bad Vilbels Übungsleiter Amir Mustafic, zusammen mit dem Zweitmannschafts-Trainer Kenan Kovacevic (Torwart) und Stürmer Ugur Erdogan einer der auffälligsten Spieler der nicht in Bestbesetzung angetretenen FV-Auswahl, über den verpassten Sprung ins Finale: “Da liegen wir gegen den FC Karben mit zwei Toren vorne, lassen uns durch den 2:2-Ausgleich eine Sekunde vor dem Ende der regulären Spielzeit noch die Butter vom Brot nehmen und ziehen schließlich den Kürzeren. Das war absolut unnötig.“

Gökhan Satir, sportlicher Leiter des Cup-Gewinners Türk Gücü Friedberg, hatte hingegen keinen Grund zur Klage: “Unsere Absicht war, mit technisch anspruchsvollem Fußball nicht nur die Hallen-Krone zu holen, sondern auch Werbung in eigener Sache zu betreiben. Ich denke, das ist uns hundertprozentig gelungen.“
 

Triumphzug

Auf dem Weg zum erneuten Hallen-Titel geriet der Türk Gücü-Express nur einmal ins Straucheln, nämlich beim 1:1-Remis in der Zwischenrunden-Partie gegen den Verbandsliga-Rivalen FV BadVilbel. Ansonsten bewegten sich Kamber Koc (Tor), Baris Özdemir, Selim Aljusevic, Kapitän Florian Decise, Alit Usic, Jonatan Tesfaldet, Fnan Tewelde, Ernad Dananovic sowie die Winter-Neuzugänge Vuk Toskovic und Daniel Raczek stets auf der sicheren Seite. Zwischenrunden-Erfolgen über Inter Reichelsheim (3:0) und Wisselsheim (7:0) folgten die Siege über Ober-Wöllstadt (4:0/Viertelfinale) und Ober-Rosbach (3:1/Halbfinale) sowie die abschließende Gala-Vorstellung über den FC Karben. Andere Vereine hatten weniger Glück und mussten früh die Segel streichen.

 

 
Fotostrecke: Futsal- Kreismeisterschaft: Endrunde in Petterweil

 

Turnierverlauf

 

Den hoch gehandelten SV Nieder-Weisel, Futsal-Kreismeister 2016 und letztjähriger Vizemeister, ereilte bereits im Viertelfinale gegen den FC Karben das Turnieraus, und auch das Zwischenrunden-Scheitern des KOL-Zweiten FCO Fauerbach und des allerdings nur mit einem Mini-Aufgebot erschienenen Gruppenligisten SC Dortelweil quittierte man allenthalben mit Erstaunen. Von den drei B-Ligisten verkauften sich der SV Schwalheim und Inter Reichelsheim mit Bravour.

Nur die Mannschaft der FSG Wisselsheim war für die Zwischenrunden-Rivalen kein wirklicher Konkurrent und musste drei hohe Niederlagen quittieren. Ab dem Viertelfinale dominierte die Kreisoberliga mit sechs Vertretern, wobei insbesondere die SG Dorn-Assenheim/Weckesheim nach drei Zwischenrunden-Siegen aufhorchen ließ, aber zusammen mit Staden, Nieder-Weisel und Ober-Wöllstadt ihre Futsal-Ambitionen begraben musste. Und zwar nach großem Kampf und notwendig gewordenem 6-Meter-Schießen gegen den Bad Vilbel.
 

Trefferflut

Im Gegensatz zu 2017, als in 31 Partien lediglich 70 Tore registriert werden durften, waren es diesmal bei gleicher Anzahl von Spielen 118 Treffer. Diesbezüglich kamen die Zuschauer also voll auf Ihre Kosten. Ferner sehr erfreulich: Unschöne Szenen oder “Rot“ wegen sportlicher Fehltritte blieben durchgehend außen vor. “Alles im Lot. Die Spieler haben sich so verhalten, wie wir es uns als Schiedsrichter wünschen“, meinte Referee Ingo Becker (FC Kaichen).

Er und seine pfeifenden Kollegen René Filges, Kevin Sürer (beide SV Staden), Marcel Cholewa (SC Dortelweil), René Enzmann (SV Ober-Mörlen) und Lukas Sporck (SG Rodheim) beherrschten das Futsal-Regelwerk aus dem Effeff und überzeugten in fast allen Fällen mit klaren Entscheidungen.

 

Fazit

Die Zwischen- und Endrunde erneut an einem Turniertag durchzuziehen, mag für die daran teilnehmenden Teams zwar eine Erleichterung gewesen sein (nur ein Anreisetag), erforderte von den  etwa 400 Zuschauern (darunter 220 “Zahlende“) jedoch enormes Stehvermögen, weil über acht Stunden “Futsal non stop“ in einer klimatisch nicht optimal ausgestatteten Halle nicht jedermanns Sache sind. Anders formuliert: Auf der Tribüne war ein reges Kommen und Gehen zu registrieren: Steigende Tendenz in der Zwischenrunde, als sich alle 16 Teams noch im Wettbewerb befanden, später – ab dem Viertelfinale – gab’s zunehmend Lücken.

Und beim finalen Höhepunkt, als sich Türk Gücü Friedberg und der FC Karben um die Hallenkrone duellierten, hatte sich die Anzahl der interessierten Zaungäste auf lediglich noch rund 100 reduziert. Kreisfußballwart Thorsten Bastian registrierte diese Tatsache durchaus mit Bedauern, hat aber auch keine Patent-Lösung, wie man diese Problematik aus der Welt schaffen kann: “Schließlich können wir die Leute nicht dazu zwingen, bis zur letzten Minute auszuharren.“ Ziel müsse sein, die Anzahl der teilnehmenden Vereine weiterhin auf einem ähnlich hohen Niveau zu halten und damit hessenweit eine der führenden Positionen einzunehmen: “Und das wird Jahr für Jahr schwieriger.“ 


 

 

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