05. Februar 2019, 17:53 Uhr

Von Aufsteigern und Weltmeistern

05. Februar 2019, 17:53 Uhr
Die Fußballer des FV Bad Vilbel feierten im vergangenen Jahr die Meisterschaft in der Verbandsliga und gehen deshalb nun in der Hessenliga auf Torejagd. Angesichts dieser tollen Leistung gibt’s auch von Quellenkönigin Bianca Applaus. (Fotos: Lori)

Ob Zehnkampf, Polka-Tanz oder Treppenlaufen im Hochhaus, ob klassisch oder neumodisch: Die Sportler aus Bad Vilbel konnten 2018 in vielen Disziplinen Erfolge feiern, darunter mehrere Meistertitel. Und so soll es auch weitergehen.

33 Sportvereine mit mehreren Tausend Mitgliedern – dass Bad Vilbel sportbegeistert ist, weiß man nicht erst seit der jüngsten Sportlerehrung am vergangenen Samstag. Aber wie gewohnt zeigte die jährliche Veranstaltung auf, welch hervorragende Leistungen die Vilbeler im vergangenen Jahr erbracht haben: Insgesamt 317 erwachsene Athleten zeichnete Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) im Sport- und Kulturforum in Dortelweil aus. Darunter 41 deutsche Meister und sogar einen Europa- und ein Weltmeister.

Außerdem wurden 97 Kreismeister, 18 Gaumeister, 71 Bezirksmeister, 59 Landesmeister und 29 Sieger der süddeutschen Meisterschaften für ihre Erfolge gewürdigt. Quellenkönigin Bianca I., alias Bianca Zorbach, und Stadtrat Udo Landgrebe (SPD) überreichten die Urkunden. Zwischen den Blöcken gab es einzelne Darbietungen von Bad Vilbeler Vereinen.

Den Auftakt auf der Bühne machte der TV Massenheim mit seiner Karate-Abteilung. Die Männer und Frauen werden von Klaus Scherhaufer trainiert. Sie belegten den dritten Platz bei der deutschen Meisterschaft und sind Hessenmeister. Der Gymnastik- und TanzsportClub bot danach Jump-Style zu der Musik des Action-Films »Pirates of the Caribbean« und der TV Bad Vilbel (TVBV) einen Tanz zu »Blackbird« von den Beatles. Der TVBV hat in der Leichtathletik-Disziplin Zehnkampf in der M50-Klasse auch einen außergewöhnlichen Sportler in seinen Reihen. Thomas Stewens wurde im September 2018 im spanischen Malaga Weltmeister, mit dem deutschen Rekord von 8068 Punkten. Er ist zudem die Nummer eins der derzeitigen Weltbestenliste und Nummer zwei der ewigen Weltbestenliste M50. Der 52-Jährige, der in Dortelweil lebt und von Amalia Sharoyan trainiert wird, ist seit 34 Jahren Zehnkämpfer.

 

Kratschmer als Inspiration

 

»Der ehemalige deutsche Leichtathlet Guido Kratschmer, der 1980 den Weltrekord verbesserte, hat mich sehr beeindruckt«, erzählt Stewens von seiner Inspiration. Er trainiert jeden Tag bis zu drei Stunden. Unterstützt beim Training wird er auch von seiner Frau, einer Ernährungswissenschaftlerin. Sein Ziel sei es, irgendwann den »M100-Weltrekord« aufzustellen, erzählt er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Eine besondere Leistung erbrachte auch Svenja Orth in der Marsch-und-Polka-Mannschaft der Sportart Garde- und Schautanz vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt. Sie ist Europameisterin, deutsche Meisterin und Hessenmeisterin (Marsch) sowie Vizeeuropameisterin, deutsche Meisterin und Hessenmeisterin (Polka).

Überaus erfolgreich war Vilbels größter Sportverein, der SV Fun-Ball Dortelweil: Geehrt wurden Athleten beispielsweise in den Sportarten Badminton, Schießen, Triathlon, Judo, Bouncerball, Karate oder Wettkampfgymnastik. Außerdem auf der Bühne: Die Fußballer des FV Bad Vilbel, die 2018 Verbandsliga-Meister wurden und in die Hessenliga aufstiegen.

Einem ungewöhnlichen Hobby geht Manfred Kaiser nach. Er ist deutscher Meister in der M60-Wertung beim Towerrunning, einer Sportart, bei der die Aktiven versuchen, so schnell wie möglich die Treppen eines Wolkenkratzers hinaufzulaufen. Kaiser hat beispielsweise jüngst die knapp 1200 Stufen des Messeturms in Frankfurt bezwungen.

Der Schützenverein freut sich derweil mit Gisela Böhning über eine hervorragende Schützin. So ist sie unter anderem hessische Vizemeisterin und Bezirksmeisterin in der Sportart Luftpistole der Damenklasse IV.

Wie Bürgermeister Stöhr in seiner Ansprache hervorhob, sei für die erfolgreiche Vereinsarbeit eine gute sportliche Infrastruktur notwendig. Die sieht das Stadtoberhaupt naturgemäß auch in Bad Vilbel: In den vergangenen zehn Jahren habe man hohe siebenstellige Beträge investiert. Jeder Stadtteil verfügt mittlerweile über einen Kunstrasenplatz. Zuletzt wurde der auf dem Heilsberg grunderneuert. Demnächst soll der Kunstrasenplatz in Massenheim folgen. Mehrere kleine Sporthallen sowie fünf große Dreifeldhallen und eine Vierfeldhalle in Zusammenarbeit mit der Europäischen Schule stehen den Vereinen zur Verfügung.

»Die sportliche Infrastruktur wird weiterwachsen«, kündigte Rathauschef Stöhr an. Auch Zuschüsse für eigene Einrichtungen oder Investitionen der Bad Vilbeler Sportvereine gehörten zur »gelebten Sportförderung der Stadt«. Explizit bedankte sich Stöhr nicht zuletzt bei den Ehrenamtlichen, die als Vorstände, Übungsleiter oder Trainer »das Rückgrat für die vielen Vereinsaktivitäten bilden«. Georgia Lori

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