22. Oktober 2019, 16:00 Uhr

Turngau feiert 125-jähriges Bestehens

»Werbung für den Sport« - Warum die Turngala bald Vorbild für den Wetterauer Sportkreis sein könnte

Die Turngala des Turngaus Wetterau-Vogelsberg im Jahr des 125-jährigen Bestehens war Werbung für den Sport - und könnte schon bald zum Vorbild für den Wetterauer Sportkreis werden.
22. Oktober 2019, 16:00 Uhr
Körperbeherrschung par excellence zeigen die Künstler des »Varieté Voilà« der Waldorfschule Bad Nauheim. (Foto: Nici Merz)

Für die große Turngala zum 125-jährigen Bestehen hatte der Turngau Wetterau-Vogelsberg das Motto »Der Turngau und seine Stars« ausgerufen - es sollte fünf Jahre nach der ersten Abendveranstaltung dieser Art ein voller Erfolg in der mit 300 Zuschauer dicht besetzten Florstädter Sporthalle werden, die in diesem Jahr ebenfalls ihr 25-jährige Bestehen feiert. »Wir wollen zeigen, was unsere Vereine können - und sie können einiges«, hatte Turngau-Vorsitzender Ulrich Riemer bei seiner Begrüßung zu Beginn der knapp dreistündigen Gala versprochen. Er sollte Recht behalten, denn der Abend vergegenwärtigte nicht nur die gesellschaftliche Bedeutung des Sports vom Kinderturnen bis zum Seniorensport, er zeigte auch, dass im Ehrenamt von Sportlern und Übungsleitern Woche für Woche schier Übermenschliches geleistet wird - aus purer Leidenschaft zu ihrem Sport.

Turngau-Vorsitzender Ulrich Riemer »hochzufrieden« mit regionalem Konzept

Entsprechend zufrieden war Riemer, der nach drei Tagen Aufbau samt der Ausrichtung der Sportlerehrung der Stadt Florstadt am Freitagabend die Moderation an seine »Vize« Katja Reutzel abgegeben hatte, hinterher: »Unsere Entscheidung, auf die eigenen Sportler zu setzen, war die 100-prozentig richtige Wahl. Ich bin hochzufrieden«, sagte er nach dem Programm. »Für mich war dieser Abend Highlight des Jubiläumsjahres, weil die Beiträge aus unseren Vereinen gekommen sind. Und die haben einmal mehr gezeigt, dass sie ganz tolle Gruppen haben.«

In dasselbe Horn stieß auch Jörg K. Wulf, der Vorsitzende des Sportkreises Wetterau, der neben zahlreichen Vertretern aus der Politik - darunter Landrat Jan Weckler als Schirmherr des Turngau-Jubiläumsjahres - im üppig ausstaffierten Saal Platz genommen hatte. »Das war heute ein ganz breiter Querschnitt dessen, was der Turngau mit seinen Vereinen an die Bevölkerung im Wetteraukreis heranträgt. Es war eine tolle Werbung in eigener Sache. Und mir gibt es eine innere Befriedigung, weil ich weiß, was ich den Vereinen alles geleistet wird«, sagte Wulf. Entsprechend offen zeigte er sich gegenüber dem öffentlich vorgetragenen Vorschlag Riemers, in naher Zukunft doch nicht nur eine Gala des Turngau sondern des gesamten organisierten Sports in der Wetterau auszurichten. »Wir haben schon darüber gesprochen und waren uns auch ziemlich schnell einig. Ich könne mir vorstellen, dass wir nach dem Hessentag in Bad Vilbel im kommenden Jahr für 2021 oder 2022 so etwas auf die Beine stellen«, sagte Wulf darauf angesprochen. Dazu brauche man nur die passende Halle.

Vielfältige Show zeigt sportartenübergreifend, was im Turngau geleistet wird

Die passenden Stars für einen solchen Abend betrieben bereits am Samstag Werbung in eigener Sache und zeigten, warum sie auch für eine sportartenübergreifende Show genau die richtigen wären. Egal, ob es die jungen Gerätturnerinnen der SU Nieder-Florstadt waren, deren Turn-Team den reibungslosen Auf-, Um- und Abbau übernommen hatte, die Akrobatikgruppe des TV Kirch-/Pohl-Göns oder die Einzelakrobaten des Varietés Voilà der Waldorfschule Bad Nauheim - sie alle unterstrichen bereits im ersten Teil des Abends, dass für 15 Euro Eintritt richtig gute Unterhaltung geboten werden kann.

Auch nach der Pause sorgten Tänzer wie die der Friedberger Crew »1st Cut Urban Dance«, deren Mitglieder aktuell mit der Berliner Musikgruppe Seeed auf großer Deutschland-Tournee sind, die Rope-Skipperinnen des TSV Butzbach oder die Show-Tänzerinnen der Gruppe »Eisblumen« des TV Dauernheim, die trotz technischer Probleme für den entsprechend euphorischen Abgang mit der Premiere ihres neuen Programms sorgten.

WM-Teilnehmerin Sarah Voss als Aushängeschild der Veranstaltung

Der große Star des Abends war aber Sarah Voss. Die dreifache deutsche Meisterin und WM-Teilnehmerin von Stuttgart war gemeinsam mit zwei Teamkameradinnen der Turnschule in Köln extra in ihre alte Wetterauer Heimat gekommen, um an Barren und Schwebebalken ihr Können - und damit Turnsport auf Weltklasse-Niveau - zu zeigen. »Letztlich waren heute Abend nur Leute auf der Bühne, die entweder mit dem Turngau an sich oder aber mit mir und meinen Kollegen eine persönliche Verbindung haben«, sagte Riemer. Das erspare viel Geld für eingekaufte Gruppen, wie sie beim »Testlauf« zum 120-jährigen Bestehen vor fünf Jahren zum Einsatz gekommen waren. Und genau dieses Konzept samt des ehrenamtlichen Einsatzes wurde am Ende auch entsprechend belohnt.

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