Lokalsport

Wetterau-Derby in der Hesenliga

Türk Gücü Friedberg trifft am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Fußball-Hessenliga auf den FV Bad Vilbel. Beide Trainer sind zu Umstellungen gezwungen.
27. November 2019, 09:00 Uhr
Uwe Born
Zie Moussa Ouattara (am Ball gegen Anthony Wade vom FC Eddersheim) will mit Türk Gücü Friedberg an die zuletzt überwiegend erfolgreichen Vorwochen anknüpfen.	Foto: Chuc
Zie Moussa Ouattara (am Ball gegen Anthony Wade vom FC Eddersheim) will mit Türk Gücü Friedberg an die zuletzt überwiegend erfolgreichen Vorwochen anknüpfen. Foto: Chuc

Hessenliga-Duelle, in denen ausschließlich Mannschaften des Fußballkreises Friedberg die Klingen kreuzen, sind seltene Angelegenheiten. Deshalb sollten für jene Fans, die sich über die Qualitäten der hierzulande besten Teams mal ein umfassendes Bild machen wollen, Spiele zwischen Türk Gücü Friedberg (Rang 9/26 Punkte) und dem FV Bad Vilbel (Platz 15/17 Zähler) eigentlich zu den Jahres-Highlights zählen. In der laufenden Runde war der diesbezüglich erste Vergleich am ersten November auf dem Bad Vilbeler Niddasportfeld geplant. Weil dort seinerzeit witterungsbedingt gar nichts ging, wurde die Begegnung neu terminiert und das Heimrecht getauscht. Abgerechnet wird demnach erst am heutigen Mittwochabend, wobei Befürchtungen, der unter regionalen Gesichtspunkten mit Abstand interessanteste Schlagabtausch zweier Fußball-Mannschaften könne erneut ausfallen, ausgeschlossen sind: Man trifft sich nämlich am Ober-Rosbacher Eisenkrain auf Kunstrasen. Los geht’s um 19.30 Uhr.

Die Lage: Aus Friedberger Sicht lief in den letzten Wochen alles nach Wunsch. Die Kreisstädter siegten zu Hause gegen Waldgirmes (3:1) und Hessen Dreieich (4:3) sowie am vergangenen Samstag beim Aufsteiger TuS Dietkirchen (2:1). Dazwischen gab’s lediglich die 0:5-Heimpleite gegen den ambitionierten KSV Hessen Kassel. Vor der Winterpause die 30-Punkte-Marke zu knacken, scheint für TG-Coach Carsten Weber und seine Spieler vor den Spielen gegen Bad Vilbel und Schlusslicht FSV Fernwald (jeweils vor eigenem Publikum) durchaus im Bereich des Machbaren zu liegen.

Beim FV Bad Vilbel sind optimistische Prognosen ähnlicher Art derweil völlig deplatziert. Die Mustafic-Elf schleppt sich seit Anfang September mit nur wenig Zählbarem durch die Saison und befindet sich nach acht Niederlagen, vier Remis und nur einem Sieg (2:1 in Waldgirmes) aus den letzten 13 Begegnungen mittlerweile in akuter Abstiegsgefahr. Nach Friedberg noch zweimal Hessen Kassel - zum Jahresabschluss kommt’s für die Grün-Weißen knüppeldick. Statistisch gesehen haben die Türk Gücü-Cracks Nachholbedarf: Sie unterlagen den Brunnenstädtern in der ersten gemeinsamen Hessenliga-Saison (2018/2019) mit 0:3 und 1:2.

Personaloptionen: TG-Trainer Carsten Webers muss definitiv umstellen, denn vom in Dietkirchen siegreichen Team fehlen Mittelfeldmotor Jonatan Tesfaldet (beruflich unterwegs) und Stürmer Shelby Printemps (USA-Reise). Auch die Defensivspezialisten Sebastian Weigand und Semun Biber sowie Abdussamed Gürsoy sind verletzungsbedingt heute Abend kein Thema. »Massé Bell Bell in der Offensive, Filip Mitrovic auf der Sechser-Position und Ricardo Marra könnten die Lücken schließen«, sagt Weber.

»Es wird in allen Bereichen Änderungen geben. Das ist nach der 0:2-Niederlage in Baunatal, wo wir durch überflüssige Fehler auf die Verliererstraße geraten sind, angebracht«, meint FV-Übungsleiter Amir Mustafic. Zino Zampach und Ajdin Maksumic sind nicht mit von der Partie - Hiroto Tochihara und Alexander Bauscher (nach Grippe) rücken mit großer Wahrscheinlichkeit in die Start-Elf.

Trainerstimmen: »Die Zähne zusammenbeißen und in den letzten beiden Pflichtspielen des Jahres noch einmal alles raushauen, was drin ist«, lautet Carsten Webers Motto. Amir Mustafic verlangt von seinen Leuten eine ähnliche Einstellung, »aber Fakt ist auch, dass mehrere Spieler von ihrer Bestform weit entfernt sind, und ich auf wichtige Führungsspieler wie Jonas Grüter oder Ajdin Maksumic aus unterschiedlichen Gründen nicht regelmäßig zurückgreifen kann«.

Die Kader: Türk Gücü Friedberg setzt auf Sahin (Kamber Koc) im Tor, Dinler, Dudda, Ouattara, Usic, Hagley, Eren, Toskovic, Solak, Marra, Mitrovic, Miric, Savic, Bell Bell, Basile und Erdogan. - Für den FV Bad Vilbel sollen Sememy (Klahr) zwischen den Pfosten, Alik, Babic, Saso, Dogan, Dananovic, Biehrer, Knauer, Brauburger, Atzberger, Railean, Tochihara, Tiago, Farid Affo, Huwa, Moubarak Affo, Grüter und Bauscher die Kastanien aus dem Feuer holen.

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