29. Oktober 2021, 22:51 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Derbysieg bei El-Sayed-Comeback

Der EC Bad Nauheim gewinnt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 vor 6002 Zuschauern bei Tabellenführer Löwen Frankfurt mit 3:2 - und hat auch abseits des Erfolges Grund zur Freude.
29. Oktober 2021, 22:51 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Back in Business: Marc El-Sayed (links) feiert nach fast zehnmonatiger Pause sein Comeback beim EC Bad Nauheim. Rechts: Matt Carey. FOTO: CHUC

Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Taylor Vause gar nicht aussuchen können. Mit seinem ersten Saisontreffer - einem Tor in Unterzahl - entschied der Top-Scorer der Deutschen Eishockey-Liga 2 das Hessen-Derby zu Gunsten des EC Bad Nauheim. Die Roten Teufel bleiben nach einem 3:2 (1:1, 1:1, 1:0)-Erfolg bei den Löwen Frankfurt auswärts weiter ungeschlagen. Für den bislang übermächtigen Tabellenführer und DEL-amtionierten Großstadt-Klub war dies vor 6002 Zuschauern am Ratsweg zugleich die erste Heimniederlage der Saison. Neben Vause trafen noch Jordan Hickmott und Fabian Herrmann - mit seinem ersten DEL2-Tor - für Bad Nauheim, das in Torwart Felix Bick einen weiteren Erfolgsgaranten in seinen Reihen hatte.

»Die Konstanz hat unserem Spiel heute gefehlt. Wir haben zudem in wichtigen Bereichen zu viele Zweikämpfe verloren«, sagte Löwen-Coach Bo Subr, während Harry Lange für die Gäste resümierte: »Ich kann gar nicht genug schwärmen. Die Mannschaft hat Leidenschaft gezeigt und gut gespielt gegen das wohl Beste, das die DEL2 aktuell zu bieten hat.«

Der »Dreier« in Frankfurt rundete einen tollen Eishockey-Abend aus Sicht der Roten Teufel ab. Zur großen Überraschung stand nämlich Marc El-Sayed nach 300 Tagen zum ersten Mal wieder im Kader - und er führte die Mannschaft als Kapitän auf das Eis. Nahezu exakt zehn Monate lang hatte der Stürmer nach einer Herzmuskelentzündung kein Spiel mehr bestreiten können. Neben den Langzeitausfällen Patrick Seifert und Andreas Pauli war auch Christoph Körner erneut nicht mit dabei.

Bad Nauheim hatte zunächst eine kalte Dusche zu verarbeiten. Mit dem ersten Torschuss traf Max Faber bei verdeckter Sicht zur Führung der Löwen (2.). Hickmott konnte fünf Minuten später nach Pfostenschuss von Stefan Reiter den Abpraller zum Ausgleich über die Linie drücken. Bad Nauheim versäumte es in dieser Phase, sich zwei Powerplay-Situationen zu Nutze zu machen. Stattdessen machen es sich die Gäste gerade im eigenen Verteidigungsdrittel oftmals unnötig selbst schwer, verpassten eine klare, entschlossene Befreiung, hatten am Freitag aber neben dem starken Bick auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Jake Hildebrand auf der anderen Seite - der statistisch beste Keeper der DEL2 - entschärfte Sololäufe von Vause und später auch Tristan Keck.

Im zweiten Abschnitt brachte Herrmann die Roten Teufel in Führung. Nachdem Vause die Löwen-Defensiv genarrt hatte, stand der 19-Jährige bei zu kurzer Torwart-Abwehr goldrichtig (23.). Wieder dauerste es nur fünf Minuten. Bad Nauheim hatte unter Druck die Zuordnung verloren, und Pierro Preto glich aus (28.).

Im Schlussabschnitt brachte Vause mit einem Unterzahl-Tor die Gäste erneut in Führung. Frankfurt rannte an, nahm 122 Sekunden vor Schluss den Torwart vom Eis, traf aber nicht mehr.

Löwen Frankfurt: Hildebrand - Raymond, Wirt, Sonnenburg, Faber, Maginot, Erk - Mieszkowski, Carey, Preto, Schwartz Moser, Wruck, Wenzel, McMillan, Sykora, Strodel, Dmitriev.

EC Bad Nauheim: Bick - Kevin Schmidt, Wachter, Sekesi, Stephan, Tomas Schmidt, Dobryskin - Wörle, Vause, Keck, Pollastrone, Hickmott, Reiter, Leon Köhler, Mick Köhler, Herrmann, Van Calster, El-Sayed.

Tore: 1:0 (2.) Faber (Wruck, Schwartz), 1:1 (7.) Hickmott (Reiter, Tomas Schmidt), 1:2 (23.) Herrmann (Vause, Mick Köhler), 2:2 (29.) Preto (Wruck, Faber), 2:3 (46.) Vause (Stephan, Keck - SH). - SR: Falten/Janssen. - Strafen: Frankfurt 12 plus fünf Minuten (Erk), Bad Nauheim 8 plus fünf Minuten (Wachter). - Zuschauer: 6002.



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