09. Februar 2021, 07:00 Uhr

Eishockey

EC Bad Nauheim mit Rückenwind ins Derby nach Frankfurt

Der EC Bad Nauheim tritt am Dienstag in Frankfurt an. Beide Teams sind mit den Spielen im Rückstand. Die Löwen beklagen einige Ausfälle. In der Wetterau bastelt man an einer zusätzlichen Option.
09. Februar 2021, 07:00 Uhr
Auf sie kommt es gegen Frankfurt wieder besonders an: Der lange verletzte Frederik Cabana (r.) und der teilweise in dieser Spielzeit glücklose Torhüter Felix Bick haben den EC Bad Nauheim beim 4:1-Sieg über die Bayreuth Tigers am Sonntag getragen. FOTO: CHUC

Während große Teile des Landes unter strengem Frost und teils ungewöhnlich großen Schneemengen ächzen, war Hannu Järvenpää am Montagmorgen geradezu bester Laune ob des Wetters. Der Coach des EC Bad Nauheim genießt das »Wintergefühl«, das er aus seiner finnischen Heimat kennt - obwohl es bei seiner Frau in Helsinki noch ein wenig kälter ist. Aber auch die Eishockey-Wetterlage in der Kurstadt hat sich angesichts des 4:1-Heimsieges über die Bayreuth Tigers am Sonntag aufgeheitert, nachdem sich das Team bereits beim 1:4 im Derby bei DEL 2-Tabellenführer Kassel Huskies vor allem defensiv schon verbessert gezeigt hatte. Bessere Voraussetzungen also als zuletzt, um am Dienstag (19.30 Uhr) im nächsten Nachbarschaftsduell bei den Löwen Frankfurt anzutreten.

Der Rückblick: Der 4:1-Sieg gegen Bayreuth am Sonntag sei »extrem wichtig« für das Selbstvertrauen seiner Mannschaft gewesen, sagt Järvenpää. Zwar sei das Selbstbewusstsein nun nicht gleich riesig, aber das Team habe gesehen, dass es ihm Sicherheit bringe, sich genau an den »Game-Plan« zu halten. Vor allem das 1:0 durch Freddy Cabana, der »wirklich sehr hart« an der Rückkehr zu seiner alten Form arbeite, habe Järvenpää gefreut - und auch dem Team Auftrieb gegeben. Auch für Julian Chrobot - mit einem Tor und einer Vorlage der Matchwinner - sowie für den »harten Arbeiter« Christoph Körner (ein Tor) habe es den Coach ganz besonders gefreut, dass sie zum Heimsieg einen Beitrag geleistet hatten. Die Scorings der zweiten und dritten Reihe verbesserten auch die Gesamtsituation, denn es sei zwar gut, eine starke erste Reihe in der Offensive zu haben, »aber sie können nicht jedes Spiel entscheiden, daher brauchen wir auch die anderen«, sagt Järvenpää. Und genau die haben am Sonntag deutlich besser funktioniert als beim 1:4 in Kassel am Freitag, als hauptsächlich Cason Hohmann, Andreas Pauli und Jamie Arniel für die wenigen offensiven Glanzpunkte gesorgt hatten. Entsprechend zuversichtlich klingt Järvenpää auch mit Blick auf das Derby am Main: »Wir haben gezeigt, dass wir gutes Hockey spielen können, obwohl wir gerade eine schwierige Zeit durchmachen.« Er erwartet im wahrsten Sinne des Wortes einen »cat fight« (Zickenkrieg) mit den Großkatzen aus der Nachbarschaft. Der Schlüssel zum Erfolg sei erneut ein konzentriertes Spiel in der Defensive und langsam aber sicher auch mal etwas mehr Scheibenglück - vor allem in den Überzahlsituationen. »Warum das Glück fehlt, kann kein Coach der Welt erklären. Der einzige Ausweg, ist es noch härter zu arbeiten und irgendwann den Lohn dafür einzufahren.« Und dafür wäre das Nachbarduell ein guter Zeitpunkt.

Das Personal: Am Kader vom Sonntag ändert sich nichts. Das gab Matthias Baldys nach der Trainingseinheit der »Roten Teufel« am Montagmittag zu verstehen. Der Sportliche Leiter der Bad Nauheimer ließ sich aber ein Hintertürchen offen. Am Wochenende war Aaron Reinig der Akteur, der der vorgegebenen Begrenzung des Aufgebots zum Opfer fiel. Im Normalfall lässt das Reglement 17 Feldspieler pro Partie im Kader zu. Zwei weitere sind dann erlaubt, wenn sie mit einem U 21-Fördervertrag der DEL 2 ausgestattet sind. Diesen Status haben beim EC derzeit nur Luis Üffing und Jan Luca Sennhenn. Letzterer hat sich aber durch gute Leistungen bei den Kölner Haien mehr oder weniger »festgespielt«. Um den Kaderplatz des 19. Feldspielers zu besetzen, müsste also einer der »Kölner« ein solches Arbeitspapier erhalten. »Daran arbeiten wir gerade«, verriet Baldys. »Möglicherweise klappt das noch bis zum Derby.« Ansonsten müsste wohl Reinig wieder passen.

Der Gegner: Die Frankfurter müssen nach den Ausfällen ihrer beiden Verteidiger David Suvanto und Kyle Wood wohl auch auf Sebastian Collberg und damit auf den dritten von vier Importspielern verzichten. Der schwedische Stürmer verletzte sich am vergangenen Freitag in Dresden bei einem heftigen Check. Am Montag stand noch eine MRT-Untersuchung an. In der Defensive behalf man sich zuletzt mit Kapitän Adam Mitchell, der als gelernter Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert wurde. Zudem kam am Freitag noch Eric Stephan als Nachverpflichtung aus Bietigheim für die Abwehr. Von der Spitze sind die Löwen derweil punktemäßig weit entfernt (21 Zähler Rückstand auf Kassel). Mit nur 24 Partien auf Platz sieben rangierend, liegt die Truppe von Trainer Franz-David Fritzmeier aber voll auf Playoff-Kurs. Ins Derby geht’s zudem trotz allem mit einem Sechs-Punkte-Wochenende im Rücken.

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