28. März 2021, 22:43 Uhr

Eishockey

EC Bad Nauheim verspielt drei Führungen in Kaufbeuren

War’s das schon? Der EC Bad Nauheim verliert in Kaufbeuren mit 3:5 und hat nun acht Punkte Rückstand auf die Playoff-Plätze in der DEL 2.
28. März 2021, 22:43 Uhr
Die Bad Nauheimer Kelsey Tessier (l.) und Cason Hohmann haben gegen den Kaufbeurer Akteur ihre Mühe. FOTO: LAHR

Für den EC Bad Nauheim schwinden so langsam die Chancen, doch noch in die DEL 2-Playoffs einzuziehen. Nach der 3:5-Niederlage beim ESV Kaufbeuren am Sonntag beträgt der Rückstand auf den achten Platz, der die Teilnahme an den Ausscheidungsspielen sichert, acht Punkte. Besonders ärgerlich: Der Wetterauer Eishockey-Zweitligist führte dreimal, musste aber immer wieder den Ausgleich hinnehmen, ehe die Allgäuer die Partie im Schlussdrittel drehen konnten.

Immerhin: Bei den »Roten Teufeln« erzielte der schwedische Stürmer David Aslin sein erstes Tor. Er durfte die Position des vierten Kontingentspielers einnehmen und sogar in der ersten Reihe ran. Die Abwehr verstärkte Leonhard Korus, und Noureddine Bettahar wurde zum Verteidiger umfunktioniert.

Für die Gäste aus Bad Nauheim ging es gut los. Schon in Minute 3 erzielte mit Nicolas Cornett endlich mal ein EC-Spieler, der nicht zu den Top-Reihen gehört, das 1:0. Kelsey Tessier konnte sich den Assist gutschreiben lassen. Doch es dauerte nicht lange, bis die Hausherren zurückschlugen. Beim 1:1 (6.) bekam Tyler Spurgeon den Puck an der Grundlinie, zog vor das Tor und verwertete den Rebound nach gescheitertem ersten Versuch selbst. Korus saß derweil seine Strafe ab. Die Gastgeber nutzten also ihr erstes Powerplay.

Wie auch im ersten Abschnitt, legten die »Roten Teufel« im zweiten Drittel gut los. Dieses Mal dauerte es nur 20 Sekunden, bis Aslin einen Querpass von James Arniel im ESV-Kasten unterbringen konnte. Letzterer hatte sich zuvor sehenswert auf der rechten Seite durchgesetzt. Kaufbeuren antwortete neun Minuten später in Person von Sami Blomqvist, der aus spitzem Winkel im Nachsetzen traf. Das erste Powerplay der Gäste ließ bis zur 36. Minute auf sich warten. Wie auch der ESV nutzte Bad Nauheim seine erste Überzahlsituation. EC-Verteidiger Tomas Schmidt fuhr quer zur blauen Linie und wartete auf den richtigen Moment für den Torabschluss. In seinen Schuss hielt Stefan Reiter noch den Schläger rein und schien der Scheibe eine minimale, aber entscheidende andere Richtung zu geben. Der Treffer wurde dennoch Schmidt (38.) gutgeschrieben. Noch vor der zweiten Sirene legten die Wetterauer scheinbar nach. Die Scheibe zappelte erneut im Netz. Aber die Referees verweigerten diesem Tor nach Sichtung der Videobilder die Anerkennung. In einer guten Aktion fuhr Aslin von links mit viel Geschwindigkeit aufs Gehäuse zu, blieb jedoch an ESV-Goalie Benedikt Hötzinger hängen. Freddy Cabana staubte ab. Die Unparteiischen werteten den Einsatz von Aslin offensichtlich als Behinderung des Torwarts.

Im Schlussdrittel waren es dann die Kaufbeurer, die ihrerseits wieder ausgleichen konnten. Joseph Lewis spielte den öffnenden Pass auf Branden Gracel, der wiederum links Blomqvist (49.) bediente. Der hatte keine Mühe mehr. Eine Traumkombination der an diesem Abend sehr gut aufgelegten ersten ESV-Reihe. Ein Duo aus diesem Trio zeichnete auch für die erste Führung der Gastgeber verantwortlich. Als sich drei EC-Akteure auf Gracel konzentrierten, steckte dieser durch zu Lewis (51.), der mutterseelenallein vor Felix Bick Nervenstärke bewies. Als Aslin im Sechs-gegen-Fünf am Ende noch mal Maß nahm, rettete Hötzinger mit einer Glanztat auf der Linie. John Lammers setzte den Schlusspunkt ins leere EC-Tor.

»Heute war mehr drin. Es sind immer die individuellen Fehler, die uns um die Früchte unserer Arbeit bringen«, bilanzierte ein geknickter EC-Trainer Harry Lange.

ESV Kaufbeuren: Hötzinger - Thiel, Pfaffengut, Eichinger, Ketterer, Koziol, Echtler - Lewis, Gracel, Blomqvist, Krauß, Lammers, Spurgeon, Wörle, Voit, Oppolzer, Lukes, Thomas.

EC Bad Nauheim: Bick - Sekesi, Glötzl, Schmidt, Ketter, Reinig, Korus, Bettahar - Arniel, Aslin, Cabana, Körner, Hohmann, Tessier, Ratmann, Reiter, Üffing, Leon Köhler, Cornett.

Stenogramm / SR: Holzer/Sicorschi. - Strafen: 4:12 Min. - Tore: 0:1 (3.) Cornett (Tessier, Köhler), 1:1 (6.) Spurgeon (Wörle, Eichinger / 5-4), 1:2 (21.) Aslin (Arniel), 2:2 (30.) Blomqvist (Lewis), 2:3 (38.) Schmidt (5-4), 3:3 (49.) Blomqvist (Gracel, Lewis), 4:3 (51.) Lewis (Gracel), 5:3 (60.) Lammers (Empty Net).

Schlagworte in diesem Artikel

  • EC Bad Nauheim
  • Eishockey
  • Fehler
  • Individualismus
  • Christoph Sommerfeld
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen