05. Februar 2021, 07:00 Uhr

Eishockey

EC Bad Nauheim wartet auf den Brustlöser

Der EC Bad Nauheim ist im Ranking der DEL 2 »unter den Strich« gerutscht. Nach der Quarantäne hält der Spielplan kaum noch Pausen bereit. Heute steigt das Derby in Kassel.
05. Februar 2021, 07:00 Uhr
Hannu Järvenpää, hier im Gespräch mit Andreas Pauli (r.), hat es in diesen Tagen schwer, in die Köpfe der Spieler zu kommen. Der EC Bad Nauheim wartet seit Wochen auf die Wende. CHUC

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim ist weiter auf der Suche nach der Form der ersten sechs Saisonwochen. In den letzten 13 Begegnungen setzte es zehn Niederlagen (eine davon im Penaltyschießen), nur drei Siege gelangen dem Team von Trainer Hannu Järvenpää. Ob an diesem Wochenende eine nachhaltige Wende kommt? Die Fans, die Mannschaft und alle Verantwortlichen warten auf eine Umkehr des Trends, auf eine Art Brustlöser. Am heutigen Freitag (19.30 Uhr) wartet zunächst die schwere Auswärtsaufgabe bei Spitzenreiter Kassel Huskies, ehe am Sonntag (17 Uhr/jeweils Sprade TV) die Bayreuth Tigers im Colonel-Knight-Stadion gastieren.

Das Personal: Da sieht es nicht allzu rosig aus für die Roten Teufel. Ohne Namen zu nennen, gab Järvenpää nach dem Donnerstag-Training zu verstehen, dass »einige Spieler« nicht auf dem Eis waren. Man müsse demnach durchaus mit einem kleineren Kader als üblich rechnen. Genaueres gibt’s erst kurzfristig vor dem Reiseantritt nach Nordhessen. Noch immer mit einem Fragezeichen versehen ist der Einsatz von Stefan Reiter. Derweil gab es grünes Licht für Mark Richardson. Positiv stimmt, dass mit Julian Chrobot, Maximilian Glötzl, Simon Gnyp, Marvin Ratmann und Luis Üffing das Gros der Förderlizenzspieler aus Köln zur Verfügung steht. Jan Luca Sennhenn dagegen ist in seiner derzeitigen Form für die Haie zu wertvoll. Er wird in der DEL gebraucht.

Neues Personal scheint derzeit kein Thema zu sein beim EC Bad Nauheim, der noch bis Ende des Monats die Möglichkeit hat nachzubessern. »Ich möchte das nicht ausschließen, aber die guten Spieler liegen zu dieser Zeit im Jahr nicht mehr auf der Couch«, sagte der Sportliche Leiter Matthias Baldys. »Während der Quarantäne wäre es mit Sicherheit kein gutes Signal an die Mannschaft gewesen, wenn wir neue Spieler geholt hätten.« Außerdem sei das Thema Transfers gerade in der Pandemie wirtschaftlich besonders brisant. »Wir beobachten aber den Markt.«

Das sagt der Trainer: Wenngleich Järvenpää nach den jüngsten Niederlagen in der Analyse etwas geknickt wirkte, so unterstreicht er doch immer wieder den Glauben an seine Mannschaft. »Wenn wir es schaffen, als Team zusammenzuspielen, dann ist nichts unmöglich.« Die bisherige Saison sieht er mit gemischten Gefühlen. »Ich denke, wir haben zwei Gesichter gezeigt. Nach einer guten Phase sind uns die U 20-WM-Spieler weggebrochen, und uns fehlten mit Huba Sekesi und Freddy Cabana wochenlang zwei wichtige Leute«, blickt der Coach zurück und macht auch klar, dass sich sein Game-Plan vor allem an der eigenen Defensive orientiert. Vor diesem Hintergrund wog auch der Abgang von Verteidiger Mike Card um den Jahreswechsel herum schwer für den Finnen.

Derby in Kassel: Auch die Huskies sind personell - zumindest in der Offensive - ein wenig gebeutelt. Mit Corey Trivino fehlt dem Team von Coach Tim Kehler schon länger der Topscorer. Der Kanadier hat 32 Scorerpunkte auf der Habenseite und führt zudem die Plus-Minus-Bilanz der DEL 2 an (+26). Sturmkollege Nathan Burns muss ebenso passen. Marc Schmidpeter ist noch fraglich.

Die Nordhessen konnten von ihren bisher 14 Heimpartien stolze zwölf gewinnen. Eine der zwei Niederlagen mussten sie jedoch gegen Bad Nauheim hinnehmen. An den 4:3-Erfolg nach Verlängerung im November dürften sich die Wetterauer lieber erinnern als an die jüngste Partie im Colonel-Knight-Stadion. Da kassierten die Roten Teufel Ende Dezember eine historische 0:8-Klatsche.

Bayreuth mit Kujala zu Gast: Mit den Tigers kommt am Sonntag ein Gegner in den Kurpark, der - wie der EC - in der unteren Tabellenhälfte rangiert und somit auf dem Papier eher schlagbar ist als Kassel. Gecoacht wird das Team von Ex-Bad-Nauheim-Trainer Petri Kujala. Mit 90 Gegentreffern in 26 Partien hat Bayreuth ebenso mit Defensivproblemen zu kämpfen wie die Roten Teufel, die sich in 23 Begegnungen ebenso viele Tore einfingen. Offensiv getragen wird die Truppe von Tyler Gron, Juuso Rajala und Ville Järveläinen. Diesen Akteuren will EC-Coach Järvenpää mit seinem Team besondere Aufmerksamkeit widmen.

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