06. März 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie Kelsey Tessier das Chancentod-Image ablegt

Die Veränderungen sind erkennbar. Zum Sieg reicht es aber einfach nicht. Nach zuletzt sieben Niederlagen trifft der EC Bad Nauheim am Samstag auf die Heilbronner Falken.
06. März 2021, 07:00 Uhr
Vom Chancentod zum Torjäger: Kelsey Tessier (Mitte) hat nach dem Trainerwechsel bereits sieben Treffer erzielt. Der Kanadier profitiert von seinem neuen Außenstürmer Cason Hohmann (links). Rechts: Christoph Körner. FOTO: CHUC

Tragik, Komik, mitunter schon Slapstick. Die Spiele der Roten Teufel haben zuletzt eine Eigendynamik entwickelt; im negativen Sinne. Sechs der sieben Begegnungen seit der Entlassung von Trainer Hannu Järvenpää hat der EC Bad Nauheim allen Rückschlägen zum Trotz bis in die Schlussminute offen gehalten - die ernüchternd-deprimierende Bilanz: ein einziger Punktgewinn. Im Kurpark leuchtet seit dieser Woche die Rote Laterne der Deutschen Eishockey-Liga 2. Im achten Spiel unter Harry Lange und dessen Assistenten Patrick Strauch geht’s am Samstag (19.30 Uhr) zu Hause gegen die Heilbronner Falken.

Die Ausgangslage: Ein Fluch, ein Hexenwerk oder Voodoo-Zauber? Das »Wie« der Niederlagen-Serie macht wieder und wieder fassungslos. Jetzt stimmt zwar endlich der Einsatz, nicht aber das Ergebnis. Am Dienstag gegen Bad Tölz kassierten die Teufel 65 Sekunden vor Schluss den wegweisenden Gegentreffer, am Donnerstag in Bietigheim haben nur 47 Sekunden die Mannschaft vom Punktgewinn getrennt. Wie schon in den Spielen zuvor hatte sich Bad Nauheim nach einem leichtfertig verschuldeten Rückstand zurückgekämpft, statt sich - wie so oft in der Vergangenheit - aufzugeben. »Ab dem zweiten Drittel war’s in Ordnung. Die Jungs haben sich an die Vorgaben gehalten, haben sich nie aufgesteckt. Wir hatten die besseren Chancen. Und doch hat’s wieder nicht gereicht. Das ist frustrierend«, sagte Lange am Freitag.

Was an ihm nagt: »Wenn wir das Crimmitschau-Spiel mal außen vor lassen, waren wir immer irgendwie im Spiel, sind nicht vom Gegner dominiert worden und haben selbst noch mutig nach vorne gespielt. Das waren Ein-Tor-Unterschied-Spiele. Das müssen eben auch mal gewinnen.«

Auffällig: die Tor-Quote von Kelsey Tessier. Der Kanadier, der sich zwischenzeitlich ein Chancentod-Image erarbeitet hatte, hat in den sieben Spielen unter Lange/Strauch sieben seiner 14 Saisontreffer erzielt, alleine fünf Tore seit ihm Cason Hohmann zur Seite gestellt wurde (dafür ist dessen früherer Nebenmann Jamie Arniel jetzt seit drei Spielen torlos). »Kelsey war in der Vergangenheit meist zu unrecht kritisiert worden. Ihn darf man nicht allein an Tore messen, sondern muss auch die Kleinigkeiten sehen, die er macht, die andere nicht machen«, sagt Lange, der am eistrainingsfreien Freitag mit Strauch schon früh morgens wieder im Colonel-Knight-Station zusammensaß, um Videoanalyse zu betreiben.

Aufwärtstrend in Heilbronn: Quasi parallel zu den Roten Teufeln haben auch die Falken aus Heilbronn den Trainer ausgetauscht. Auf Michel Zeiter ist Bill Stewart gefolgt. In sechs von sieben Spielen mit dem Ex-Meister-Coach der Adler Mannheim (2001) an der Bande hat die Mannschaft gepunktet. Allein in der vergangenen Woche konnten in zwei Duellen mit Kassel vier Zähler gewonnen werden. Am Donnerstag war Heilbronn gegen Freiburg nach Penaltyschießen unterlegen.

Die Rückkehr des jungen Yannik Valenti von DEL-Partner Mannheim hat die zweite Powerplay-Formation aufgewertet. In Unterzahl wird effektiver verteidigt. Der neue Trainer hat der Mannschaft eine erkennbare Struktur verpasst und die Fans »abgeholt«, wie es so schön heißt. »Wir haben noch 16 Spiele Zeit. Ob’s am Ende für Platz acht reicht wird man sehen«, sagt der Coach. Fehlen wird unter anderem Michael Knaub, der nach einer erneuten Spieldauer-Disziplinarstrafe aktuell noch gesperrt ist.

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