01. April 2021, 18:00 Uhr

Ein strategischer Schritt der Patriots

01. April 2021, 18:00 Uhr
Bernhard Hertel sieht seine Aufgaben vor allem in der Kontaktpflege zu den Patriots-Sponsoren und der Unterstützung der Jugend und des Damen-Teams. FOTO: CHUC (Foto: A. Chuc (www.chuc.de))

Der Name Bernhard Hertel ist in Niddatal bereits seit vielen Jahren bekannt: 18 Jahre lang war er der Bürgermeister der Stadt. Bereits Ende 2020 wurde er vom Vorstand der Rhein-Main Patriots gebeten, den vakanten Posten des Schriftführers kommissarisch zu übernehmen, was er gerne annahm. Bei der noch ausstehenden Mitgliederversammlung des Inline-Skaterhockey-Klubs für das vergangene Jahr soll er dauerhaft für dieses Amt gewählt werden. Im Interview spricht Dr. Hertel über seine neue Aufgabe im Vorstand und seine Ziele mit den Patriots.

Wie sind Sie auf die Rhein-Main Patriots aufmerksam geworden?

Als ich 1997 nach Assenheim zog, existierte der Ursprung der Rhein-Main Patriots, die Inline-Abteilung, bereits ein Jahr unter dem Dach des TV Assenheim. Die Abteilung befand sich im Aufbau und war auf der Suche nach einem geeigneten Gelände zur Errichtung einer Spielfläche. In meiner damaligen Funktion als Erster Stadtrat der Stadt Niddatal habe ich mein Möglichstes versucht, die Abteilung bzw. den Verein zu unterstützen. Schon damals war ich davon fasziniert, mit welchem Engagement sich die Verantwortlichen der Abteilung für die Belange ihres Sportes eingesetzt haben. Seit dieser Zeit verfolge ich die Geschehnisse rund um den Verein und bin beeindruckt von seiner Entwicklung.

Was macht für Sie die Faszination Skaterhockey aus?

Grundsätzlich bin ich von jeder Sportart fasziniert. Mannschaftssport begeistert mich aber besonders, da es bei der Ausübung letztlich auf das gute Zusammenspiel aller ankommt und die Leistung Einzelner etwas in den Hintergrund tritt. Skaterhockey ist eine der schnellsten Mannschaftssportarten, bei der es so gut wie keinen Moment gibt, in dem nichts passiert. Bis zum Ende ist alles möglich. Selbst ein verloren geglaubtes Spiel kann in den letzten Minuten noch gedreht werden. Faszinierend dabei ist, zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sich die Spieler über die Fläche bewegen und dennoch den Ball unter Kontrolle halten, um ihn sich präzise zuzuspielen oder aufs Tor abzufeuern. Auch fasziniert mich der Umgang der Spieler untereinander. Obwohl es ein sehr körperbetontes Spiel ist, erlebt man so gut wie keine Schauspieleinlagen, und die Teams trennen sich friedlich.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, im Vorstand der Rhein-Main Patriots mitzuarbeiten?

Als der Vorsitzende des Vereins mich darauf angesprochen hat, ob ich mir vorstellen könnte, im Vorstand mitzuarbeiten, habe ich nach kurzer Bedenkzeit zugesagt. Ein Verein wie die Patriots, der auf diesem Leistungsniveau - mit zwei Bundesliga-Mannschaften und einer sehr gut aufgestellten und erfolgreichen Jugendarbeit - seinen Sport betreibt, ist auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen. Daneben habe ich den Klub in den vergangenen Jahren auch so kennen gelernt, dass er sich ins Vereins- und Ortsgeschehen unserer Stadt einbringt und damit dazu beiträgt, dass diese Güter aufrechterhalten bleiben. Nicht zu vergessen, dass der Verein das bisher Erreichte zum größten Teil aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln gestemmt hat. Dies alles sind Gründe, warum ich mich dazu entschieden habe, im Vorstand mitzuarbeiten.

Was genau sind Ihre Aufgaben im Vorstand?

Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung habe ich kommissarisch die Arbeiten eines Schriftführers übernommen. Bei der anstehenden Jahreshauptversammlung werde ich dann auch für dieses Amt kandidieren. Neben den üblichen Aufgaben eines Schriftführers - wie dem Erstellen von Einladungen und dem Verfassen von Protokollen - bin ich auch in die Pflege der Kontakte zu unseren Sponsoren eingebunden. Da das Umfeld um die erste Herren-Mannschaft bereits sehr gut aufgestellt ist, sehe ich meine Aufgabe darin, der Jugendabteilung und der Damen-Mannschaft mehr Unterstützung bei Verwaltungs- und organisatorischen Angelegenheiten zukommen zu lassen.

Inwiefern ist Ihre politische Vergangenheit als Bürgermeister der Stadt Niddatal nützlich für diese Aufgaben?

Durch meine politische Vergangenheit als Bürgermeister bin ich zum einen mit der Zusammenarbeit zwischen Politik und Vereinen und zum anderen mit der Abwicklung von Verwaltungsabläufen sehr vertraut. Die Erfahrungen, die ich auf diesen Gebieten gesammelt habe, stellen sich z. B. momentan im Umgang mit den durch die Corona-Krise hervorgerufenen Problemen als sehr nützlich dar.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft der Rhein-Main Patriots?

Mein Ziel ist es, dass die Patriots ihren Platz, den sie mittlerweile in der Niddataler Vereinslandschaft eingenommen haben, festigen und eine führende Rolle übernehmen. Die sportlichen Ziele sehe ich für die erste Herren-Mannschaft im Aufstieg in die Erste Skaterhockeyliga und der Etablierung in dieser Klasse. Für die Damen, die bereits in der Ersten Liga spielen, wünsche ich mir, dass das Team auf eine breitere Basis gestellt wird. Dies könnte mittelfristig die Grundlage dafür bilden, dass die Frauen permanent an der Spitze der Liga mitspielen.

Beide Ziele können aber nur dann erreicht werden, wenn der Unterbau ebenfalls gefördert wird und die Vereinsarbeit rund um den sportlichen Betrieb noch mehr Unterstützung von freiwilligen Helfern erfährt. Ein ganz wichtiger Punkt für mich ist, dass die Jugendarbeit weiterhin so gut praktiziert wird, wie dies in den vergangenen Jahren der Fall war. Der Verein übernimmt damit auch eine soziale Verantwortung in unserer Stadt und bietet den Jugend- lichen eine Heimat. Dies verbunden mit der Vermittlung von Werten wie Respekt, Fairness, Verantwortungsbewusstsein und Freundschaft. FOTO: NIC

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