15. Juni 2021, 07:00 Uhr

Nach dem Corona-Lockdown

Erstes Spiel im Kreis Friedberg seit über sieben Monaten: Ein Appetithäppchen für die neue Fußball-Saison

Mit einem ersten Testspiel zwischen der Spvgg. 08 Bad Nauheim und dem TSV Ostheim ist am Sonntagnachmittag der fast achtmonatige Stillstand im Wetterauer Amateurfußball beendet worden.
15. Juni 2021, 07:00 Uhr
Philipp_Keßler
Von Philipp Keßler
Die 60 Zuschauer müssen sich an Abstands- und Hygieneregeln halten sowie am Eingang registrieren. (Foto: A. Chuc (www.chuc.de))

Ein wolkenloser, blauer Himmel, die Sonne lacht, die Temperaturen sind dank eines frischen Lüftchens angenehm, der Duft von Holzkohle vermischt sich mit dem Geruch von Würstchen, Steaks und Weizenbier - ideale Bedingungen für einen perfekten Fußballnachmittag.

Das dachten sich auch die Kicker der Spvgg. 08 Bad Nauheim, die mit dem Test gegen den TSV Ostheim - dem ersten im gesamten Wetteraukreis - den fast achtmonatigen Corona-Lockdown im Fußballkreis Friedberg endgültig beendeten. Das Ergebnis - ein 2:0-Sieg des Kreisoberligisten über den B-Ligisten - wurde angesichts des erst vor zwei Wochen begonnenen Trainings der Teams und der gemischten Aufstellung aus erster und zweiter Mannschaft aufseiten der Bad Nauheimer zur Nebensache. »Heute geht es nicht um das Spiel an sich, sondern um die Freundschaft und darum, dass es überhaupt mal wieder Fußball gibt«, sagte Bad Nauheims Spielausschussvorsitzender Peter Schenker schon vor dem Anpfiff des Unparteiischen Günther Häberle.

Das schienen auch die rund 60 Zuschauer so zu sehen, die sich - entsprechend den aktuellen Corona-Regeln - am Eingang handschriftlich oder per »Luca«-App registrierten und auf dem weitläufigen Gelände auch spielend die Abstandsregeln einhielten. Die »Ballerstubb«, das Vereinsheim, versorgte sie mit gekühlten Getränken, direkt davor gab’s Brat- und Rindswürste sowie Steaks vom neu gebauten Grill der »Nullachter«, während es sich die Gäste, darunter auch einige Ostheimer »Schlachtenbummler«, die das gute Wetter für eine sonntägliche Radtour genutzt hatten, je nach Geschmack in der Sonne oder im Schatten gemütlich.

Sie verziehen es auch den Kickern, dass diese bei sommerlichen Bedingungen schnell an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit kamen und schon während der ersten Halbzeit kräftig durchwechselten - trotz je einer Trinkpause pro Spielabschnitt. Während die Hausherren ihre Überlegenheit im ersten Spielabschnitt zur 1:0-Führung durch Maher Al Hassan nutzten, hatten die Gäste infolge des 2:0 - ein Torwartfehler, den Nenad Popovic nach dem Wechsel ausgenutzt hatte - zwar ebenfalls noch ihre Chancen, für den Ehrentreffer reichte es aber nicht.

Warten auf den Muskelkater

»Ein Törchen wäre schön gewesen, aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Die Hauptsache war, dass wir uns bewegt haben. Man hat natürlich gemerkt, dass es etwas Zeit gebraucht hat, um ins Spiel zu kommen. Aber wir haben es als Trainingseinheit gesehen, die gut war - aber auch anstrengend«, sagt Ostheims Spielertrainer Fabian Brücher hinterher und schob schmunzelnd hinterher: »Um den Muskelkater werden wir nicht drumherum kommen, aber so soll es ja auch sein.«

Seine Mannen hatten zuvor rund zwei Wochen locker trainiert, ab der neuen Woche soll dann in eine strukturierte Vorbereitung übergegangen werden. Das Saisonziel sei es, in der oberen Tabellenhälfte der Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1, mitzuspielen.

Dritte Halbzeit im Fokus

Auch Brüchers Gegenüber, der Bad Nauheimer Spielertrainer Bojan Blagojevic, war mit dem ersten Einsatz seit Langem zufrieden. »Als ich mit den Jungs auf dem Platz stand, habe ich gemerkt, dass sich nichts geändert hat - es war alles wie früher. Natürlich ist es ein schönes Gefühl, bei so tollem Wetter und vor allem wieder vor Zuschauern auf dem Rasen zu stehen«, sagte er. Auch er hat den Test als kleine Trainingseinheit gesehen, der über den Kontakt zu seinem Schwager, Ostheims Spieler Florian Jung, erst zustande gekommen war.

»Das war schon einmal ein schönes Ding. Aber wenn die Runde dann wirklich bald anfangen sollte, wird es noch schöner«, sagte Blagojevic. »Für mich ist gerade die Zeit nach dem Spiel, wenn man noch ein Bier zusammen trinkt, eine Wurst isst und sich austauscht - in der Mannschaft oder mit dem Gegner - das wichtigste. Das gehört einfach dazu und das wollen wir auch weiterhin pflegen.«

Das ist auch im Sinne Schenkers. Der Spielausschuss-Boss sagte nach der Partie: »Es war schön, dass die Jungs gespielt haben. Mir hat es Spaß gemacht - und den Zuschauern wohl auch. Es ist nichts passiert, keiner hat gemeckert, also können wir als Verein zufrieden sein.« Er betonte außerdem: »Es geht uns um das positive Feedback der Zuschauer, dass sie mit nach Hause nehmen sollen, sodass wir dann auch in der neuen Saison ein paar mehr Gäste begrüßen können.«



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