20. April 2021, 12:00 Uhr

»Es gab nicht viel zu überlegen«

20. April 2021, 12:00 Uhr
Stürmer Stefan Reiter (r.) - hier gegen Kaufbeurens Julian Eichinger - will sich auch in der neuen Saison voll beim EC Bad Nauheim reinhängen. (Foto: A. Chuc (https://chuc.de))

EC Bad Nauheim


Mit einem Kabineneinblick in Videoform hat der EC Bad Nauheim am Sonntag die Vertragsverlängerung von Stürmer Stefan Reiter bekannt gegeben. Der gebürtige Münchner ist damit nach seinem »Interviewer«, Kapitän Marc El-Sayed, sowie Andreas Pauli und Tomas Schmidt, die allesamt ein gültiges Arbeitspapier für die neue Spielzeit besitzen, sowie dem jüngst verlängerten Torhüter Felix Bick der fünfte Profi im neuen Team von Trainer Harry Lange, der sich bereits in der Vorwoche explizit für eine Verlängerung mit den einstigen Förderlizenzspieler (damals für die Düsseldorfer EG) ausgesprochen hatte.

Im Interview erklärt Reiter am Tag danach, wie es zur Vertragsverlängerung kam, welchen Anteil die »bayerische Fraktion« hatte und wie er seine Perspektive einschätzt.

Herr Reiter, wie kam es dazu, dass Sie Ihren Vertrag beim EC Bad Nauheim verlängert haben?

Harry (Lange, Anm. d. Red.) hat früh gesagt, dass er mich gern behalten würde, anschließend gab es Gespräche mit meinem Berater, Matthias Baldys (der Sportliche Leiter, Anm. d. Red.) und mir und dann ging alles recht schnell. Ehrlich gesagt gab es für mich auch nicht viel zu überlegen. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Bad Nauheim. Jetzt hoffe ich, dass die Corona-Lage noch besser wird, sodass wir in der nächsten Saison auch wieder Zuschauer im Stadion haben können.

Ihr Trainer hat in der vergangenen Woche in einem Interview gesagt, dass er Sie wegen Ihrer Schnelligkeit und Ihrem Torinstinkt unbedingt halten möchte. Was macht das mit Ihnen?

Man geht ganz anders an die Sache heran, wenn man weiß, dass der Trainer einem vertraut. Dieses Vertrauen ist ein Geschenk, mit dem man ganz anders spielt, weil man weiß, dass man nach einem Fehler nicht sofort auf die Bank muss. Mit Harry als Trainer läuft es echt super, wir verstehen uns super. Und auch wenn er in dieser Saison ins kalte Wasser geworfen wurde, hat er seine Sache super gemacht. Ich bin mir sicher, dass es ab Herbst eine ganz andere Spielzeit wird. Ich bin wirklich guter Dinge, dass der Klub eine tolle Truppe zusammenbasteln wird und freue mich schon, wenn es wieder losgeht.

Die vergangene Saison war aufgrund der Corona-Lage eine spezielle. Aber auch für Sie persönlich war es mit der Geburt Ihrer Tochter besonders. Wie haben Sie das erlebt?

Vater zu werden ist für mich nur positiv. Natürlich ist ein Baby eine große Herausforderung, aber mit meiner Freundin klappt das super, und die Kleine macht es uns auch sehr einfach. So etwas beflügelt einen. Außerdem konzentriere ich mich zu Hause ganz auf meine Familie und im Stadion ganz aufs Eishockey. Ich kann das sehr gut trennen. Was die Corona-Lage angeht, war es natürlich viel Ungewissheit, ob es überhaupt eine Saison gibt, wie die laufen wird, aber hier hat uns der Verein immer offen, ehrlich und positiv den Rücken gestärkt. Trotzdem hat man gerade mit einem Säugling daheim auch ein bisschen Angst, weil niemand weiß, ob es einen erwischt und wie die Krankheit dann verläuft. Unter dem Strich waren also für mich sämtliche Gefühle in der vergangenen Saison dabei.

Ist die freie Zeit für Sie jetzt umso schöner?

Absolut. Wir sind gestern für den Sommer nach Bad Tölz, in das Elternhaus meiner Freundin, gezogen. Hier werde ich auch mein Sommertraining absolvieren, bis wir Anfang August rechtzeitig für die Vorbereitung wieder zurück sind.

Sie haben einst als Förderlizenzspieler der Düsseldorfer EG in Bad Nauheim gespielt. Ist die DEL nach wie vor ein Ziel für Sie?

Definitiv, ja. Ich spiele Eishockey, weil ich das Bestmögliche erreichen will. Ich habe den Anspruch, wieder in die DEL zu gehen. Das weiß der Verein auch, sieht es aber positiv, weil es zeigt, dass ich ehrgeizig bin und auch in der nächsten Saison wieder Vollgas geben will.

Der Klub hat Ihre Vertragsverlängerung mit einem Video bekannt gegeben, in dem Sie sich auf lustige Art und Weise von Marc El-Sayed interviewen lassen. Wie lief der Dreh ab?

Das war wirklich eine super Idee und auch ein bisschen Normalität in diesen Zeiten, indem man versucht, die Leute etwas zum Lachen zu bringen. Das fand ich super. Außerdem war es überhaupt nicht geschauspielert, denn so gehen wir miteinander um: offen, lustig, mit viel Blödsinn im Kopf, aber immer ehrlich. Und natürlich können wir auch ernsthaft miteinander reden, wenn es etwa ums Eishockey geht. Selbst wenn wir uns zanken, ist es eigentlich immer schnell wieder gut.

Neben Marc El-Sayed sind Sie mit Huba Sekesi, Andreas Pauli und Christoph Körner befreundet. Gibt es eine »bayerische Fraktion« bei den Roten Teufeln?

Naja, wir reden untereinander schon bayerisch miteinander. Und als Bayer ist man auf seine Herkunft ja auch ein bisschen Stolz (lacht). Im Ernst: Es hat sich ein Stamm der Mannschaft entwickelt, und wir sind eine coole Gruppe, treffen uns regelmäßig privat, was riesigen Spaß macht und ein weiterer großer Pluspunkt für mich hier in Bad Nauheim ist.

Schlagworte in diesem Artikel

  • EC Bad Nauheim
  • Eishockey
  • Elternhaus
  • Emotion und Gefühl
  • Familien
  • Fehler
  • Sportliche Leiter
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Vertrauen
  • Philipp Keßler
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen