28. Mai 2010, 11:38 Uhr

Weißenfels spricht Klartext: Warum der FC Gambach enttäuschte

(jms) Die Trainerlaufbahn von Markus Weißenfels ist nach der Partie am Sonntag (vorerst) beendet. Der derzeitige Coach des Fußball-B-Ligisten FC Gambach muss aufgrund von Rückenbeschwerden kürzer treten und wird den Klub zum Saisonende verlassen. Weißenfels, der zuvor schon Erfolge mit dem TFV Ober-Hörgern und dem SV Hoch-Weisel als Trainer feiern durfte, schaffte es, den FCG nach schwierigen Jahren auf Anhieb zu einem aufstiegsambitionierten Klub zu formen. Der große Coup blieb allerdings aus, in den Rückrunden schwächelten die Gambacher zumeist. Im WZ-Interview reflektiert der Fußballtrainer über seine Gambacher Zeit.
28. Mai 2010, 11:38 Uhr
Jubelt nächste Saison nicht mehr für den FC Gambach: Trainer Markus Weißenfels. (Jaux)

Die B-Liga-Saison neigt sich dem Ende entgegen - und wieder wird der FC Gambach nicht um den Aufstieg mitmischen. Wie groß ist die Enttäuschung?

Markus Weißenfels: Wir hatten uns schon einiges ausgerechnet und sind letztlich an unserer eigenen Unfähigkeit gescheitert. Der Stachel der Enttäuschung sitzt sehr tief.

Woran ist der verpasste Aufstieg festzumachen?

Weißenfels: Es wäre zu leicht, die Ursache bei Anderen zu suchen. Die Mannschaft ist selbstkritisch genug zu erkennen, dass man mit mangelnder Einstellung, fehlender Eigenmotivation, geringer Trainingsbeteiligung sowie falschem Verhalten am Vorabend eines Punktspiels keinen Aufstieg erreichen kann. Verhaltensmuster, die wir in den vergangen beiden Jahren nicht abstellen konnten.

War es nicht etwas blauäugig seitens der Verantwortlichen, mit einem recht dünnen Kader in die Runde zu gehen? Immerhin hat schon die letzte Saison gezeigt, dass ein recht junges Team beruflichen, schulischen oder studentischen Aufgaben den Vorzug geben muss...

Weißenfels: In der vergangenen Saison setzten sich die Neuzugänge ausschließlich aus ehemaligen Spielern des FCG zusammen. Der Alterdurchschnitt lag in den ersten Spielen bei rund 21,5 Jahren. Ziel der Verantwortlichen, zu denen die Sportliche Leitung und meine Person gehörten, war, für die laufende Runde qualitative Neuzugänge zu bekommen, die uns auf Grund ihrer Erfahrung stabilisieren würden. Noch in der vergangenen Runde stieß Marcel Späth zum Kader, zu dieser Saison kamen Heiko Scherer und Marcel Engling hinzu. Zur diesjährigen Rückrunde gelang es uns mit Chris Arnold und Willi Braun zwei weitere Spieler zu integrieren. Ergo haben wir da schon gute Arbeit geleistet und den Kader nach und nach verstärkt. Ob ich nun junge oder alte Spieler habe, ist nicht entscheidend für den Erfolg. Entscheidend ist deren Einstellung zum Fußball. Bei allem Verständnis für berufliche, schulische oder studentische Aufgaben - wenn ich als Mannschaftssportler Erfolge feiern möchte, dann muss ich auch etwas dafür tun. In meinen Augen haben es sich viele Spieler zu einfach gemacht bei der Entschuldigungsfindung für eine Trainingsabsage.

Auffallend waren die Leistungsschwankungen und die damit einhergehende Unkonstanz. Woran waren diese Höhen und Tiefen binnen kürzester Zeit festzumachen?

Weißenfels: Die Mannschaft ist immer noch zu jung und unerfahren, um konstante Leistungen abzurufen. Die älteren Spieler, die Führungsspieler hätten werden können, glänzten immer wieder durch Abwesenheit in den Trainingseinheiten und verloren das Ansehen innerhalb des Teams. Es fehlte die Hackordnung, und dadurch hatten wir zu viele Häuptlinge und zu wenig Indianer auf dem Platz. Zudem kann ich mich an keine zwei hintereinander liegenden Spiele erinnern, in denen ich mit der gleichen Elf anfangen konnte. Die fast wöchentliche Torhüterproblematik hat sicher auch zu einiger Unruhe im Team geführt.

Im Umfeld des FCG gab es im Laufe der Runde wieder einige Veränderungen. Die Sportliche Leitung trat zurück, im Vorstand gab es Veränderungen. Inwiefern kann das auch Wirkung auf die Mannschaft haben?

Weißenfels: Es wäre eine schlechte Entschuldigung für das Team, wenn die personellen Entwicklungen innerhalb des Vorstandes negative Auswirkungen auf den Spielbetrieb gehabt hätten.

Sie hören nach der Partie am Sonntag als Trainer aus gesundheitlichen Gründen auf. Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?

Weißenfels: Ziemlich schwer. Nach Rücksprache mit meinen Ärzten sowie meiner Familie habe ich mich vor mehreren Wochen zu diesem Schritt entschieden und mich mental darauf einstellen können. Ich werde nun mehr Zeit für mich haben und diese auch intensiv nutzen. Sicher wird es mich auch künftig auf die heimische Sportplätze ziehen, wenn es meine Gesundheit zulässt.

Wie fällt Ihr Fazit nach zwei Jahren FC Gambach aus?

Weißenfels: Es war eine schöne Zeit.Ich habe mich in Gambach sehr wohl gefühlt. Ich ziehe den Hut vor der Arbeit des Vorstandes - hier ganz besonders vor dem ersten Vorsitzenden Jürgen Grossmann. Er hatte immer ein Ohr für die Belange der Mannschaft und von mir. Aber auch die zwischenzeitlich ausgeschiedene Sportliche Leitung mit Dirk Peter und Jörg Sannert hat ihren Beitrag zum Wohlfühlen geleistet und mich stets unterstützt. Ich bin stolz, einer der Mitstreiter gewesen zu sein, die einen Neuanfang gewagt und erfolgreich umgesetzt haben.

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