25. Oktober 2021, 19:27 Uhr

Eishockey

Kassel Huskies: Wie der Vorjahres-Finalist mit der Roten Laterne umgeht

Die Rote Laterne der Deutschen Eishockey-Liga 2 leuchtet in Kassel. Die Huskies müssen mit einer bislang unbekannten Rolle umgehen.
25. Oktober 2021, 19:27 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Trainer Tim Kehler von den Kassel Huskies hat im Augenblick viel zu notieren. Noch erhält der Kanadier Rückendeckung von Manager Joe Gibbs. FOTO: CHUC

Es sollte der Befreiungsschlag werden. Was bei der 0:3-Niederlage im Kellerduell gegen die Bayreuth Tigers am Freitag folgte, war jedoch ein Offenbarungseid der Kassel Huskies. Ein Auftritt, bei dem die Gastgeber in allen Belangen ungenügend auftraten. Am Ende gab es Pfiffe und Schmähgesänge von den eigenen Fans. Das lautstarke »Wir haben die Schnauze voll«, dürfte nachgehallt haben in den Köpfen von Spielern und Verantwortlichen des DEL2-Finalisten der Vorsaison.

Geschäftsführer Joe Gibbs zeigte am Wochenende Verständnis für die Fans, übte gleichzeitig harte Kritik am Auftritt der Mannschaft: »Die Fans haben absolut recht. Du kannst verlieren, aber nicht so. Der Einsatz und der Kampfgeist müssen stimmen. Wir haben 70 Prozent der Spieler aus dem Vorjahr gehalten. Aber mit nur 70 Prozent Einsatz geht es nicht«, sagt er. Der Klub sei immer, auch jetzt, auf der Suche nach Verstärkungen für den Kader.

Und der Trainer? Gibbs stellt sich hinter Tim Kehler: »Er hat da auf keinen Fall allein Schuld. Die Spieler vertrauen ihm.« Ganz uneingeschränkt ist der Rückhalt für den Coach aber nicht. »Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sagen muss: Es geht nicht mehr. Bei uns ist dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen.«

Deutliche Worte fand auch Joel Keussen, der einst für den EC Bad Nauheim verteidigt hatte. »Es ist verständlich, dass die Leute sauer sind. Es tut weh, wenn es nicht läuft«, sagte der Verteidiger nach dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz war. Und über die Dinge, die man sich vorgenommen habe: »Zu sagen, es sei wenig dabei herumgekommen, ist untertrieben. Es ist gar nichts dabei rumgekommen.«

Offensiv zu harmlos, defensiv nicht stabil - die Huskies stecken in einer Krise, wie sie lange nicht da war. Sind es auch Nachwirkungen des verpassten Aufstiegs, die da spürbar sind? Gerade die Führungsspieler der lange so erfolgreichen Saison schwächeln derzeit gewaltig. Das fängt bei Troy Rutkowski an und hört bei Corey Trivino auf. Gibbs sagt aber auch da: »Wir haben es verpasst. Das schmerzt. Aber das muss jetzt vorbei sein, das kann und darf nicht mehr in den Köpfen sein.«

Dass die Huskies mit elf Toren in sieben Spielen viel zu ungefährlich sind, sei laut Keussen ein »Sinnbild unserer schlechten Leistung.« Auch Trainer Tim Kehler sagte: »Null, ein oder zwei Tore pro Spiel sind nunmal nicht genug.«

Dem Kanadier fehlten bei der Pressekonferenz nach dem Bayreuth-Spiel ein wenig die Worte: »Es gibt nicht viel zu sagen. Wir haben Lust, wir haben die Zweikämpfe gut geführt, aber wir haben kein gutes Ergebnis.« Die Antwort auf die Frage, was besser laufen müsse, »ist einfach, aber die Umsetzung ist es nicht. Wir müssen mehr arbeiten und zusammenfinden.«

Der für die Huskies spielfreie Sonntag wurde mit gemischten Gefühlen gesehen. »Das ist gut für uns, wir brauchen die Zeit für eine Neugruppierung«, sagte Kehler. »Als Sportler ist das Schöne, dass man es schnell besser machen kann. In unserer Situation hätte ich lieber direkt wieder gespielt«, sagte Keussen. Der 30-Jährige sieht inzwischen auch mentale Auswirkungen des Negativlaufs: »Vor zwei Wochen hätte ich das verneint. Mittlerweile ist es aber in den Köpfen, der Druck ist da. Das kann man nicht wegwischen.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos