18. Oktober 2021, 07:00 Uhr

Sportpolitik

Kontinuität im Sportkreis Wetterau

Der Sportkreis Wetterau steht vor Herausforderungen. Jörg K. Wulf und sein Vorstand-Team wurden erneut gewählt, um sich diesen Aufgaben zu stellen.
18. Oktober 2021, 07:00 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Der Vorstand des Sportkreis Wetter mit dem Vorsitzenden Jörg K. Wulf (hintere Reihe, Mitte).

Jörg K. Wulf wird dem Sportkreis Wetterau auch in den kommenden drei Jahren vorstehen. Am Donnerstagabend wurde der 76-Jährige, seit 2013 im Amt, beim 18. Sportkreistag wiedergewählt. 42 Vereine - damit aber nicht mal ein Zehntel der sporttreibenden Klubs im Landkreis - hatten im Bürgerzentrum Karben abgestimmt. Wulf, wie seine Vorstandskollegen ohne Gegenkandidat angetreten, wurde einstimmig gewählt. »Ich gelobe, den Sportkreis in der Weise zu führen, wie ich das auch bisher getan habe«, versprach der Karbener.

Die Corona-Pandemie hat die Vereine in den vergangenen eineinhalb Jahren vor große Herausforderungen gestellt. »Zugleich wurden aber auch Chancen erkannt, wurden Angebote verändert«, sagt Prof. Heinz Zielinski, der als Vize-Präsident des Landessportbundes Hessen ein Grußwort sprach. Man müsse noch aktiver sein, um junge Menschen für’s Ehrenamt zu gewinnen, den nicht-organsierten Sport einbeziehen - er nannte E-Sport als Beispiel - und müsse Gesundheitssport vorantreiben. Zudem müsse Sportförderung eine Pflichtaufgabe der Politik sein, umriss Zielinski grob die Themenfelder, mit denen sich die Verbände aktuell beschäftigen. »Unser Paket ist durch die Pandemie schwerer geworden.«

Ulrich Manthei, der Vorsitzende des Beirats der hessischen Sportkreises (23 an der Zahl; Anm. d. Red), ermunterte in seinem Beitrag, »zu kämpfen, dass uns nicht keine komplette Generation verloren geht«. Rund 70 000 Mitglieder habe der LsbH durch die Pandemie verloren. Der Sportkreis Wetterau bewegt sich hier im hessischen Schnitt.

Guido Rahn, der Bürgermeister der Stadt Karben, wies auf den Spagat der Kommunen hin. Man stehe »im Konflikt zwischen den Pflichtaufgaben, die uns von Land und Bund an die Städte übertragen werden und der Förderung des Sports«.

Jörg K. Wulf skizzierte in seinem Bericht die Tätigkeiten der Servicestelle in Echzell. Die Vereinsberatung nehme einen breiten Raum ein, Fragen nach Fördermitteln, Sportstätten-Entwicklung, Sportabzeichen, Integration und Inklusion. Er rief zugleich auf, Anträge zur Sportprojektförderung zu stellen. So seien nur 18 000 der 50 000 Euro, die der Landkreis zur Verfügung stelle, abgerufen worden. »Das Geld ist also da.« Zugleich warb Wulf um Integration. »Sport verbindet uns, egal, welche Hautfarbe und welche Herkunft.« Seine Botschaft: »Stehen sie für diese Werte ein, damit eine Destabilisierung der Gesellschaft keine Chance hat!«

Positive Nachrichten hatte im Anschluss Frank Dehnke zu verkünden. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberhessen sprach bei Jahresumsätzen von rund 180 000 Euro von einem erwirtschaftetes Plus von rund 6300 Euro, was ein neues Gesamt-Guthaben von 26 700 Euo ergebe. Mit einem blauen Auge sei man durch die Pandemie gekommen. »Das Guthaben ist aber ausbaufähig. Ein Polster sieht anders aus«, sagt Dehnke.

Verabschiedet wurde - nach 15-jähriger Vorstandstätigkeit - Sorin Onetiu. Als Nachfolgerin wurde seine Lebensfährtin Julia Tauber gewählt.

Der Vorstand auf einen Blick: Jörg K. Wulf (Vorsitzender), Stefanie Buske (stellvertretende Vorsitzende), Frank Dehnke (Finanzen), Mark Kannieß (Öffentlichkeitsarbeit), Tanja Rauch (Gesundheits- und Seniorensport), Servet Yildrim (Integration); Thomas Golla (Sportwart), Daniel Schwarz (Schule und Verein), Julia Tauber (Bildung), Florian Wagner (Jugend).

Jörg K. Wulf, Sie stehen dem Sportkreis seit 2013 vor. Was konnten Sie mit Ihrem Team in den vergangenen acht Jahren bewegen?

»Der Kontakt zu den politischen Gremien steht auf einer stabilen und verlässlichen Basis. Ob in der Vergangenheit mit Joachim Arnold oder nun mit Landrat Jan Weckler: Wir kommunizieren auf Augenhöhe. Zudem haben wir eine Konstanz auf den Positionen im Vorstand, stehen für Beständigkeit sowie fach- und charakerliche Kompetenz.«

Die Delegierten beim Sportkreistag stammen überwiegend aus Vereinen mit Turn- und Leichtathletik-Abteilungen. Warum beispielswese zeigen zeigen die Fußball-Klubs kein Interesse?

»Ja, daran hat sich in den vergangenen Jahren leider wenig geändert. Das Verhältnis auf Funktionärsebene zu den Kreisfußballwarten ist sehr gut, da funktioniert der Austausch. Auch haben die Fußball-Klubs im Kern die gleichen Frage- und Aufgabenstellungen im Bereich Fördermittel, Finanzen, Steuern. Mit unseren Hilfsangeboten von LsbH oder auch dem Deutschen Olympischen Sportbund richten wir uns grundsätzlich an alle Sportvereine im Kreis. Aber richtig; Die Turnabteilungen sind bei uns dominant.«

Welche Aufgaben stehen für die kommende Amtsperiode im Fokus?

»Wir sollten offen sein für Neues, beispielsweise für nicht-organisierten Sport im öffentlichen Raum. Wie bekommen wir Zugriff, eine Anbindung zu diesen Leuten? Wie können wir sie mit einem Verein in Verbindung bringen, der ihnen ein breites Angebot macht? Wie können wir sie als Mitglieder gewinnen. Das ist sicher eine Herausforderung.«



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