02. März 2022, 22:17 Uhr

Eishockey

Last-Minute-Transfer beim EC Bad Nauheim

Der EC Bad Nauheim hat den Kanadier Joel Messner nachverpflichtet und ist am Donnerstag in Weißwasser zu Gast. Ausgerechnet die Füchse verschafften dem EC vorzeitig das Playoff-Ticket.
02. März 2022, 22:17 Uhr
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Von Christoph Sommerfeld
Joel Messner (hier noch im Trikot des HC Innsbruck) verteidigt ab sofort für den EC Bad Nauheim. FOTO: IMAGO

Mit einem Last-Minute-Transfer hat sich der EC Bad Nauheim kurz vor dem Hauptrundenende in der DEL 2 noch einen fünften Ausländer gesichert und geht mit breiter Brust in die beiden letzten Partien vor der Postseason. Obendrein gab’s am Dienstag im Colonel-Knight-Stadion in einer der besten Begegnungen dieser Eishockey-Spielzeit einen 5:3-Erfolg über den direkten Konkurrenten aus Crimmitschau zu bestaunen. Platz sechs ist der Truppe von Trainer Harry Lange nicht mehr zu nehmen. Nun kommt es darauf an, das Heimrecht im Viertelfinale zu behalten. Vor dem Hauptrunden-Kehraus am Samstag gegen Freiburg sind die Roten Teufel am Donnerstag (19.30 Uhr) bei den Lausitzer Füchsen zu Gast.

Genugtuung - Wer in diesen Tagen den Entertainment-Faktor der ausbleibenden Faschingsveranstaltungen vermisst, der war am Dienstag im Kurpark gut aufgehoben. Nicht nur, weil Star-Comedian Oliver Pocher zur Stippvisite vorbeischaute, sondern vor allem aufgrund des beherzten Einsatzes von Langes spielendem Personal. Fehlerfrei war freilich nicht alles, wie die Scheibenverluste von Huba Sekesi und Eric Stephan zeigten, aber die Mannschaft wollte mit aller Macht diesen »Dreier« gegen die Eispiraten. Verteidiger Kevin Schmidt überzeugte mit zwei Scorerpunkten. Der Trainer lobte überdies Mick Köhler und Fabian Herrmann. Und ein wenig dürfte es auch die Vorgeschichte gewesen sein, die die Wetterauer zu dieser Leistungsexplosion getrieben hat. »Wir haben das in der Kabine angesprochen, dass Crimmitschau fast vollzählig aus der Quarantäne gekommen ist. Möglicherweise hat das Kräfte freigesetzt«, erklärte Harry Lange in der Rückschau.

Neuer Kanadier - Am späten Dienstagabend - kurz vor Transferschluss - meldete der EC Vollzug in Sachen Nachverpflichtung. Am Ende wurde es der kanadische Verteidiger Joel Messner. Der 27-Jährige (1,88 m; 94 kg) wechselte vom HC Innsbruck in die Wetterau und ist sofort spielberechtigt. »Wir haben nicht nur nach Verteidigern, sondern grundsätzlich nach neuen Spielern geschaut, die uns weiterhelfen. Er ist Rechtsschütze und gibt uns auch im Powerplay mehr Möglichkeiten«, ließ Lange durchblicken. Ob Messner schon heute ran darf, bleibt abzuwarten.

Schwindelgefühle - Neben Philipp Wachter, für den die Saison nach einer Schulter-OP beendet ist, muss der EC derzeit auch auf Patrick Seifert verzichten, dessen Schnelltest am Dienstag positiv war. Insofern erscheint ein Abwehrspieler als Zugang einleuchtend. Bei Christoph Körner, der zuletzt über Schwindelgefühle klagte, wartet man ab. Mit nach Weißwasser kommt er nicht. Das Comeback von Andreas Pauli ist laut Lange für die Playoffs angedacht.

Rechenschieber - Da mögliche tabellarische Konstellationen mit der Quotientenregel ungleich schwerer zu bewerten sind als mit der herkömmlichen Zählweise, dürfte man in der Liga derzeit fleißig den Rechenschieber bemühen. Fakt ist: Bad Nauheim kann nicht mehr hinter Rang sechs zurückfallen und spielt ab 16. März Playoffs. Platz vier haben die Roten Teufel aber nicht in der eigenen Hand. Selbst bei zwei EC-Erfolgen würde Kassel noch an den Wetterauern vorbeiziehen, wenn die Huskies ihrerseits die verbleibenden drei Begegnungen gewinnen.

Im Fuchsbau - Wenngleich die Füchse dem EC mit dem Sieg in Heilbronn Schützenhilfe leisteten, müssen sich die Teufel von solchen Gedanken befreien. Bei Weißwasser kehrten am Dienstag Richie Mueller, Toni Ritter und Daniel Visner ins Line-Up zurück. Mit den nachverpflichteten Ramón Schnetzer und Adrian Grygiel sowie drei lizensierten Eisbären-Junioren sind die Möglichkeiten noch mal größer geworden.



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