25. Februar 2016, 20:03 Uhr

Marc Tortell Deutscher Meister

(-/mw) Was für ein Coup von Marc Tortell bei den Deutschen Meisterschaften der U20-Leichtathleten in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle! Der 18-jährige Mittelstreckler vom TV Rendel holte sich sensationell den Titel über die 3000 Meter – die gar nicht seine Paradedisziplin sind. Tortell profitierte vom langsamen Renntempo zu Beginn und setzte dann seine starke Grundschnelligkeit ein, um sich auf den letzten Metern durchzusetzen.
25. Februar 2016, 20:03 Uhr
Marc Tortell läuft triumphierend ins Ziel ein.

Es war sein erster nationaler Titel. Seine Trainingskameraden Joshua Becker (3000 m) und Gina Schürg (1500 m) kamen jeweils auf Rang elf, wobei Schürg nach Bestzeit und Vorlaufsieg im Finale etwas die Körner fehlten. Weniger erfolgreich waren die Athleten anderer Vereine, wobei dies zu erwarten war. Für die Staffeln der LG Ovag Friedberg-Fauerbach war ebenso in den Vorläufen Schluss wie für die Einzelstarter Abike Tabel (LG), Tobias Trupp und Michelle Macker (beide TV Assenheim).

Die drei Erstplatzierten des vergangenen Jahres über 3000 m waren in die Erwachsenen-Altersklasse aufgestiegen, und mit Levi Thomet und Lukas Abele mussten zwei vermeintliche Hauptkonkurrenten von Marc Tortell im Vorfeld der Meisterschaften passen. Tortell wurde plötzlich als Top-Favorit gehandelt, hatte er in diesem Winter doch bislang die beste Zeit aller Konkurrenten abgeliefert. Und doch: In einem Läuferfeld mit Lukas Eisele (LG Filder), dem starken Hindernisläufer Lennart Mesecke (LG Nord Berlin) und einer ganzen Reihe anderer Hochbegabter aus dem ganzen Bundesgebiet hingen die Trauben sehr hoch.

Der Rennverlauf mit Bummeltempo auf den ersten von 15 Hallenrunden kam indessen dem Rendeler sehr entgegen. Tortell konnte das Rennen langsam angehen und im Windschatten seine Kräfte schonen. Erst im letzten Renndrittel ging dann die Post ab, es sollten extrem schnelle 1000 m in 2:38 Min. werden und ein Tempowechsel, der einige Opfer forderte sowie eine Führungsgruppe von sechs Läufern entstehen ließ, unter ihnen Lukas Eisele, Lennart Mesecke – und Marc Tortell. Erst 350 m vor Schluss ging dieser selbst an die Spitze und prüfte die Tempohärte der Kollegen, die sich nun wie eine Perlenkette auseinanderziehen lassen mussten: Der TVR-Athlet ließ auf diesen letzten Metern keinen Zweifel mehr daran aufkommen, wer das Heft in der Hand hatte. Der Klein-Karbener siegte am Ende in 8:40,66 Min. vor dem Überraschungszweiten Marcus Müller (LAC Erfurt) und Lukas Eisele. »Da ich von allen Läufern mit 1:53 Minuten die schnellste 800-m-Zeit habe, kam mir der langsame Rennverlauf sehr entgegen. Als es auf die Zielgerade ging, war ich mir meiner Sache aber noch nicht sicher. Daher habe ich bis zum letzten Meter voll durchgezogen«, sagte Tortell bei »leichtathletik.de«. Für den HLV bedeutete der TVR-Triumph über 3000 m den einzigen Titel des Wochenendes.

Zwei weitere starke Rendeler Läufer kamen am Wochenende zum Einsatz: Im selben Lauf wie Tortell sicherte sich der zwei Jahre jüngere und in die U20 hochgemeldete Joshua Becker den elften Platz in 9:07,24 Min. Eine Zeit, die aufgrund des geringen Tempos auf den ersten Runden wie eine Bestzeit einzuschätzen ist. Die ebenfalls hochgemeldete 16-jährige Gina-Marielle Schürg hatte im 1500-m-Lauf der weiblichen Jugend U20 am Vortag die Tortur der Qualifikation zu überstehen. Ihr Ziel war, in diesem Vorlauf Bestzeit zu laufen, um so einen der begehrten zwölf Endlaufplätze zu erhaschen. Das erledigte die Bad Nauheimerin und Wahl-Rendelerin mit Bravour: In überragender Bestzeit von 4:40,11 Min. gewann sie sogar ihren Vorlauf, setzte sich dabei gegen vermeintlich stärkere Läuferinnen durch und zog als Vorlauf-Siebte ins Finale am Sonntag ein.

Dort bemühte sich Schürg nach Kräften, den Anschluss an ein von Liane Weidner (SCC Berlin) angeführtes Feld zu halten – mit dem schnellen Vorlauf in den Beinen am Ende ein unmögliches Unterfangen für die Neu-Rendelerin. Sie brachte es zwar zunächst, noch auf Platz drei liegend, auf eine sportliche 800-m-Durchgangszeit von 2:27 Min., musste dann aber dem hohen Tempo Tribut zollen und hinter ihr liegende Läuferinnen ziehen lassen. In 4:44,86 Min. kam sie schließlich als Elfte ins Ziel – aber noch immer über zwei Sekunden unter ihrer alten Bestzeit.

LG-Staffel auf Rang 15

Keine Chancen auf die Endläufe hatten die Starter der LG Ovag Friedberg-Fauerbach. Abike Tabel stand auf der engen Bahn eins über 200 m vor einer Herkulesaufgabe. 26,12 Sekunden waren solide. Die Staffel mit Tabel, Anna Hülsmann, Milena Garhamer und Selina Weber kam über 4x 200 m in Bestzeit von 1:44,45 Min. auf Rang 15. David Michel, Manuel Christof, Robin Flach und Clint Dotzert kämpften sich vom letzten Platz in der Meldeliste über 4x 200 m trotz ausbaufähiger Wechsel auf Rang 25 in 1:34,25 Min. vor.

Michelle Macker und Tobias Trupp vom TV Assenheim blieben unterdessen über 60 m jeweils unter ihren Möglichkeiten. Macker, ansonsten immer sicher unter acht Sekunden, kam im Vorlauf nur auf 8,02 Sekunden und verpasste den Zwischenlauf deutlich. Trainer Andreas Ulbrich sagte: »Sie hat am Sonntagabend allerdings mit Fieber flachgelegen. Vielleicht hatte sich schon was angedeutet.« Knapper war es bei Tobias Trupp, der dafür 7,14 Sekunden gebraucht hätte – bei einer Bestzeit von 7,09 Sekunden möglich. Doch nach einem schwachen Start war der Zug bereits früh abgefahren. 7,21 Sekunden reichten nicht. »Tobias war über sich selbst wohl am meisten enttäuscht«, gab Ulbrich zu Protokoll.

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