18. August 2021, 16:03 Uhr

Ironman Frankfurt

Oliver Heil hat den »perfekten Tag erwischt«

Oliver Heil vom Triathlon Wetterau bewältigt den Ironman Frankfurt in sehr starken 9:23 Stunden und wird Sechster seiner Altersklasse. Weitere Wetterauer bleiben unter zehn Stunden.
18. August 2021, 16:03 Uhr
Angefeuert von seinem Sohn Emil hat Oliver Heil am »längsten Tag des Jahres« einen Sahnetag erwischt. FOTO: PM

Der schnellste Wetterauer Triathlet des Ironman Frankfurt kommt in diesem Jahr aus Bad Nauheim: Oliver Heil vom Triathlon Wetterau arbeitete sich bei der EM auf Platz sechs in der Altersklasse 40 vor (Gesamt-61.). M50-Starter Karsten Kannenberg (Fun-Ball Dortelweil) beendete die Tortur über 3,8 Kilometer Schwimmen, 184 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen gar auf Platz vier - (Gesamt-126.). Für beide lief es traumhaft.

»Ich musste 41 werden, um den perfekten Tag zu erwischen«, jubelte Oliver Heil glücklich im Ziel. Von Anfang bis Ende habe es nur Spaß gemacht. In jeder Disziplin sei es super gelaufen. »Als mir mein Trainer nach einer Radrunde zurief, ich sei Neunter in der M40, konnte ich es kaum fassen. Zudem habe ich eine Radzeit unter fünf Stunden geschafft. Beim Schieben in die Wechselzone am Main standen kaum Räder drin, das war ein Wahnsinnsgefühl!«

Heil ging als Sechster seiner Altersklasse auf den Vier-Runden-Laufkurs am Main und lief konstant mit einer Geschwindigkeit von 4:30 bis 4:40 Minuten per Kilometer den Marathon (3:18 Stunden). Sohn Emil, Tochter Anni und Frau Tine fieberten die ganze Zeit mit. Emil hatte sogar ein Tattoo mit der Startnummer des Papas auf dem Arm. Die Zeit im Ziel: 9:23:16 und der direkte Slot für die Weltmeisterschaften »Ob ich meinen Startplatz für die WM auf Hawaii annehme, weiß ich noch nicht genau«, so Heil. Die Slotvergabe erfolgt in diesem Jahr online, zudem gibt es ein Einreiseverbot für Nicht-Profisportler in die USA. Zudem ist unklar, ob das für den am 9. Oktober geplante Rennen überhaupt stattfindet. Die Corona-Zahlen schnellen derzeit auf der Pazifik-Insel rasant in die Höhe.

Anders sieht es bei Karsten Kannenberg aus. Der 51-jährige Projektmanager wird auf jeden Fall den Slot annehmen. »Ich denke, wenn es dieses Jahr nicht klappt, wird der Veranstalter ›Ironman‹ schon eine Möglichkeit finden, dass wir unseren Startplatz für die WM in einem anderen Jahr wahrnehmen können.« Zur Not will der Bad Vilbeler mit zweiwöchigem Aufenthalt in Mexiko unmittelbar vor dem Rennen das Einreiseverbot umgehen. »Ich habe lange auf die Qualifikation hingearbeitet, bin schon mehrmals gestartet und es hat noch nie geklappt.« Auch für ihn lief es sagenhaft, in allen drei Disziplinen realisierte er Bestzeiten. Nach 9:45:33 lief er den roten Teppich am Römerberg hinauf. »Ich hatte keine muskulären Probleme, weder beim Radfahren noch beim Laufen«, sagt der Abteilungsleiter der Dortelweiler Triathleten. »Auf der letzten halben Runde, also ab Kilometer 37 etwa, ging es nicht mehr ganz so gut. Aber da war es auch egal, wenn man das Ziel schon riechen kann.« Seine kontinuierliche Renneinteilung ging auf: »Den Marathon bin ich im Negativ-split gelaufen, die zweite Hälfte mit 1:43 sogar zwei Minuten schneller als die erste.«

Henrik Apel (Bad Nauheim) finishte als Neunter der M40 in 9:27:12 Stunden. »Ich bin sehr zufrieden, ich habe mich an einem schwierigen Tag bestmöglich durchgebissen. Gerade mental wohl mein bestes Rennen bisher«, sagte der zweifache Hawaii-Starter hinterher.

Einer, der auch sehr zufrieden war und mit Bestzeit finishte: Felix Girg vom Triathlon Wetterau. »Mir ging es bei Laufkilometer 20 sehr schlecht, und ich musste kurz gehen«, sagt der Butzbacher Orthopäde. »Da kam dann schnell der Gedanke ans Aufhören.« Schließlich hatte der 45-Jährige 2018 die Hawaii-Quali in Frankfurt geschafft und sich am 13. Oktober 2018 seinen persönlichen Triathlontraum erfüllt: den WM-Start auf Big Island. Er überwand die Krise beim Laufen und finishte nach 9:49:09 Stunden. »Ich bin absolut zufrieden und hätte nicht geglaubt, dass ich so eine Zeit schaffen würde«, freute sich der dreifache Vater. Auf Hawaii will er aber dieses Jahr auf gar keinen Fall starten, selbst wenn er noch einen Slot als Nachrücker bekommen würde. »Das passt nicht, wenn fahre ich nur mit meiner Familie«, so Girg.

Zwei weitere Fun-Ball Starter blieben ebenfalls unter der 10-Stunde-Mauer: Amadeo Fania (9:55:15) und Marcus Offenhuber (9:56:09).

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