14. April 2021, 07:00 Uhr

Shootingstars und Enttäuschungen

14. April 2021, 07:00 Uhr
Huba Sekesi hat nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Marc El-Sayed die Kapitänsrolle übernommen. Die Roten Teufel möchten mit dem Allrounder verlängern. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim


Mit jeder Vertragsunterzeichnung sind Erwartungen verbunden. Manche werden erfüllt, andere enttäuscht. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat in der Hauptrunde der Saison 2020/21 insgesamt 36 Namen auf den Spielberichtsbögen aufgeführt; darunter zahlreiche Förderlizenzspieler von Kooperationspartner Kölner Haie. In unserer zweiteiligen Einzelkritik nehmen wir die Roten Teufel und ihre Leistungen in der Spielzeit unter die Lupe - heute die Torhüter und Verteidiger.

Torhüter / Felix Bick: Hinter einer löchrigen Defensive ungewohnt schwankend in seinen Leistungen. Ist aber die klare Nummer eins und einer der besten Torhüter der Liga. Er kann sein Team über eine schwächere Phase hinweg immer im Spiel halten. Hat bereits ein Angebot vorliegen.

Philipp Maurer: Einen zweiten »Fall Bastian Kucis« (Nummer zwei mit sehr wenig Eiszeit) hatte es eigentlich nicht geben sollen. Doch kam auch dieser Förderlizenzkeeper nicht über sporadische Einsätze hinaus, kam nicht einmal auf die 300 Spielminuten, die gefordert sind, um in den Playoffs spielen zu können. Er zeigte in seinem ersten Profijahr aber, dass er DEL 2-Potenzial hat. Ihn wird man wohl wiedersehen.

Nicholas Moll: Der U2 0-Keeper aus dem eigenen Nachwuchs ist im Trainings- und Spielbetrieb eingesprungen, als er gebraucht wurde. Eine ähnliche Konstellation ist sicher auch in der kommenden Saison denkbar.

Verteidiger / Tomas Schmidt: Er wurde Vater, infizierte sich später mit dem Corona-Virus, was ihn sicherlich vom Sport ein wenig abgelenkt hat. Spielerische Ansätze hat er sicherlich gezeigt, aber der Abwehr nicht die Stabilität gegeben, die man von einem deutschen Nummer-eins-Verteidiger erwartet hatte. Ist aber dennoch sicher ein Kandidat für das nächste Jahr.

Aaron Reinig: Er hat nach einer Jahr verletzungsbedingter Auszeit seine zweite Chance in Bad Nauheim bekommen, sich reingehängt und nie aufgegeben und war sogar erfolgreichster Torjäger unter den Abwehrspielern. Dennoch: Reinig spielte ohne Selbstvertrauen, leistete sich zu viele Fehler und konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Er wird kein Angebot erhalten.

Mark Richardson: Für seine Position als einziger Kontingent-Verteidiger fehlten ihm die Präsenz, die Offensiv-Akzente und die Torgefahr. Defensiv zeigte er über weite Phase das, was man von ihm erwartet hatte, aber irgendwann fehlte die Beständigkeit im Spiel. Er kehrt nach Großbritannien zurück.

Huba Sekesi: Im zweiten Jahr als Verteidiger spielte er eine starke Vorbereitung, verletzte sich aber und hatte Startschwierigkeiten beim Comeback. Er führte die Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte als Kapitän, stabilisierte sich, ist variabel einsetzbar und versucht, neue Spielsituationen zu kreieren. Sekesi soll gehalten werden.

Maximilian Glötzl: Der inzwischen 19-Jährige spielte zu Saisonbeginn stark auf, setzte auch zunehmend seinen Körper ein. Gegen Ende fehlte ihm etwas die Konstanz. Muss an seinen individuellen Leichtsinnsfehlern arbeiten. Er darf gerne wiederkommen.

Daniel Ketter: Der »Dino« der Roten Teufel. Zum Abschluss seiner Profi-Laufbahn zeigte er das, was man von ihm erwarten konnte: Beständigkeit, Zweikampfhärte, Leidenschaft. Er schonte sich nie. Aufgrund der dünnen Spielerdecke wirkte er zeitweise aber überspielt. Ketter hat sich inzwischen entschieden, seine Laufbahn zu beenden.

Mike Card: Er kehrte als Aushilfe zurück, als er dringend gebraucht wurde, hatte unter Trainer Hannu Järvenpää allerdings nicht die Rolle, um sich unersetzlich machen zu können und entschied sich, ein Angebot von Ligakonkurrent Ravensburg anzunehmen.

Simon Gnyp: Im Jahrgang 2001 zählt er zu den interessantesten Talenten. Er spielte eine ordentliche U 20-WM, konnte im DEL2-Spielbetrieb aber nicht den klaren nächsten Schritt machen. Bekommt aktuell seine Chance in Köln, zeigt dort ordentliche Leistungen. Eine Rückkehr ist vom Kooperationspartner abhängig

Jan Luca Sennhenn: Die Entdeckung der Saison. Er war in Bad Nauheim fast eingeplant, schaffte aber den Sprung in die DEL. Sennhenn hat läuferische Klasse, spielt für sein Alter sehr abgeklärt. Ihn wird man wohl nicht mehr in Bad Nauheim sehen.

Sandro Mayr: 2003er-Jahrgang. Er hat seine DEL 2-Chance früher als erwartet bekommen und gute Ansätze gezeigt. Er darf gerne wiederkommen.

Leo Hafenrichter: Jahrgang 2004. Er ist wie Mayer noch Schüler, konnte in Bad Nauheim reinschnuppern und wird sicher fest im U 20-Team von Köln spielen. Darf gerne wiederkommen.

Leonhard Korus: Noch ein junger Spieler aus dem Kölner Pool. Er kann noch eine Saison in der U 20 spielen, strebt parallel ein Studium an. Kann aber dennoch ein Thema in Bad Nauheim werden.

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