01. März 2022, 10:00 Uhr

Fußball

Türk Gücü Friedberg und FV Bad Vilbel arbeiten an Physis und Positionsspiel

Am Samstag starten die heimischen Fußball-Hessenligisten Türk Gücü Friedberg und Bad Vilbel in die Abstiegsrunde. Wir blicken auf Vorbereitung, Testspiele und Transfers.
01. März 2022, 10:00 Uhr
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Von Christoph Sommerfeld
Den berühmten Schritt schneller wollen Domagoj Filipovic (rechts) und seine Mitspieler vom FV Bad Vilbel in der Abstiegsrunde der Hessenliga sein. FOTO: JAUX

Die Hessenligisten aus dem Fußballkreis Friedberg beginnen am kommenden Wochenende ihre Mission Klassenerhalt, die nach dem angekündigten Rückzug des SC Hessen Dreieich zum Saisonende ein bisschen einfacher geworden ist. Der SCH steht dann als erster Absteiger fest, der FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg müssen in den Playdowns also »nur« noch fünf weitere Vereine hinter sich lassen.

Die Vilbeler legen am Samstag (15 Uhr) beim Hünfelder SV los. Das Team von Trainer Amir Mustafic beginnt die Abstiegsrunde als Fünftplatzierter und bringt aus der Vorrunden-Gruppe B 15 Zähler mit. Mit der Vorbereitung ist der langjährige FV-Coach recht zufrieden. »Einige haben sie genutzt, andere nicht.« Ziel der letzten Wochen war es, neben der obligatorischen Arbeit an der Physis auch eingespielter zu werden. Die Vilbeler stellen mit 22,3 Jahren im Schnitt einen der jüngsten Kader der Liga. Da fehlt es mitunter noch an der richtigen Abstimmung. Um dem entgegenzuwirken, schickte Mustafic seine Jungs zu fünf Testspielen aufs Feld. Nur beim Gruppenligisten SF Friedrichsdorf reichte es zu einem Sieg (4:0).

Leichte Sorgen bereiten dem Coach einige Verletzte. Kapitän Thorben Knauer und Adnan Alik hatten sich in der Winterpause operieren lassen. Während Alik schon in den Kader zurückgekehrt ist, wird der Spielführer noch eine Weile fehlen. Das gleiche gilt für Maximilian Böger, der sich von einer Blessur erholt. In Sachen Corona blieb es über den Winter dagegen verhältnismäßig ruhig. »Alex Bauscher hat uns nach einem Positivtest zwei bis drei Wochen gefehlt. Aber das sind Einzelfälle. Die haben die anderen auch. Da will ich nicht jammern«, erklärte Mustafic.

Am Transfermarkt tat sich nicht viel. Mit Rodrigo Tiago und Rayan Bouembe gab man zwei Akteure ab, die verletzungsbedingt nicht oft zum Einsatz kamen. Dominik Budic (vorher vereinslos) und Santiago Babovic (vom 1. FC Erlensee U19) ersetzen dieses Duo zumindest quantitativ gleichwertig.

Das vorhandene Personal muss reichen, um mindestens Platz sieben zu belegen. Mit den Konkurrenten aus Gruppe B steht man sich nicht mehr im direkten Duell gegenüber. Dafür geht es neben Hünfeld jeweils zweimal gegen Bayern Alzenau, den KSV Baunatal, den Hanauer FC, den SV Steinbach und Buchonia Flieden. Vor allem die Alzenauer, die ohnehin auf Position eins starten und sich im Winter noch mal enorm verstärkt haben, dürften an der Spitze der Abstiegsrunde das Rennen machen. Auch Baunatal gilt als etablierter Hessenligist und kann sich auf erfahrene Akteure verlassen. Umso wichtiger ist es, dass Vilbel in den Partien gegen die direkten Konkurrenten wie beispielsweise Hünfeld von Anfang an konzentriert zu Werke geht.

Türk Gücü arbeitet am Positionsspiel

Anders als die Brunnenstädter hat Türk Gücü Friedberg sein erstes Pflichtspiel für dieses Jahr schon hinter sich. Das Aus im Hessenpokal am Samstag beim FSV Fernwald (1:2) wiegt nicht besonders schwer, muss aber bis zum Wochenende aus den Köpfen raus. »Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war schon ganz gut. In der Vorrunde hatten wir auch viele Partien, die wir für uns entscheiden hätten können, aber dann doch verloren haben«, ließ Türk-Gücü-Coach Carsten Weber wissen. Sein Team (Rang sechs/14 Punkte) wird am Samstag (15 Uhr) beim FC Bayern Alzenau vorstellig und hat damit gleich die wohl schwerste Aufgabe der Playdowns vor sich.

In der siebenwöchigen Vorbereitung setzte der Trainer vor allem fußballerische Schwerpunkte. »Wir haben daran gearbeitet, unser Positionsspiel gegen tiefstehende Gegner zu verbessern und wollen demnächst wieder eine bessere Raumaufteilung praktizieren«, sagt Weber. Dabei machten ihm allerdings einige Corona-Fälle zu schaffen. Zehn Akteure hatten sich über den Winter mit dem Virus infiziert, was Testspiel- und Trainingsbetrieb erheblich beeinflusste. »Es geht dann auch um die Nachwirkungen. Die Jungs machen ja einen Belastungscheck, EKG, großes Blutbild und Ultraschall. Da ist man schnell bei drei bis vier Wochen Ausfallzeit«, macht Weber klar, der am vergangenen Samstag überdies auf zwei verletzte und zwei gesperrte sowie einen privat verhinderten Akteur verzichten musste.

Das Türk-Gücü-Aufgebot hat sich in der Wechselperiode II noch mal leicht verändert. Mit Masih Saighani verstärkte man die Abwehr mit einem erfahrenen Spieler. Vorne soll Kamil Yikilmaz beweisen, dass er auch in der Hessenliga Tore schießen kann. Abgang Shelby Printemps kam zuletzt kaum noch zum Einsatz. Zudem kehrt Julian Scheffler in den Kader zurück. Der Außenverteidiger musste sich noch vor Saisonbeginn an der Hüfte operieren lassen. »Er ist für uns quasi wie ein Neuzugang«, erklärt Weber.

Beim Blick auf die kommenden Gegner weiß der Türk-Gücü-Coach um die Befindlichkeiten der Konkurrenz. »Ich denke, dass sich einige Clubs in der Abstiegsrunde wiederfinden, die vorher andere Ziele hatten. Die Begegnungen werden alle sehr physisch.« Um sich dafür die nötige Härte und den Feinschliff zu holen, bat Weber seine Jungs vor dem Pokalspiel viermal zu Testpartien. Nur in Aschaffenburg gelang ein Erfolg. Allerdings rotierte der Trainer mitunter in der Halbzeit komplett durch, sodass kein Akteur länger als 45 Minuten spielte.



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