27. Februar 2022, 22:30 Uhr

Fußball

Türk Gücü Friedberg verpasst in Fernwald den großen Wurf

Die Offenbacher Kickers kommen nicht in die Wetterau. Im Hessenpokal-Achtelfinale schied Türk Gücü Friedberg beim FSV Fernwald aus und verpasste das Viertelfinale mit dem großen Gegner.
27. Februar 2022, 22:30 Uhr
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Von Peter Froese
Pokal-Aus für Patrick Schorr und Türk Gücü Friedberg. Die Wetterauer haben in Fernwald knapp das Nachsehen. FOTO: FROESE

Der Traum vom großen Spiel gegen die Offenbacher Kickers ist ausgeträumt. Mit einer 1:2 (0:2)-Niederlage beim FSV Fernwald hat sich Türk Gücü Friedberg am Samstag aus dem Fußball-Hessenpokal verabschiedet. Nach dem Coup in Runde drei gegen den SV Wehen Wiesbaden ist das Achtelfinale also Endstation für die Spieler von Trainer Carsten Weber. Der OFC kommt stattdessen im Frühjahr nach Mittelhessen. »Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten unsere Chancen, die Partie zu gewinnen. Ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden«, gab Weber zu Protokoll. FSV-Coach Daniyel Bulut bilanzierte. »Ich bin froh, glücklich und erleichtert. Friedberg war der erwartet schwere Gegner mit einer hohen Qualität. Meine Jungs haben einen brutalen Willen gezeigt und sich den Einzug in die nächste Runde verdient.«

Bei den Wetterauern fehlte mit Julian Scheffler, Aret Demir, Eray Eren, Kwonsu Lee und Alban Lekay ein Quintett. Die Hausherren konnten - bis auf die Ausfälle des erkrankten Louis Goncalves und des angeschlagenen Nicolas Strack - personell aus dem Vollen schöpfen. Von Beginn an setzte Fernwald die Friedberger unter Druck. Ein von der Gästeabwehr unhaltbar für Türk-Gücü-Keeper Felix Koob abgefälschter Freistoß von Erdinc Solak landete zum frühen 1:0 im Kasten (5.). Noah Michel, der von Kevin Kaguah gerade noch gestört werden konnte, und Jan-Philipp Häuser, dessen Kopfball nach dem anschließenden Eckstoß am FSV-Tor vorbeistrich, hatten die ersten Chancen für die Wetterauer (14.). Kurz darauf donnerten Samuel Sesay und Peter Jost im Luftkampf mit den Köpfen zusammen. Während der Gästespieler mit blutüberströmtem Kopf das Feld verlassen musste, konnte der FSV-Abwehrchef die Partie mit einem Kopfverband fortsetzen (18.). Türk Gücü war in der Folge optisch überlegen, allerdings ohne die gut organisierte FSV-Defensive vor ernsthafte Probleme zu stellen. In die Drangphase der Friedberger hinein fiel das 2:0. Wieder war es Ex-Türk-Gücü-Akteur Solak, der traf. Er konnte nach einer Einladung der Gästeabwehr unbedrängt durch die Mitte spazieren und überwand Felix Koop, der noch mit den Händen am Ball war, aus 16 Metern zum zweiten Mal (27.).

Nach einem Foulspiel von Kevin Göbel an Demyan Imek bot sich Michel vom aus Kreidepunkt die große Chance zum Anschlusstreffer. FSV-Schlussmann Mithat Sahin ahnte aber die Ecke und konnte den ohne Wucht geschossenen Strafstoß sicher parieren (35.). Es folgte ein offener Schlagabtausch, bei dem Murad Mahmudov nach Imek-Hereingabe knapp vorbeischoss (37.) und Tim Richter nach einer Grönke-Flanke per Kopfball an Schlussmann Koob scheiterte (45.). Dass viel auf dem Spiel stand, bewies die Rudelbildung nach einem Foul von Johannes Hofmann an Daniel Henrich (45.+2). Der Spielführer der Gäste verpasste kurz darauf eine scharfe Hereingabe von Häuser knapp (45.+3), sodass es mit der Zwei-Tore-Führung des FSV in die Kabinen ging.

Anschlusstreffer durch Imek

Nach dem Wechsel musste Samuel Sasay Murad Mahmudov ziehen lassen. Dessen Schuss konnte Sahin zwar parieren, doch gegen den Nachschuss von Imek zum 1:2 war der FSV-Keeper machtlos (49.). Mitte der zweiten Halbzeit ging Weber mehr Risiko, doch Michel scheiterte einmal mehr am starken Sahin (70.). Richter hatte auf der anderen Seite die Vorentscheidung auf dem Fuß. Der FSV-Stürmer spielte zwar Koob aus, konnte das Leder aber aus spitzem Winkel nicht im Gästetor unterbringen (77.). Ein Treffer von Solak wurde aufgrund eines vorherigen Handspiels des FSV-Angreifers die Anerkennung werweigert (80.). In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne, doch zwei Kopfbälle von Masih Saighani (88./90.+2) fanden nicht ihr Ziel. So brachte die Bulut-Elf den knappen Vorsprung ins Ziel und darf sich nun nicht nur über einen zusätzlichen freien Tag, sondern auch auf einen attraktiven Gegner in der nächsten Runde freuen.

»Wir müssen lernen, unsere Möglichkeiten besser zu verwerten. Der Spirit im Team hat gestimmt. Ich bin zuversichtlich, dass wir aus dieser Partie Kraft für unsere kommenden Aufgaben in der Abstiegsrunde schöpfen können«, sagte Türk-Gücü-Trainer Carsten Weber.

Fernwald: Sahin; Burger, Kaguah, Sesay, Bender (62. Mukasa), Göbel (90. Dinler), Hendrich, Grönke, Hofmann, Solak, Richter (78. Markiewicz).

Türk Gücü Friedberg: Koob; Saighani, Henrich, Jost (22. Usic), Mahmudov, Fukuhara (74. Yikilmaz), Dudda, Schorr, Imek, Häuser, Michel.

Stenogramm: Schiedsrichter: Radl (Biebesheim). - Zuschauer: 280. - Tore: 1:0 (5.) Solak, 2:0 (27.) Solak, 2:1 (49.) Imek.



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