19. Oktober 2021, 12:22 Uhr

Fußball

Tufan Tosunoglu kein Trainer mehr beim Türk. SV Bad Nauheim

Sechs Jahre prägte der Bad Nauheimer Ex-Profi Tufan Tosunoglu den Türkischen SV und machte als Spielertrainer aus einer Fahrstuhlmannschaft einen Gruppenligisten. Nun ist seine Ära beendet.
19. Oktober 2021, 12:22 Uhr
Philipp_Keßler
Von Philipp Keßler
Tufan Tosunoglu steht aus privaten Gründen nach mehr als sieben Jahren nicht mehr zur Verfügung. (Foto: KESSLER_P)

Es war ein Abgang, den wohl viele Fußballer im Kreis nicht vorhergesehen hatten: Tufan Tosunoglu ist seit Mitte vergangener Woche nicht mehr Spielertrainer des Gruppenligisten Türkischer SV Bad Nauheim. Nach mehr als sechs Jahren zieht es ihn zu neuen Ufern. An seine Stelle treten bis mindestens zur Winterpause die beiden verbliebenen Mitglieder seines Trainerstabs: die Brüder Kamber und Emrah Koc.

»Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, die gute Tabellenposition hat es mir leicht gemacht, denn ich hätte dem Verein nie geschadet«, sagt Tosunoglu. »Der TSV ist mein Verein, seit mein Vater dort vor über 20 Jahren Trainer war. Ich wünsche mir, dass der TSV den eingeschlagenen Weg weitergeht, dass die Mannschaft zusammenbleibt und dem Verein und seinen Mitgliedern nur das Beste für die Zukunft.«

Der ehemalige Profi bei Kickers Offenbach, dem 1. FSV Mainz 05 und dem FSV Frankfurt betont aber, dass sein Abgang kein Abschied vom Fußball insgesamt ist. »Ich bin weiter geil auf Fußball. Ich spiele seit meinem fünften Lebensjahr, ein bisschen Pause ist vielleicht ganz gut, aber ich will nicht damit aufhören, auch wenn ich sage, ich muss als Trainer nicht unbedingt selbst auch noch spielen«, sagt der 33-Jährige. Ein konkretes Angebot eines anderen Klubs gebe es aber noch nicht.

TSV: Bei Suche nach Trainer Zeit lassen

»Natürlich war es eine Überraschung, aber wir respektieren die Entscheidung von Tufan Tosunoglu«, sagten am Sonntag die beiden TSV-Präsidenten Hayrettin Bayrak und Gökhan Kinali am Rödgener Kunstrasenplatz. »Wir haben es ihm zu verdanken, dass wir heute eine etablierte Gruppenliga-Mannschaft sind. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Vorstand war immer gut.« Nachdem die Meldung am Freitag auf den Social-Media-Kanälen des Klubs bekannt gegeben worden war, meldeten sich nach Aussage der TSV-Verantwortlichen bereits etliche Bewerber, »aber wir werden nichts überstürzen«. Es gehe darum, eine strategische Entscheidung im Sinne des Vereins zu treffen.

Das Profil des Tosunoglu-Nachfolgers: ein Trainer mit Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit, der Fähigkeit, junge Spieler aus der Region zu entwickeln, und eine Mannschaft mit einer Mischung aus Jung und Alt zu motivieren, ihr zu vertrauen und sie weiterzuentwickeln.

Der Einstand der Koc-Brüder verlief, wohl auch aufgrund einer Kombination aus der Überraschung über den Tosunoglu-Abgang, der vielen englischen Wochen zuletzt und einiger Verletzter im Team, etwas rumpelig. Im Kreispokal gab es vergangenen Mittwochabend trotz 3:0-Führung eine 4:7-Niederlage im Elfmeterschießen gegen den Kreisoberligisten TSG Ober-Wöllstadt, am Sonntag lag das Team erneut mit 2:0 in Führung, musste sich dann aber mit einem 2:2 gegen die abstiegsbedrohte TSG Niederrad zufriedengeben - zum Ärger von Keeper und Interimsspielertrainer Kamber Koc.

Kamber Koc fordert »harte Arbeit«

»Wir sind noch nicht abgezockt genug, solche Spiele auch mal nach Hause zu bringen«, sagt Koc. Als »Co« von Carsten Weber bei Hessenligist Türk Gücü Friedberg aber auch an seinen anderen Stationen habe er viel Erfahrung als Spieler und Trainer gesammelt. Koc sagt: »Ich will meiner Verantwortung gegenüber dem Verein und dem Team gerecht werden, auch wenn ich es schade finde, dass Tufan nicht mehr da ist. Jetzt müssen wir hart trainieren und auf dem Platz hart arbeiten.«



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