Lokalsport

Versöhnliches Ende für Schnabl Engineering im Chaos-Rennen

Schnabl Engineering aus Butzbach fährt beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife erstmals mit beiden Autos in die Top-Ten. Ein tolles Ergebnis für die Falken-Porsche.
12. Juni 2021, 16:00 Uhr
Redaktion
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Mit den Rängen vier und neun feiert das Butzbacher Einsatz-Team Schnabl Engineering mit den beiden Porsche von Falken Motorsport (hier einer davon vorn) den ersten »Top-Ten-Doppelpack« seiner Geschichte. FOTO: PV

Es war die Fortsetzung einer seit 2014 anhaltenden Erfolgsserie und eine Premiere zugleich: Das Butzbacher Motorsport-Team Schnabl Engineering hat beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife erstmals mit beiden Autos die Top-Ten erreicht. Das Einsatzteam von Falken Motorsports erzielte mit seinen Porsche 911 GT 3 R die Positionen vier und neun unter 121 gestarteten Fahrzeugen und verfehlte seinen zweiten Podestplatz nach 2015 nur um 3,492 Sekunden. Teamchef Sven Schnabl betonte: »Wir haben Platz vier gewonnen, nicht Platz drei verloren.«

Dabei waren die Butzbacher nur von den Startplätzen 28 und 29 in den Langstrecken-Klassiker gegangen. »Aufgrund dieser Ausgangslage war klar, dass wir versuchen mussten, uns gleich zu Rennbeginn nach vorne zu arbeiten«, erklärte der Teamchef. Seine Fahrer setzten diesen Plan in die Tat um: Nach dem Start bei Mischwetter und einer geteilten Strategie - ein Auto setzte auf Trockenreifen, das andere auf geschnittene Slicks - fuhren beide Rennwagen des Teams bereits nach der ersten Boxenstopp-Serie in die Top-20. Und im stärker werdenden Regen ging es weiter vorwärts.

Stundenlange Rennunterbrechung

Doch dann ging nichts mehr: Gegen 21:30 Uhr wurde das Rennen unterbrochen, weil Regen und Nebel eine Fortsetzung unmöglich gemacht hatten. Erst am späten Vormittag des Folgetags erfolgte der Re-Start. Sven Schnabl, dessen Autos auf den Positionen 14 und 16 in die Zwangspause gegangen waren, zeigte Verständnis für die Entscheidung der Rennleitung: »Das typische Eifel-Wetter präsentierte sich von seiner garstigen Seite. Der Abbruch war da völlig nachvollziehbar.«

Schnabl Engineering aber ließ sich durch die Wetterkapriolen und das stundenlange Warten nicht aus der Ruhe bringen. »Unsere Crew ist ständig konzentriert geblieben, sodass wir gut in den zweiten Teil des Rennens gekommen sind«, sagte Sven Schnabl. Das ergab am Ende den vierten Platz bei einem Rückstand von 53,1 Sekunden auf den siegreichen Manthey-Porsche. Das Schwesterauto sah 3:13,7 Minuten hinter der Spitze die Ziellinie und komplettierte das erste Doppel-Top-Ten-Ergebnis beim 24-Stunden-Rennen in der Geschichte von Schnabl Engineering.

Teamchef ist »absolut zufrieden«

»Man will natürlich immer aufs Podium und idealerweise auch gewinnen, aber das Resultat geht in Anbetracht der Umstände wirklich in Ordnung«, meinte Teamchef Schnabl. »Gerade bei diesen tückischen Bedingungen haben Fahrer und Team eine herausragende Leistung abgerufen. Großes Kompliment dafür. Wenn man sieht, wie knapp die Abstände waren, dann dürfen wir mit dem vierten Platz absolut zufrieden sein.«

Was Sven Schnabl ebenso stolz macht, ist die anhaltende Erfolgsserie seines Teams beim wichtigsten Langstrecken-Rennen des Jahres in Deutschland: Seit 2014 hat sich immer ein von Schnabl Engineering eingesetztes Auto in den Top-Zehn klassiert. Der erste »Doppelpack« sei »schon etwas Besonderes«, sagte Schnabl. »Bei einem 24-Stunden-Rennen musst du erst mal durchkommen und deine Leistung wirklich auf den Punkt bringen. Dass uns das über so viele Jahre hinweg gelungen ist, zeugt von tollem Teamgeist - und motiviert uns umso mehr, im kommenden Jahr nachzulegen!«

Und die Rückkehr lässt nicht lange auf sich warten: Bei den Saisonläufen fünf und sechs der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) im Juli - den vierten Lauf im Juni lässt das Team planmäßig aus - kehrt der Rennstall auf die altehrwürdige Nordschleife zurück.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-wz/versoehnliches-ende-fuer-schnabl-engineering-im-chaos-rennen;art1435,739136

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