20. September 2022, 17:03 Uhr

Mission Titelverteidigung

20. September 2022, 17:03 Uhr
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Aus der Redaktion
Mit diesem Team will der RSV Lahn-Dill die Konkurrenz erneut abhängen (h.v.l.): Armin Diekmann, Teambetreuerin Larissa Klaas, Sebastian Block, Cheftrainerin Janet Zeltinger, Physiotherapeut Philip Schmitz, Niclas Schubert, Techniker Holger Wagner, Lisa Keiner; (m.v.l.): Rose Hollermann, Reo Fujimoto, Matthias Güntner, Mark Beissert, Gaz Choudhry, Björn Lohmann; (v.v.l.): Jannik Blair, Peyman Mizan, Simon Brown, Quinten Zantinge, Thomas Böhme, Catharina Weiß. Es fehlen: Co-Trainer Günther Mayer, Teamärztin Petra Michel-Leutheuser, Physiotherapeut Daniel Schmidt. Foto: Vogler/RSV Lahn-Dill

. Inzwischen ist es bereits über vier Monate her, dass der RSV Lahn-Dill in einem sensationellen zweiten Playoff-Finalspiel nach fünf langen Jahren die RBBL-Meistertrophäe wieder zurück nach Mittelhessen holte, seit August ist diese nun in der Buderus-Arena Wetzlar für alle Besucher ausgestellt. Mit dem Saisonstart 2022/23 am kommenden Samstag in Frankfurt ist der deutsche Rekordmeister nun vom Jäger zum Gejagten geworden und steht vor der Mission Titelverteidigung.

Vor Cheftrainerin Janet Zeltinger und dem RSV Lahn-Dill liegt eine Saison, in der die Konkurrenz nur darauf wartet, dass die Wetzlarer sich den einen oder anderen Ausrutscher leisten, in der alle Beteiligten aber auch hoffen, international in der Champions League wieder zurück zum Normalmodus zu finden. Bis zum Saisonfinale im kommenden Mai, die Qualifikation dafür vorausgesetzt, wartet auf Spieler, Trainer, Crew, Funktionäre und Fans des Clubs eine intensive Saison 2022/2023 mit einer Vielzahl an Herausforderungen und Variablen.

Auf drei Neuzugänge, allesamt vielversprechend und namhaft, dürfen sich die Fans ab dem kommenden Wochenende freuen, dann nämlich startet der RSV zur Saisonpremiere bei den Frankfurt Skywheelers. Ein Mann für die Zukunft ist dabei der erst 23-jährige deutsche Nationalspieler Matthias Güntner. Der in Neuwied geborene Center kam von den Rhine River Rhinos Wiesbaden an die Lahn. Die Tatsache, dass er beim Rekordmeister gleich einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat, unterstreicht die beidseitigen Ambitionen. Zusammen mit dem japanischen Routinier Reo Fujimoto sowie Lokalmatador Mark Beissert soll Güntner für die nötige Schlagkraft unter dem Korb sorgen.

Drei gehen, drei kommen

Langfristig plant Cheftrainerin Janet Zeltinger und ihr Co-Trainer Günther Mayer auch mit dem US-Wunderkind Rose Hollermann, deren Karriere sich bisher wie aus dem Bilderbuch liest. Bereits mit 15 Jahren wurde sie mit der US-Auswahl Junioren-Weltmeisterin und ließ im Alter von 20 Jahren Gold bei den Paralympics in Rio de Janeiro folgen. Nun kommt die inzwischen 25-Jährige vom spanischen Erstligisten Gran Canaria nach Mittelhessen und will auch im Trikot des RSV Lahn-Dill ihre enorme Punktgefährlichkeit aufblitzen lassen.

Dritter und namhaftester Neuzugang ist jedoch der britische Weltmeister Ghazain Choudhry. Der im pakistanischen Karachi geborene und zuletzt beim Thronjubiläum von der inzwischen verstorbenen Königin Elizabeth II. mit dem Order of the British Empire ausgezeichnete 36-Jährige kommt aus Albacete. Noch im Mai führte der Weltklassespieler die Spanier zur nationalen Meisterschaft und zum Champions-League-Triumph auf der europäischen Bühne.

Ersetzen sollen die drei Neuzugänge die allerdings ebenso namhaften Abgänge. Mit dem zweifachen US-Paralympicssiegers Brian Bell, dem japanischen Nationalspieler Hiroaki Kozai und dem polnischen Center Dominik Mosler haben drei wichtige Stützen die Mittelhessen verlassen. Die dreifache Rochade haben die RSV-Verantwortlichen allerdings auch dazu genutzt, den Kader zu verjüngen.

Auch die Bundesliga hat ihr Gesicht zur neuen Saison natürlich wieder verändert. Spieler wie André Bienek von den Thuringia Bulls, Brian Bell vom RSV Lahn-Dill oder Joe Bestwick aus Köln haben ihre Karriere beendet oder treten zumindest aus der ersten Reihe ab.

Skywheelers bleiben per Wildcard

Verändert hat sich aber auch die Zusammensetzung der Liga. Zurück sind etwa die Skywheelers aus Frankfurt und die Hot Rolling Bears Essen. Während der letztjährige Absteiger aus der Mainmetropole, analog zu den Frankfurt Skyliners in der BBL, durch eine Wildcard in der höchsten Spielklasse verbleiben durfte, freut man sich im Ruhrgebiet auf die Rückkehr der Essener. 21 Jahre nach dem Abstieg aus der RBBL sind die Hot Rolling Bears mit Dennis Nohl als neuem Trainer und den beiden Neuzugängen Abraham Mamo vom SC Devedo aus den Niederlanden und Nationalspielerin Lena Knippelmeyer vom Ligakonkurrenten BBC Münsterland zurück in der Beletage.

Während für die beiden genannten Teams, ähnlich wie für die Münsterländer, der Klassenerhalt das primäre Ziel ist, dürften alle andere Mannschaft den Blick noch weiter nach vorne richten. Die Köln 99ers mit gleich vier durchaus bekannten Neuzugängen und dem türkischen Trainer Erdinç Kiliç, die Hamburger die ihren Kader nahezu halten konnten und zudem vier Neuzugänge präsentieren oder aber der Ligadritte aus Hannover, dem mit dem australischen Duo Tom McHugh und Shaun Norris zwei Transfercoups gelungen ist, dürften den Blick weiter nach oben richten wollen. Nicht zu vergessen dabei die Dolphins aus Trier und die Rhine Rhiver Rhinos aus Wiesbaden, die zwar auch einige Abgänge, aber im Gegenzug auch namhafte Neuverpflichtungen zu verzeichnen haben. Das Rennen um das obere Mittelfeld wird 2022/23 intensiver und offener sein denn je.

Die Topfavoriten und ersten Meisterschaftsanwärter dürften aber auch in der neuen Spielzeit aus Thüringen und Mittelhessen kommen. Trotz öffentlicher Zurückhaltung würde niemand den beiden europäischen Spitzenklubs, die inzwischen zusammen 19 Meisterschaften und neun Champions-League-Triumphe feiern konnten und seit nunmehr fast einem Jahrzehnt zu Dauerrivalen geworden sind, abnehmen, dass ihr sportliches Ziel im kommenden Frühjahr nicht der Titelgewinn wäre.



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