07. Oktober 2022, 17:18 Uhr

»Schön, wenn es um mehr als drei Punkte geht«

07. Oktober 2022, 17:18 Uhr
TSU

Dass der FC Gießen in seiner für diese Runde völlig neu zusammengestellten Hessenliga-Truppe über Spieler mit individueller Klasse und viel Erfahrung verfügt, war vielen klar. Dass das Ganze aber derart schnell zu einer funktionierenden Einheit wachsen würde, war in dieser Form - nämlich rein tabellarisch an Rang vier mit Tuchfühlung zu den Clubs davor gemessen - nicht zu erwarten gewesen.

Türk Gücü Friedberg - FC Gießen (Sa., 17 Uhr)

Mit seinen sechs Heimsiegen am Stück und sieben unbesiegten Partien hintereinander (17 von möglichen 21 Zähler) hat sich der FCG in diese komfortable und gleichzeitig aussichtsreiche Position gebracht. Was zur Folge hat, dass das anstehende Match bei Türk Gücü Friedberg (heute, 17 Uhr) eben doch noch einmal eine etwas andere Bedeutung hat. »Es ist immer schön, wenn es um mehr geht als drei Punkte. Die Mannschaft hat sich dieses Topspiel erarbeitet, vielleicht ist das nun auch eine zusätzliche Motivation«, meint Trainer Daniyel Cimen zu den kommenden 90 Minuten beim Tabellendritten, den er mit seinen Schützlingen mit einem erneuten Dreier hinter sich lassen würde.

Wobei Cimen gleichzeitig auf die Euphoriebremse tritt: »Wir haben erst ein knappes Viertel der Saison gespielt, das ist alles eine Momentaufnahme.« Der positive Lauf der Gießener hält nun schon geraume Zeit an, zuletzt mit zwei glatten, ungefährdeten und dominant eingefahrenen Erfolgen über Griesheim (4:0) und Hadamar (2:0).

Überlegen komplett das Geschehen zu diktieren - das wird wohl in Friedberg nicht passieren, oder? »Davon gehe ich nicht aus«, antwortet Daniyel Cimen, der gleichwohl aus seinen Beobachtungen zu berichten weiß, »dass Türk Gücü auch gerne mit viel Geschwindigkeit über das Umschaltspiel kommt.« Bei der vor allem in der Höhe unerwarteten 0:4-Niederlage bei formstarken Fernwaldern am vergangenen Spieltag lief es weder über die temporeichen Gegenstöße noch über Ballbesitzfußball für TG. »Sie stehen trotzdem nicht zu Unrecht da oben«, will sich Cimen davon nicht blenden lassen und spricht bei den Wetterauern von einem »funktionierenden Kollektiv«, aus dem mit Masih Saighani, Julian Dudda, Patrick Schorr und Toni Reljic einige namhafte Akteure herausstechen. In diese Reihe gehört zweifelsohne auch Goalgetter Noah Michel (siehe Bericht auf dieser Seite), Torschützenkönig der Vorsaison, der nun bereits wieder acht Treffer erzielt und fünf weitere vorbereitet hat. Ein Mann mit Gießener Vergangenheit, der mit dem FCG 2019 in die Regionalliga aufstieg und in der Winterpause der Spielzeit 2019/20 zu Türk Gücü wechselte. »Über Noah braucht man nicht viel zu sagen, er zeigt seine Klasse Jahr für Jahr. Für mich ist er einer der besten Stürmer der Hessenliga, wahrscheinlich sogar der kompletteste«, ist Coach Cimen voll des Lobes für seinen früheren Angreifer.

Stichwort Angreifer: Michael Gorbunow, in der Vorwoche erst verpflichtet, wirkte am Mittwoch eine Stunde in der Gruppenliga-Elf der Gießener mit, um Spielpraxis zu sammeln. Er wird zur Alternative zu Leonid Akulinin aufgebaut, der ohne Sommervorbereitung zum wichtigen »Vielspieler« mutiert ist, bei dem Cimen in puncto Belastungssteuerung genau hinschaut. Fehlen werden die weiterhin kranken Francesco Calabrese und Denis Mangafic, bei Denis Vural ist nach auskuriertem Muskelfaserriss offen, ob es schon für einen Kaderplatz reicht. Zwischen den Pfosten will Aleksa Lapcic seinen Posten gegen den wieder genesenen Daniel Duschner verteidigen.

Aufgebot FC Gießen: Lapcic, Duschner - Abdel-Ghani, Fink, Besso, Tatchouop, Vural (?), Harder, Hagley, Assar, Litzinger, Kireski, Beal, Mahmuti, Akkus Rodriguez, Filsinger, Pekesen (?), Akulinin, Gorbunow. - Es fehlen: Öztürk (Bänderriss/Sehnenabriss), Calabrese, Mangafic (beide krank).



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