05. Dezember 2021, 21:52 Uhr

Auswärtsserie ist gerissen

05. Dezember 2021, 21:52 Uhr
Philipp_Keßler
Von Philipp Keßler
Ein Bild mit Symbolcharakter: Viel Verkehr vor dem Förderlizenz-Keeper des EC Bad Nauheim, Philipp Maurer (links) - hier in Person des Ravensburgers Sam Herr (vorn). FOTO: ENDERLE

Serie gerissen: Der EC Bad Nauheim ist erstmals in dieser Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2 nicht als Sieger von fremdem Eis gegangen. Bei den Ravensburg Towerstars hieß es am Ende 1:3 (0:0; 0:3; 0:1) - und das ausgerechnet am 38. Geburtstag von Chefcoach Harry Lange. Die Wetterauer, für die Stefan Reiter den einzigen Treffer des Abends erzielte, sind in der Tabelle damit nun zwei Punkte hinter Tabellenführer Löwen Frankfurt Zweiter.

Lange hatte erneut auf etliche Leistungsträger verzichten hatte müssen, sagte aber auch nach dem Ende der Partie: »Das war heute zu wenig. Wir waren zweikampfschwach, hatten nicht die Laufbereitschaft, sehr viele Turnovers. Wir waren immer eine halbe Sekunde zu spät«.

Den Ausschlag nach einem sehr disziplinierten ersten Drittel gab der zweite Abschnitt, als die Hausherren vor einer Minuskulisse - aufgrund der neuen Corona-Regeln waren nur 750 Zuschauer und keine Gästefans in der CHG-Arena erlaubt - binnen acht Minuten drei Tore erzielten. Zunächst hatte EC-Keeper Philipp Maurer, der abermals Felix Bick tadellos vertrat und zum »Spieler des Spiels« gewält wurde, Pech, als ein abgefälschter Schuss von Pawel Dronia ins Tor trudelte (21.), dann wurde Wojciech Stachowiak bei einem Alleingang nicht angegriffen, sodass der Puck 40 Sekunden nach Wiederbeginn erneut im Netz zappelte (22.). Sam Herr stellte nach einem Konter auf Pass von James Bettauer, der sich ebenso wie sein Verteidigerkollege Simon Gnyp, der als Kölner Förderlizenzspieler in den vergangenen beiden Jahren 65 Einsätze für Bad Nauheim absolviert hatte, gleich doppelt als Vorbereiter verdient machte, auf 3:0 (28.).

»Wir arbeiten einfach nicht hart genug«, hatte EC-Stürmer Tobias Wörle in der zweiten Drittelpause am Mikrofon von Sprade TV gesagt. Die - gerade im Vergleich der vom ERC Ingolstadt mit Förderlizenzspielern ausgestatteten Ravensburger - dünne Kader sei dafür keine Ausrede. Und doch merkte man den Roten Teufeln die Strapazen der vergangenen Wochen mit etlichen verletzten und erkrankten Spielern sowie aufgrund von Corona-Problemen wenigen Trainingseinheiten an. Nicht selten war man einen Schritt zu spät, der Pass ein paar Zentimeter zu ungenau und der Abschluss nicht ideal platziert oder getimet. Und trotzdem keimte noch einmal so etwas wie Hoffnung auf, als Stefan Reiter nach einem gewonnenen Bully von Wörle einfach mal draufhielt und Langmann mit dem Schuss zum 1:3-Anschlusstreffer überraschte. Doch es sollte am Ende einfach nicht sein in Oberschwaben - daran änderten auch die letzten eineinhalb Minuten nichts, als Lange Maurer zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld nahm. Sein Team war vor dem Tor schlicht zu harmlos und musste am Ende den Towerstars zu einem »völlig verdienten Sieg« (Lange) im Topspiel gratulieren.

Zeit zum Ausruhen bleibt keine, denn bereits am Dienstag (19.30 Uhr) erwarten die Roten Teufel Aufsteiger und Ligaschlusslicht Selb im heimischen Colonel-Knight-Stadion.

Ravensburg Towerstars: Langmann - Dronia, Bettauer, Ketterer, Eichinger, Gnyp, Sezemsky, Hlozek - Herr, Sarault, Zucker, MacDonald, Czarnik, Stachowiak, Saakyan, Mayer, Dosch, Hessler, Brune, Dietz.

EC Bad Nauheim: Maurer - Kevin Schmidt, Tomas Schmidt, Sekesi, Stephan, Shevyrin, Glötzl - Pollastrone, Hickmott, Mick Köhler, Körner, Wörle, van Calster, Leon Köhler, Reiter, El-Sayed.

Tore: 1:0 (21.) Dronia (Bettauer), 2:0 (22.) Stachowiak (MacDonald, Gnyp), 3:0 (28.) Herr (Bettauer, Gnyp), 3:1 (31.) Reiter (Wörle) - Zuschauer: 750. - Strafminuten: 4 / 4.



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