08. Januar 2019, 08:40 Uhr

«Doxxing»: Wenn private Daten im Netz landen

Der Schutz der Privatsphäre wird in Deutschland unter anderem durch das im Grundgesetz garantierte Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis gewährleistet.
08. Januar 2019, 08:40 Uhr
Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. (Foto: Michael Kappeler)

Bei der jüngsten Online-Attacke ging es den Tätern vor allem darum, diesen Schutz der Privatsphäre zu verletzen und möglichst viele personenbezogene und vertrauliche Daten von Politikern und Prominenten, die oft von rechts attackiert werden, öffentlich zu machen.

Im Gegensatz zu «Leaks» von Whistleblowern wie dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden geht es beim sogenannten «Doxxing» (auch «Doxing» geschrieben) um personenbezogene Daten. Die Betroffenen sollen im Netz vorgeführt werden. Außerdem wollen die Täter einen Missbrauch der Daten ermöglichen.

Der Begriff «Doxxing» leitet sich vom englischen Wort «docs» (Dokumente) ab. Beim «Doxxen» werden möglichst viele private Informationen wie Kreditkartennummern, Scans von Ausweisdokumenten, vertrauliche Privatadressen oder Handynummern illegal abgefischt und dann online gestellt. In den USA spielt dabei auch die Sozialversicherungsnummer eine entscheidende Rolle, weil diese wiederum Tür und Tor für alle möglichen Betrugsattacken eröffnet.

Wer die vertraulichen Dokumente und Informationen ins Netz gestellt hat, lässt sich im Regelfall nicht ermitteln. Im Web stehen etliche Dienste wie Pastebin, Box.com oder Megaupload zur Verfügung, die anonym oder mit einem Pseudonym genutzt werden können.

Im aktuellen Fall spielt der Kurzmitteilungsdienst Twitter eine wichtige Rolle. Dort verbreitete ein User seit dem 1. Dezember in einer Art Adventskalender Links auf Textdokumente, in denen wiederum die vertraulichen Informationen stehen. Außerdem sind in den Textdokumenten Links zu vertraulichen Dateien enthalten. Dabei handelt es sich um Scans von Ausweisdokumenten, PDF-Dateien von Briefen, Screenshots von Chat-Verläufen und andere sensible Inhalte. Der Account wurde erst am Freitagvormittag von Twitter deaktiviert.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Edward Snowden
  • Fernmeldegeheimnis
  • Grundgesetz
  • Megaupload
  • Privatsphäre
  • Twitter
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 31 - 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.