10. November 2017, 22:41 Uhr

Offenes Geheimnis

10. November 2017, 22:41 Uhr
In Berlin ausgezeichnet: Arnold Schwarzenegger (l.) und Simon Verhoeven halten ihre Trophäen bei der Verleihung des »GQ Men of the Year Award 2017« in Händen. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Moderatorin Barbara Schöneberger gab gleich die Richtung vor: »Bill Cosby hat mehr Frauen eingeschläfert als der Sandmann«, sagte sie zu Beginn der Gala – und wollte gleich von Ehrengast Arnold Schwarzenegger wissen, was denn da los sei in den USA. In Berlin wurden am Donnerstagabend wieder die »Männer des Jahres«-Awards des Lifestyle-Magazins »GQ« verliehen. Die Debatte über sexuelle Belästigung und Missbrauch sorgte allerdings auch für nachdenkliche Stimmung statt reiner Champagner-Laune.

Nun, was ist da los in Hollywood? Schauspieler Til Schweiger hat dort lange gelebt – und auch bei einem Besuch vor Kurzem habe er mit vielen Insidern gesprochen: »Alle sagen unisono, dass es eigentlich ein offenes Geheimnis war und dass es verlogen ist, dass jetzt alle so erschüttert tun.« Schweiger betonte: »Generell sollten die Männer die Frauen mit sehr viel Respekt behandeln und umgekehrt.«

Regisseur Simon Verhoeven, dessen Film »Willkommen bei den Hartmanns« einen Ehrenpreis bekam, stellte fest, man dürfe keine Hexenjagd veranstalten, aber es gebe ihm »ein Gefühl der Genugtuung«, wenn jemand wie Hollywood-Mogul Harvey Weinstein überführt worden sei. Selbst er, der nur ganz selten in Hollywood gewesen sei, habe »das offene Geheimnis mitbekommen«. Er hoffe, dass in Zukunft eine Frau immer Nein sagen könne und dies der Mann respektiere. Für ihn sei es wichtig, schon dem Nachwuchs früh beizubringen, wie man sich gegenüber anderen richtig verhalte.

Die Preisverleihung gilt als eine besonders glamouröse. Und so zeigten sich Frauen wie Männer im edlen Outfit. Fußballweltmeister Philipp Lahm erschien im silbergrauen Anzug mit gewebter schwarzer Krawatte. Eine klassische schwarze Anzugkombination mit Weste und Krawatte hatte Matthias Schweighöfer gewählt. Er verurteilte Machtmissbrauch »in jedem Bereich, ob durch Frauen oder Männer«. Musiker Mark Forster eröffnete die Gala mit seinem Hit »Chöre« im dunkelblauen Smoking. Einen weiteren Auftritt hatte er mit seinem aktuellen Titel »Kogong« – und den Preis als bester Musiker durfte er sich auch abholen. Ausgezeichnet wurden auch Jazz-Musiker Gregory Porter im Bereich internationale Musik und »Fack Ju Göhte 3« als bester deutscher Film.

Und auch die Modewelt wurde reichlich bedacht mit Awards: Der US-Amerikaner Thom Browne wurde als »Designer of the Year« ausgezeichnet. Die Debatte um sexuelle Belästigung und Missbrauch werde bald auch die Mode erreichen, zeigte sich sein Kollege Johannes Huebl sicher. Der Deutsche, der als »Influencer of the Year« ausgezeichnet wurde, sagte: »Ich glaube, in Amerika gibt es Journalisten, die da etwas vorbereiten.«

Einen besonderen Auftritt hatte der Schauspieler und frühere kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der für sein Lebenswerk geehrt wurde. »So etwas kann nur einmal im Leben passieren«, stellte er zu der Auszeichnung als »Legende des Jahrhunderts« treffend fest. Seine Dankesrede hielt der 70-Jährige dann auf Englisch. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Fußballweltmeister Philipp Lahm, Schauspieler Matthias Schweighöfer, Mark Forster und Jazz-Musiker Gregory Porter.

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