18. Oktober 2019, 16:55 Uhr

Alternative zum Stromer

Alle Welt ruft nach Elektroautos. Doch diese Mobilitätswende braucht Zeit. Was dafür sorgt, dass ein wenig angesagter Treibstoff für Verbrennungsmotoren wieder mehr in den Fokus rückt: Erdgas.
18. Oktober 2019, 16:55 Uhr
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Von DPA
Gerade im Herbst und Winter ist gutes Scheinwerferlicht für Autofahrer unerlässlich. (Foto: dpa)

Das Ladekabel wird für die angeschlagene Automobilindustrie zunehmend zur Rettungsleine - und beinahe scheint die E-Mobilität schon alltäglich. Doch, und darin sind sich alle Experten einig: So schnell wird die Wende nicht kommen.

Selbst wenn tatsächlich in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren einmal jedes zweite Auto mit Akku fahren sollte, hieße das im Umkehrschluss, dass allein in Deutschland weiterhin über eine Million Verbrenner pro Jahr verkauft würden. »Auch daran müssen wir deshalb mit Hochdruck weiterarbeiten, um die Emissionen zu drücken«, erklärt etwa VW-Sprecher Peter Weisheit.

Über kurz oder lang werden synthetische Kraftstoffe kommen. Und immer neue Katalysatortechniken drücken bei herkömmlichen Benzinern und Dieseln die Emissionen. Doch rückt im Zuge dieser Veränderungen auch eine ältere Alternative zurück in den Fokus: der Erdgasantrieb.

»Erdgasfahrzeuge haben zweifellos einen guten Ruf als saubere Alternative zu Dieseln und Benzinern«, sagt Andreas Radics von der Strategieberatung Berylls in München. »Denn bei der Verbrennung von Erdgas oder Compressed Natural Gas (CNG) entsteht weniger Stickoxid, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Und Rußpartikel produzieren sie praktisch gar nicht.«

Außerdem sei Erdgas billiger als Benzin oder Diesel: Weil der Kraftstoff mindestens bis 2026 steuerlich begünstigt ist, hat man auch den Mehrpreis, der etwa bei VW gegenüber einem Benziner bis zu 3000 Euro und gegenüber einem Diesel rund 300 Euro beträgt, schnell wieder hereingefahren.

Angst vor einer unzureichenden Treibstoffversorgung müssen Erdgas-Fahrer nicht haben: Weil Gas und Benzin für den Motor kaum einen Unterschied machen, sind CNG-Modelle in aller Regel bivalent konstruiert und haben noch einen kleinen Benzintank an Bord. Sobald das Erdgas aufgebraucht ist, wechselt die Elektronik automatisch auf flüssigen Treibstoff und schließt so die Versorgungslücken im CNG-Netz.

Zwar erklärt auch Radics, dass die CNG-Infrastruktur in Deutschland ausbaufähig sei, weil es rund 15-mal mehr konventionelle Tankstellen gebe als solche für Erdgas. Doch vor allem bei der Reichweite bietet Erdgas gegenüber allen anderen alternativen Antrieben Vorteile. Nicht umsonst schaffen manche dieser Modelle bis zu 700 Kilometer.

Der Erdgasantrieb ist alles andere als neu und war schon einmal deutlich angesagter. Kurz nach der Jahrtausendwende, als Elektroautos allenfalls ferne Visionen waren, gab es entsprechende Umrüstungen bei zahlreichen Herstellern.

Heute dagegen ist das CNG wieder in der Nische verschwunden: In Deutschland ist es nur noch der VW-Konzern, der diese Technologie proklamiert. Dafür aber mit Macht: Fast 20 entsprechende Fahrzeuge hat Konzernchef Herbert Diess versprochen und die meisten Marken in die Pflicht genommen. Neben VW und VW Nutzfahrzeuge bieten auch Audi, Seat und Skoda erdgasbetriebene Autos. Das Angebot reicht von Kleinstwagen wie dem VW Up über Kompakte wie den Seat Leon und SUV wie den Skoda Kamiq bis zur gehobenen Mittelklasse in Form eines Audi A5 Sportback.

Wie sehr der VW-Konzern trotz der elektrischen Euphorie rund um den ersten Volkswagen-Stromer ID.3 hinter dem Erdgasantrieb steht, belegt nicht zuletzt eine Ankündigung von Konzernchef Diess: »Auch der neue Golf wird einen CNG-Antrieb bekommen«, stellte er im Mai in Aussicht. Sein Skoda-Kollege Bernhard Meier stößt ins gleiche Horn und will den nächsten Octavia auch wieder mit entsprechender Umrüstung anbieten.

Um den CNG-Antrieb endlich wieder als akzeptierte Alternative zu etablieren, engagiert sich VW in einem Industriekreis, in dem auch Mineralöl- und Energieversorger vertreten sind. Den Partnern hat der Konzern bereits weitreichende Zusagen abgerungen: Während der Autohersteller den Bestand an CNG-Fahrzeugen in Deutschland auf eine Million Autos pushen will, wollen die Versorger das Tankstellennetz von aktuell 900 bis 2025 auf mindestens 2 000 Tankstellen ausbauen.

Dass Hersteller wie VW wieder stärker auf CNG setzen, ist für Unternehmensberater Radics eine weise Strategie: So ließen sich die CO2-Flottenziele der EU auch erreichen, wenn sich die E-Mobilität weniger schnell etablieren sollte als erhofft.

Doch dieser Trend hat Schattenseiten, so Radics: Für die Hersteller, weil er wertvolle Ressourcen binde, die nicht für E-Mobilität oder Wasserstofftechnologie zur Verfügung stünden. Und für die Umwelt, weil Erdgas zwar weniger CO2-Ausstoß verursache als fossile Kraftstoffe, aber nicht klimaneutral sein kann. »Mittelfristig kann Erdgas dem Verbrennungsmotor als sauberer Kraftstoff ein Fortbestehen sichern. Aber langfristig wird es sich deshalb nicht gegen neue Antriebsformen behaupten können«, so Radics. Fahrverbote sind für Erdgasautos kein Thema.

,, Mittelfristig kann Erdgas dem Verbrennungsmotor als sauberer Kraftstoff ein Fortbestehen sichern.

Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen. Autofahrer sollten also derzeit besonders auf Landstraßen aufmerksam unterwegs sein, vor allem, wenn diese durch Wälder und entlang von Wiesen führen. Die Tiere sind häufig während der Dämmerung unterwegs - gefährlich seien etwa die Morgenstunden zwischen sechs und acht Uhr, erklärt der Deutsche Jagdverband.

Von Oktober bis Dezember und April bis Mai ist das Risiko am höchsten. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zum Jahresende hin komme es etwa zu vielen Unfällen mit Hirschen. 2018 haben die Autoversicherer um die 268 000 Wildunfälle registriert, 7000 weniger als im Vorjahr.

Auswertungen des Tierfundkatasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Uni Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben. Das ist ein Ergebnis der Analyse von 19 800 zwischen September 2017 und August 2019 gemeldeten Wildtierunfällen.

Im Tierfundkataster, auf den man via App oder Web-Seite zugreifen kann, können Nutzer Wildunfälle nach einheitlichem Standard ortsgenau melden.

Nicht nur für die Tiere kann ein Zusammenstoß schlimme Folgen haben. Rammt das Auto mit 60 Stundenkilometern einen Rothirsch, wirkt eine Kraft von fünf Tonnen auf die Karosserie, erklären der Automobil-Club Verkehr (ACV) und der Jagdverband.

Sie haben eine Kampagne gestartet, um Wildunfälle zu vermeiden. Der wichtigste Tipp lautet dennoch: Nicht waghalsig ausweichen, wenn plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. Ein Zusammenstoß sei meist nicht so gefährlich wie eine Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Baum, erklärt der TÜV Rheinland. Stark bremsen und das Lenkrad festhalten ist also die korrekte Reaktion.

Generell gilt: Lieber etwas langsamer fahren, ausreichend Abstand halten und den Straßenrand im Blick haben. Steht in der Ferne ein Reh oder ein Wildschwein in Fahrbahnnähe, bremsen Autofahrer idealerweise ab und hupen. Fernlicht dagegen verschreckt die Tiere.

Kommt es zu einem Zusammenstoß, ruft man nach dem Sichern der Unfallstelle die Polizei. Die Beamten geben dem Forstamt Bescheid und dokumentieren das Geschehen. Der Förster oder Jagdpächter kümmert sich um das Tier. Selbst sollte man es nicht anfassen. Der GDV rät, Fotos vom Unfallort, dem Tier und den Schäden am Fahrzeug zu machen.

Kaskoversicherungen regulieren grundsätzlich durch Haarwild wie Rehe, Wildschweine oder Hasen verursachte Schäden. dpa

Wer H7-Halogen-Ersatzlampen für seine Autoscheinwerfer braucht, muss für gute Qualität nicht tief in die Tasche greifen. Das zeigt ein Test der »Auto Bild« (Ausgabe 40/19). Den Sieg unter 20 Modellen erzielen Lampen von Aldi Nord. Die Car Xtras Autolampenbox für 5,99 Euro (Paarpreis) ist als eines von zwei Modellen im Test »sehr gut«. Allerdings sind sie nicht permanent im Sortiment des Discounters.

Auf dem zweiten Platz landen die GE Megalight Ultra +90 für 16,42 Euro (»sehr gut«). Gute Qualität ab 2,80 Euro pro Paar Ein Fünftel der Lampen schneidet »gut« ab. Darunter die JMP Naos Autolampe Longlife (5,38 Euro) und die JMP Naos Autolampe +90% (17,52 Euro).

Auch der Preis-Leistungs-Sieger der Zeitschrift ist »gut«: Die Luminizer 4040 Halo H7 kosten als Paar aus dem Zehnerpack umgerechnet 2,80 Euro. Somit landen vier No-Name-Lampen auf den ersten fünf Plätzen. »Befriedigend« sind sieben Leuchtmittel, zwei schneiden »ausreichend« ab. Ein Viertel der Lampen ist »ungenügend«. dpa

Nebel, Sturm, Starkregen oder auch schon Schnee: Das Herbstwetter kann Autofahrer beeinträchtigen. Die Prüforganisation DEKRA rät dazu, die Windschutzscheibe immer sauber zu halten, auch von innen. Schmutz kann bei tief stehender Sonne oder Gegenverkehr gefährliche Blendeffekte verursachen.

Generell wichtig: Bei Bedarf Tempo drosseln, den Abstand anpassen und sich stets für gefährliche Situationen sensibilisieren, die etwa durch schlechte Sicht, Seitenwind und eine rutschige Fahrbahn drohen. Und im Zweifel morgens früher losfahren.

Auf trockener Straße kommt ein Auto bei Tempo 80 nach etwa 31 Metern zum Stehen. Auf nasser Fahrbahn kann das je nach Reifenprofil erst nach 50 Metern oder sogar noch später der Fall sein.

Bei zu geringer Sichtweite kann es daher manchmal besser sein, die Fahrt zu unterbrechen und zu warten, bis ein starker Regen nachgelassen hat. Eine Decke, warme Getränke und Snacks wie Kekse können dienlich sein, wenn es mal länger als geplant dauert. dpa

Herbstlaub entfernen Autofahrer besser regelmäßig von ihrem Fahrzeug. Zum einen kann es Wasserabläufe verstopfen, wenn es in Ritzen der Karosserie eindringt, heißt es in der »ACE Lenkrad« (Ausgabe 10/2019). Und zum anderen können die Blätter auf Dauer Lack und Blech angreifen. Denn die Blätter speichern Feuchtigkeit und können Gerbsäure absondern, berichtet die Clubzeitschrift des Auto Club Europa (ACE). Am besten entfernen Autobesitzer das Laub regelmäßig mit den Händen. dpa



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