20. September 2019, 18:05 Uhr

Auch bei trüber Sicht gelassen bleiben

20. September 2019, 18:05 Uhr
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Von DPA
In der Stuttgarter Umweltzone gilt schon ein Fahrverbot für Dieselautos mit Euro 4 oder schlechter. Über eine Ausweitung auf Euro-5-Modelle wird nachgedacht. (Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn)

Mit dem Herbst kommt vermehrt der Nebel - und nimmt Autofahrern die Sicht. Wer mit dem Auto in eine Nebelbank fährt, sollte gelassen bleiben und langsam das Tempo drosseln. Abrupt abzubremsen wäre die falsche Reaktion, erklärt der TÜV Rheinland. In der trüben Suppe gilt dann: Ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Gefährt halten - und zwar etwa so viele Meter wie man schnell fährt. Bei 60 km/h wären das 60 Meter. Außerdem schaltet man am besten das Abblendlicht ein.

Bei Tagfahrlicht bleibt bei manchen Fahrzeugen die Heckleuchte dunkel. Nachfolgende Fahrer erkennen das Auto im Nebel dann eventuell zu spät. Bei schlechter Sicht lassen sich außerdem die Nebelscheinwerfer zuschalten. Für die Nebelschlussleuchte gilt wiederum eine spezielle Regel: Sie darf erst bei Sichtweiten von weniger als 50 Metern zum Einsatz kommen - sonst blendet sie die Autofahrer hinter dem eigenen Wagen, erläutert der ADAC. Ebenfalls zu beachten: Bei derart schlechter Sicht darf man maximal 50 km/h schnell fahren. dpa

Fahrverbote sind ein Schreckgespenst für Besitzer vieler Diesel-Autos. Nachrüstungssysteme sollen jetzt Millionen dieser Fahrzeuge sauber genug machen, damit sie auch in die Verbotszonen einfahren dürfen. Die ersten sind bald flächendeckend verfügbar. Nur: Wer braucht die Nachrüstungen? Wichtige Fragen und Antworten:

? In welchen Städten gelten Fahrverbote?

Bisher gelten lediglich in einigen Städten Fahrverbote: in Hamburg oder Darmstadt etwa für einzelne Straßenabschnitte, in Stuttgart für den Bereich der aktuellen Umweltzone. In den kommenden Monaten und Jahren könnten aber weitere Städte hinzukommen. Voraussichtlich im Oktober sollen in Berlin erste Verbote gelten. Eine Übersicht zu Regelungen in einigen Städten hat der ADAC im Internet veröffentlicht.

? Für welche Fahrzeuge gibt es Nachrüstungssätze?

Für Euro-5-Diesel-Modelle mehrerer Marken, etwa Volkswagen und Volvo. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte im Juli und August mehrere Systeme genehmigt und Listen mit Auto-Modellen veröffentlicht, die mit diesen ausgestattet werden können. Die ausführlichen Listen gibt es online. Autos mit Euro-4-Norm oder schlechter können bislang nicht nachgerüstet werden.

? Ab wann stehen die Systeme zur Verfügung?

Hersteller Baumot wird die ersten Seriensysteme voraussichtlich im Oktober ausliefern. Entsprechend erwarte man mit Beginn des vierten Quartals eine flächendeckende Nachrüstung, teilt die Firma auf Anfrage mit. Baumot hat vom KBA eine Betriebserlaubnis für Nachrüstsysteme für mehr als 60 Modelle des VW-Konzerns erhalten. Der Bamberger Technologie-Anbieter Dr Pley, der vom Kraftfahrtbundesamt schon Betriebserlaubnisse für Volvo- und Mercedes-Modelle bekommen hat, teilt mit, dass die Systeme ab Ende Oktober 2019 verfügbar seien.

? Für welche Fahrzeuge braucht man Nachrüstungen?

Die wichtigste und zugleich schwierigste Frage. Denn wo bisher Euro-5-Verbote gelten, sind nur Straßenabschnitte betroffen. Die ließen sich in der Regel noch umfahren, sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Doch sollte etwa in Stuttgart, wo der ACE sitzt, in der City ein Verbot für Euro-5-Diesel kommen, droht vielen Haltern ein großes Problem. Hack sagt: »Momentan braucht es zwingend noch niemand.« Bei flächendeckenden Verboten könnte sich das aber ändern. Generell sei der ACE für die Nachrüstungen: Um die Luft sauberer zu halten und weiteren möglichen Verbotszonen vorzubeugen

? Was bringen die Systeme für die Fahrzeuge?

Aus einem Euro-5-Diesel wird damit kein Euro-6-Diesel. »Das Auto bleibt in der bestehenden Euro-Norm«, erklärt Hack. Halter bekommen einen Eintrag in den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Dieser bestätigt den Einbau des Nachrüstsatzes, wie der ADAC erklärt, der im Netz zentrale Informationen zum Thema zusammengestellt hat. Voraussetzung sei, dass die Systeme von einer anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt eingebaut werden, die die Funktion des Filters in einer Abnahmebescheinigung bestätigt.

? Mit welchen Kosten für den Einbau muss man rechnen?

Baumot gibt die Kosten für System und Einbau mit 3300 Euro an. Bei Dr Pley werden je nach Fahrzeugtyp ab 3000 Euro fällig.

? Gibt es eine Förderung für die Systeme?

Das sollte man vorher klären, rät ACE-Experte Hack. Daimler zum Beispiel schießt unter bestimmte Voraussetzungen bis zu 3000 Euro für die Nachrüstung zu - zum Beispiel, wenn der Wohnort oder der Arbeitsplatz in einer der Schwerpunktregionen mit sehr hohen Schadstoffwerten liegt. Auch VW gewährt ähnliche Förderungen. dpa

Fahrräder und E-Tretroller dürfen grundsätzlich zwar am Straßenrand, auf Bürgersteigen und Grünstreifen oder in Fußgängerzonen parken. Sie dürfen dabei andere Verkehrsteilnehmer allerdings nicht behindern, erklärt die auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwältin Daniela Mielchen.

Zum Beispiel dürfen Fahrräder und E-Tretroller nicht Rettungswege für die Feuerwehr oder andere Einsatzkräfte blockieren. An Kreuzungen dürfen sie die Sicht anderer nicht stören.

Bei Dunkelheit müssen am Straßenrand abgestellte Räder zudem beleuchtet werden, etwa durch eine Parkleuchte. Diese Beleuchtung sei nur dann entbehrlich, wenn die Straßenbeleuchtung das Fahrrad aus einer ausreichenden Entfernung deutlich sichtbar macht.

Ordnungsämter können je nach Einzelfall bei einer Behinderung oder Gefährdung das Fahrrad entfernen. Die Kosten dafür müssen die Besitzer übernehmen. Damit muss auch rechnen, wer ein schrottreifes Rad einfach irgendwo dauerhaft abstellt oder Fahrräder allein zu Werbezwecken ohne sogenannte wegerechtliche Erlaubnis platziert. dpa

Wer ein Elektroauto fährt, muss in der kälteren Jahreszeit mit Reichweitenverlusten rechnen. »Die Reichweite ist stark abhängig von der Außentemperatur, weil der Akku im Winter weniger Leistung bringt«, erklärt Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). Hinzukomme der Energieverbrauch, den im Winter besonders die Autoheizung in die Höhe treibt: »Wer nur eine elektrische Heizung nutzen kann, muss davon ausgehen, dass ein Drittel an Reichweite verloren geht«.

Um den Wagen vorzuwärmen, kann die Heizung bei manchen E-Autos aber bereits während des Ladevorgangs aktiviert werden - so ist der Innenraum beim Losfahren bereits vorgewärmt. Beim Kauf eines E-Autos sollten Fahrer außerdem auf eine installierte Wärmepumpe achten. Die Abwärme von Traktionsbatterie, Leistungselektronik und Elektromotor könne bei Fahrzeugen mit Wärmepumpe genutzt werden, um den Innenraum aufzuheizen, so Mühlich. dpa

Ford schickt die dritte Generation des Crossover SUV Kuga ins Rennen. Der Fünftürer kommt laut Hersteller im Frühjahr 2020 zu Preisen ab 31 900 Euro auf den Markt. Angeboten wird auch ein Mild-Hybrid- und einen Plug-in-Hybrid-Antrieb. Ein Voll-Hybrid-Modell soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Bestellt werden kann der neue Kuga ab Oktober.

Das mittelgroße SUV des Kölner Automobilherstellers steht zum Marktstart in den Ausstattungslinien Titanium, Titanium X und ST-Line X in der Preisliste und wird zunächst mit vier unterschiedlichen Antriebskonzepten angeboten. Im Kuga EcoBlue Mild-Hybrid (mHEV) arbeitet der 110 kW (150 PS) starke und 2,0 Liter große EcoBlue-Turbodiesel Hand in Hand mit einem integrierten, von einem Zahnriemen angetriebenen Starter-Generator (BISG). Dieser ersetzt die Lichtmaschine und gewinnt kinetische Energie zurück, sobald das Fahrzeug rollt oder verzögert. Als Verbrauch nennt Ford (kombiniert) 4,3 Liter/100 km und 111 Gramm CO2 pro Kilometer. Preis: ab 34 400 Euro erhältlich.

Mehr als 50 Kilometer rein elektrisch kann der Kuga Duratec-Benziner Plug-in-Hybrid zurücklegen. Er kombiniert einen 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit einem elektrischen Generatormotor und einer Lithium-Ionen-Batterie mit 14,4 Kilowattstunden (kWh) Ladekapazität. Gemeinsam entwickeln sie eine Leistung von 165 kW (225 PS). Laut Hersteller ergibt sich ein kombinierter Verbrauch von 1,2 Liter/100 km bei einem CO2-Ausstoß von 26 g pro Kilometer. Der Einstiegspreis liegt bei 39 300 Euro in der Titanium-Ausstattung.

Der 1,5 Liter große Ford EcoBoost-Turbobenziner leistet 110 kW (150 PS). Kombiniert liegt der Verbrauch nach Herstellerangaben bei 5,5 Liter auf 100 Kilometern und CO2-Emissionen von 125 g/km. In Kombination mit der Ausstattungsvariante »Titanium« ist dies das Einstiegsmodell in die neue Kuga-Baureihe. Preis: ab 31 900 Euro. Der durchzugsstarke Ford EcoBlue-Diesel tritt mit vier Zylindern, 2,0 Liter Hubraum und 140 kW (190 PS) an.

Im kombinierten WLTP-Normverbrauch begnügt sich der neue Ford Kuga EcoBlue mit 4,8 Liter Diesel/100 km, was einem Kohlendioxidausstoß von 127 g/km entspricht. Dieses Modell bietet Ford in der Ausstattungsvariante »Titanium« ab 39 500 Euro an.

Der neue Kuga ist 44 Millimeter breiter und 89 Millimeter länger als die Vorgängergeneration, der Radstand wuchs um 20 Millimeter auf 2710 Millimeter. Er bietet also mehr Platz und Komfort auf allen fünf Sitzplätzen. Dadurch ergibt sich auch ein zusätzliches Kofferraumvolumen von 67 Litern. eb



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