10. September 2019, 22:16 Uhr

Feuer im Krankenzimmer

10. September 2019, 22:16 Uhr

Düsseldorf (dpa). Im Düsseldorfer Marien-Hospital läuft längst die Nachtschicht, als in einem Krankenzimmer auf Station 2A ein Feuer ausbricht. Dichter schwarzer Rauch breitet sich aus, dem nicht alle entkommen: In einem der Zimmer auf der Station stirbt ein 77-Jähriger an einer Rauchgasvergiftung. Vier weitere Patienten kommen lebensgefährlich durch den Rauch verletzt in andere Krankenhäuser. Einen von ihnen hatten die Feuerwehrleute aus dem brennenden Zimmer holen müssen.

Die Räumung des völlig verrauchten Gebäudeteils mit seinen insgesamt sieben Etagen sei eine Herausforderung gewesen, berichtete ein Polizeisprecher. Bettlägerige mussten in sichere Bereiche des Hospitals gebracht werden, auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus im Stadtteil Pempelfort versorgten Rettungskräfte zwischenzeitlich mehr als 100 Patienten. Wie sich später herausstellt, waren aber die wenigsten von ihnen durch das Feuer oder den Rauch beeinträchtigt, sondern eher durch schon bestehende Krankheiten eingeschränkt.

Insgesamt vermeldete die Feuerwehr am Morgen nach dem Feuer 19 Verletzte durch den Brand - ob es sich um Patienten oder um Klinikmitarbeiter handelt, blieb unklar. Ungeklärt blieb zunächst auch die Ursache für das Feuer: Polizei und Staatsanwaltschaft richteten eine Ermittlungsgruppe ein. Brandermittler waren noch in der Nacht vor Ort. Die Spurensuche dauere aber an, so die Polizei. Das Feuer war in einem Patientenzimmer auf einer internistischen Station auf der zweiten Etage ausgebrochen. Das Zimmer brannte vollständig aus, auch weil eine dort verlegte Sauerstoffleitung durch die Hitze zerstört wurde und den Brand zusätzlich anfachte. Nach etwa einer Stunde sei das Feuer aber gelöscht gewesen.

Zum Problem wurde aber vor allem der beißende Rauch, der den Einsatzkräften schon beim Eintreffen entgegenschlug. Schnell seien zunächst 15 Menschen aus dem Gefahrenbereich gerettet worden - einige von ihnen wurden mit Drehleitern aus dem Gebäude geholt. Weil der Rauch sich schnell auf weitere Etagen ausgebreitet habe, wurden auch von dort Patienten in einen rauchfreien Gebäudeteil gebracht.

Erst Mitte August war bei einem Brand in einem Krankenhaus in Mönchengladbach ein Patient ums Leben gekommen. Ende Juli war in einer Lungenklinik in Köln-Mehrheim ein Feuer ausgebrochen, bei dem ein Patient starb.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erneuerte ihre Kritik: Der Brandschutz in Kliniken und Pflegeheimen sei nicht ausreichend, notwendig seien mehr Vorsorgemaßnahmen wie Sprinkleranlagen. »Jede Woche brennt es in deutschen Krankenhäusern«, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. »Allein die Zahl der Toten beläuft sich für 2019 nun bereits auf sieben Personen. (...) Aber weder die Bundesländer noch die Einrichtungen ziehen daraus Konsequenzen.«

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