30. September 2019, 19:43 Uhr

Stop-and-go im Fernverkehr

30. September 2019, 19:43 Uhr
Reisende warten im Hauptbahnhof in Hamburg auf einen Zug. Die Deutsche Bahn stellte Teile des Fernverkehrs im Norden wegen des Sturmtiefs »Mortimer« ein. (Foto: dpa)

Hamburg/Berlin (dpa). Starker Wind und viel Regen: Herbststurm »Mortimer« hat vielerorts in Deutschland Probleme verursacht und vor allem den Fernverkehr der Bahn empfindlich getroffen. Einige Strecken waren zeitweise gesperrt, Reisende mussten Geduld aufbringen. Ein 41-jähriger Autofahrer wurde bei Wittenberg (Sachsen-Anhalt) von einem umstürzenden Baum erschlagen. Im Laufe des Montags normalisierte sich die Lage wieder.

Die Deutsche Bahn hatte ihren Fernverkehr in Norddeutschland wegen »Mortimer« am Montagmorgen weitgehend eingestellt. Auch in Bayern und Baden-Württemberg war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Wegen eines umgestürzten Baums wurden am Vormittag die Strecke Nürnberg-Augsburg gesperrt und die Züge des Fernverkehrs umgeleitet, wie ein Bahn-Sprecher sagte. Die Verbindung war nach Beseitigung des Hindernisses am Nachmittag wieder frei. Auch andere Sperrungen wurden bald wieder aufgehoben - etwa die Verbindungen Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg.

Tierrettung per Boot

Die Feuerwehr in Dortmund rettete Hunderte Schafe, deren Weide sich in einen See verwandelt hatte. Die Tiere drohten wegen des vielen Regens zu ertrinken. Ihre Weide stand bis zu zwei Meter hoch im Wasser.

In und um Hamburg mussten Autofahrer Geduld haben. »Teilweise standen die Straßen unter Wasser, und viele Verkehrsteilnehmer sind wegen der schlechten Sichtverhältnisse recht vorsichtig gefahren«, sagte ein Sprecher der Verkehrsleitstelle in Hamburg. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern räumte die Feuerwehr auf mehreren Bundesstraßen Bäume und Äste von der Straße. Im Neuruppin in Brandenburg wurde ein Mensch wegen des Sturms unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt.

Wegen des Sturmtiefs waren am Montag in Sachsen zeitweise Tausende Haushalte ohne Strom. Weil Bäume auf Stromleitungen fielen, waren 5600 Haushalte in Markranstädt im Landkreis Leipzig von der Versorgung abgeschnitten.

Warnung vor losen Ästen

Die Verwaltung des Nationalparks Harz warnte wegen des Sturmtiefs vor einem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, wie Sprecher Friedhart Knolle sagte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wurden am frühen Montagmorgen Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges, dem Brocken, gemessen. Herbststurm »Mortimer« verursachte auch in Tschechien Schäden und behinderte den Verkehr. Etwa 30 000 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom, weil Leitungen beschädigt wurden. Mehrere Bahnstrecken wurden gesperrt. In der slowakischen Stadt Nitra wurde ein Schüler von einem umgestürzten Baum erschlagen.

Der DWD warnte vor entwurzelten Bäumen und herabstürzenden Ästen oder Dachziegeln. »Im Norden und Nordosten ist das Schlimmste noch nicht überstanden«, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Von der Ostsee bis zum Erzgebirge blieb es bis in die Nachmittagsstunden hinein stürmisch, während das Tief ins Baltikum weiterzog. Vom heutigen Dienstag an soll sich die Wetterlage laut DWD aber wieder entspannen. Dann sei nur noch mit einem mäßigen Südwestwind zu rechnen. Ab den Nachmittagsstunden seien mancherorts noch Gewitter möglich.

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