08. Mai 2020, 23:15 Uhr

Appelle zur Friedenswahrung

08. Mai 2020, 23:15 Uhr
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Von DPA

Berlin - Die Bundesrepublik und viele Staaten in der Welt haben am Freitag des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren durch das militärische Niederringen Hitler-Deutschlands gedacht. In Berlin rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger zur Verteidigung der Demokratie auf. Beim zentralen Gedenken betonte er zudem die besondere deutsche Verantwortung für den Zusammenhalt Europas. Steinmeier machte deutlich, dass diese Konsequenz aus der deutschen Geschichte gerade auch jetzt in der Corona-Krise gelte. »Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien«, sagte Steinmeier und nannte neuen Nationalismus, Hass, Hetze sowie »Fremdenfeindlichkeit und Demokratieverachtung«.

Steinmeier hatte für den 75. Jahrestag ursprünglich einen Staatsakt angeordnet. Vor dem Reichstagsgebäude in Berlin sollten sich rund 1600 Gästen versammeln. Dies musste wegen er Corona-Pandemie abgesagt werden. Nun kamen mit dem Staatsoberhaupt die Spitzen der vier anderen Verfassungsorgane - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Präsidenten von Bundestag, Bundesrat und Bundesverfassungsgericht, Wolfgang Schäuble (CDU), Dietmar Woidke (SPD) und Andreas Voßkuhle - zur Neuen Wache in Berlin.

Die Bundeskanzlerin und Russlands Präsident Wladimir Putin haben in einem Telefonat des Kriegsendes vor 75 Jahren gedacht. Die beiden seien sich einig, dass »die Erinnerung an den Krieg und seine Schrecken für alle Zeit wach gehalten werden« müsse, erklärte die Bundesregierung. Der Krieg gemahne »zur engen Zusammenarbeit zwischen den Staaten und Völkern, um Frieden und Verständigung zu wahren und zu fördern«. Auch mit US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte Merkel am Freitag.

Mehr als 50 Millionen Tote

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 der von Hitler-Deutschland entfesselte Krieg in Europa. Er kostete hier und in Asien - je nach Schätzung - zwischen 55 und mehr als 60 Millionen Menschen das Leben. Unter ihnen waren auch rund sechs Millionen europäische Juden, die die Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn ermordeten.

Der Ereignisse vor 75 Jahren wurde in vielen Städten Europas gedacht - insbesondere bei den damaligen Alliierten, die Hitler-Deutschland in die Knie gezwungen hatten. In Paris legte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zunächst vor der Statue von General Charles de Gaulle einen Kranz nieder. dpa/AFP » Seite 4



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