31. März 2020, 23:12 Uhr

Debatte über Maskenpflicht

31. März 2020, 23:12 Uhr

Berlin - Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich ist in Deutschland derzeit nicht geplant - das sagte Bayerns Regierungschef Markus Söder gestern im ARD-»Morgenmagazin«. Die Stadt Jena in Thüringen prescht bereits vor und will eine derartige Pflicht im öffentlichen Raum einführen. Allerdings: Masken sind derzeit entweder Mangelware oder werden zu Wucherpreisen verkauft. Und Fachleute halten ohnehin nicht allzu viel davon.

Inzwischen wird immer deutlicher, dass die Corona-Krise tiefe Spuren in der deutschen Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen wird. So zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Zahl der Kurzarbeiter auf einen nie gekannten Stand steigen wird.

In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag 65 516 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen hat Bayern mit 15 505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten. Das Robert-Koch-Institut rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler gestern.

Die Bundesregierung arbeitet bei Corona-Hilfen an Nachbesserungen für mittelständische Unternehmen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Wie die dpa gestern aus Regierungskreisen erfuhr, könnten Kredite für mittelständische Firmen mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Allerdings müsste die EU-Kommission zustimmen. Dazu liefen Gespräche. Finanzminister Olaf Scholz stellte auch für Start-up-Firmen schnelle Hilfen in Aussicht.

Deutschland stemmt sich aber gegen den wachsenden Druck zur gemeinsamen Schuldenaufnahme in Europa. Corona-Bonds seien der falsche Weg, erklärten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und CSU-Chef Markus Söder gestern. Hilfen an die in der Krise besonders betroffenen Länder seien richtig, sollten aber aus dem Euro-Rettungsschirm ESM oder über die Europäische Investitionsbank EIB kommen, betonten sie. dpa

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