24. April 2020, 23:19 Uhr

»Desinfektionsmittel spritzen«

24. April 2020, 23:19 Uhr
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Von DPA

Washington/Brüssel - US-Präsident Donald Trump hat seine Überlegungen zum medikamentösen Einsatz von Desinfektionsmitteln gegen Covid-19 am Freitag als »Sarkasmus« relativiert. Am Vorabend hatte Trump Forscher ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Nach Warnungen von Katastrophenschutzbehörden und einem Hersteller von Desinfektionsmittel mühte er sich am Freitag, seine Äußerungen wieder einzufangen.

Trump hatte am Donnerstag Ausführungen eines Regierungsexperten zum Anlass für seine Äußerungen genommen. William Bryan vom Heimatschutzministerium hatte erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-CoV-2 zum Beispiel auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten.

In Bezug darauf sagte Trump: »Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch spritzen oder fast säubern … wäre interessant, das zu prüfen.« Das sei natürlich Ärzten zu überlassen. »Aber es klingt für mich interessant.«

Am Freitag gab Trump an, er habe keineswegs die Bürger dazu aufrufen wollen, Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen. Seine Äußerungen will er als Sarkasmus verstanden wissen, mit dem er auf eine »feindliche Gruppe« von Reportern reagiert habe.

Unterdessen sind In den USA mehr als 50 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitagvormittag (Ortszeit) aus Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervor.

Europäischer Wiederaufbau

Nach dem EU-Gipfel werden unterdessen unter Hochdruck Wege gesucht, weitere Billionensummen für den Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nach der Corona-Krise aufzubringen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte zwar am Freitag, nach der Zustimmung der Staats- und Regierungschefs zu einem ersten 500-Milliarden-Euro-Paket habe man die notwendige Zeit, eine Lösung zu entwickeln. Nicht nur Italien mahnt aber zur Eile, um das Geld rasch verfügbar zu haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs hatten am Donnerstag ein bereits verabredetes Paket mit Kredithilfen im Umfang von bis zu 540 Milliarden Euro gebilligt. Alle Details dieses Fonds sind aber umstritten, darunter Umfang, Finanzierung und Verwendung des Geldes. dpa



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