06. Dezember 2019, 22:46 Uhr

Eindringliche Mahnung

06. Dezember 2019, 22:46 Uhr

Oswiecim (dpa). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der von den Nationalsozialisten im deutschen Konzentrationslager Auschwitz begangenen Gräuel vor Antisemitismus und Hassreden gewarnt. »Wir erleben einen besorgniserregenden Rassismus, eine zunehmende Intoleranz, eine Welle von Hassdelikten«, sagte Merkel am Freitag bei ihrem ersten Besuch in Auschwitz in Anwesenheit des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki.

Es gebe einen Angriff auf die Grundwerte der liberalen Demokratie und einen gefährlichen Geschichtsrevisionismus, sagte Merkel. »Wir dulden keinen Antisemitismus. Auschwitz mahne täglich, wachsam zu sein. »Wir dürfen niemals vergessen. Einen Schlussstrich kann es nicht geben. Und auch keine Relativierung.«

Gleich zu Beginn ihrer Rede in der Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers sagte Merkel, sie empfinde tiefe Scham. Angesichts der Verbrechen, die die Grenzen alles Fassbaren überschritten, müsse man vor Entsetzen eigentlich verstummen. Dennoch dürfe das Schweigen nicht die einzige Antwort sein. Deutschland sei verpflichtet, die Erinnerung an die damaligen Verbrechen wachzuhalten. Zugleich bezeichnete es die Kanzlerin als großes Geschenk, dass es nach den Nazi-Gräueln heute in Deutschland wieder ein blühendes jüdisches Leben gebe.

Die Kanzlerin betonte, es sei wichtig, deutlich zu benennen, dass damals Deutsche die Täter gewesen seien. Die Verantwortung für die damaligen Taten gehörten untrennbar zu Deutschland, sie seien fester Teil der nationalen Identität. Die Taten Deutscher in Auschwitz stehe für das größte Menschheitsverbrechen, für den Holocaust, für die Verfolgung von Sinti und Roma, von Homosexuellen und anderen, für Hunger, Kälte, Seuchen, Zwangsarbeit und medizinische Versuche an Menschen. » Seite 4 und 5

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