18. August 2020, 23:22 Uhr

Merkel stärkt Laschet

18. August 2020, 23:22 Uhr
Touristen lassen sich auf der Zeche Zollverein vor einem Plakat mit dem Bild von Angela Merkel fotografieren. Die Kanzlerin war gestern zu Gast in Nordrhein-Westfalen. FOTO: DPA

Düsseldorf/Essen - Besuch ohne Prunk, aber mit Herz: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (beide CDU) Rückendeckung für seinen politischen Kurs gegeben. Merkel lobte am Dienstag in Düsseldorf das Corona-Krisenmanagement im einwohnerstärksten Bundesland. Zugleich riefen Merkel und Laschet angesichts wieder steigender Corona-Zahlen die Bürger zur konsequenten Einhaltung der Corona-Regeln auf. Im Kampf um den CDU-Bundesvorsitz und die Kanzlerschaft sprach Merkel Laschet das notwendige »Rüstzeug« zu.

Merkel nahm zum ersten Mal an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Landeskabinetts teil, die diesmal im Düsseldorfer Ständehaus stattfand. Danach besuchten Merkel und Laschet das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen.

Beherrschendes Thema der Gespräche waren die Corona-Infektionszahlen. »Wir stehen mitten in der Pandemie. Das Virus ist da, auch wenn es nicht sichtbar ist«, sagte Merkel auf einer Pressekonferenz mit Laschet. »Einen Impfstoff gibt es noch nicht, ein Medikament auch nicht. Deshalb sehen wir jetzt auch, dass gestiegene Mobilität und mehr Kontakte der Menschen untereinander zu erhöhten Fallzahlen führen.« Man wolle möglichst alles daransetzen, das Infektionsgeschehen im Zaum zu halten.

Sie begrüßte die jüngst verschärften Corona-Maßnahmen der NRW-Landesregierung - wie die zunächst bis Ende August befristete Maskenpflicht im Unterricht und Bußgelder für Maskenverweigerer - als »sehr konsequent«. »Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden auch für das Nichttragen von Masken oder Ähnlichem. Das sind nicht einfach so Bagatelldelikte, sondern das sind immer wieder auch Gefährdungen der Mitmenschen.« Merkel erinnerte daran, dass »erhebliche Bußgelder« auch drohen können, wenn Reiserückkehrer aus Risikogebieten sich nicht in Quarantäne begeben. Das sei »keine Kann-Bestimmung«.

Keine Lockerungen

Merkel und Laschet wiesen darauf hin, dass Einschränkungen nur zurückgenommen werden könnten, wenn die Infektionszahlen zurückgingen. Wenn sie stiegen, müssten Schutzvorkehrungen verstärkt werden. »Auf jeden Fall können weitere Lockerungen aus meiner Sicht zurzeit nicht stattfinden«, sagte Merkel.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Corona-Testpanne an Bayerns Autobahnen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt war als bisher dargestellt. Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde das Ministerium per E-Mail darüber informiert, dass Zehntausende Reiserückkehrer auf ihre Testergebnisse warten, darunter mehrere Hundert Infizierte.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen hervor. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1000. Am Sonntag und Montag war der Wert nur knapp halb so hoch. Das war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. dpa » Seite 4

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