27. August 2020, 23:00 Uhr

Nein zu Großveranstaltungen

27. August 2020, 23:00 Uhr
Solche Bilder wird es in diesem Jahr wohl nicht geben: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs wollen, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportereignisse mit Zuschauern, massenhaft Publikum anziehende Konzerte oder Festivals bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. ARCHIVFOTO: DPA

Berlin - Aus Sorge wegen steigender Covid-19-Infektionszahlen lehnen Bund und Länder derzeit Lockerungen der Corona-Auflagen strikt ab und verschärfen diese zum Teil noch. So soll in 15 der 16 Bundesländer künftig ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gelten - nur Sachsen-Anhalt schert aus und macht nicht mit. Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und das Einhalten von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bleiben bis mindestens Ende Dezember 2020 verboten. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt. Das vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder gestern in einer mehrstündigen Videokonferenz. »Wir nehmen diesen Anstieg in den Sommermonaten sehr ernst«, betonte Merkel im Anschluss. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: »Die Zahlen sind zu früh zu hoch.«

Sorgen bereiten der Kanzlerin und den Länderregierungschefs vor allem auch Feiern im privaten und Familienkreis, die als eine Hauptursache für die steigenden Infektionszahlen gelten. Hier konnten sich Bund und Länder nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für die Zahl der Teilnehmer einigen. Merkel unterstrich allerdings, dass das Thema private Feiern Bund und Länder weiter beschäftigen werde.

Im Sommer sei vieles möglich gewesen, beispielsweise das Reisen. »Aber wir sehen auch, wo wir wachsam sein müssen. Und das sind eben die Risikogebiete, das sind die privaten Feiern«, sagte Merkel weiter.

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) erklärte, beim Bußgeld für Maskenmuffel bei der deutlich schärferen Strafe von 250 Euro in seinem Land zu bleiben. Auch in anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen gelten schon höhere Bußgelder als 50 Euro. Für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten sollen die vor Kurzem eingeführten kostenlosen Corona-Tests zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September wieder beendet werden. Auf Reisen in ausgewiesene Risikogebiete soll möglichst verzichtet werden. Die Regelung für Reiserückkehrer aus solchen Gebieten soll »möglichst ab dem 1. Oktober« geändert werden. Sie sind dann verpflichtet, sich unverzüglich und auf direktem Weg in die eigene Wohnung für eine 14-tägige Quarantäne zu begeben. Diese Selbstisolation kann durch einen negativen Test frühestens ab dem fünften Tag nach der Rückkehr vorzeitig beendet werden. Die Frage, wer die Kosten des Tests trägt, soll noch einmal geprüft werden.

Gesetzlich Versicherten mit Anspruch auf Kinderkrankengeld sollen 2020 fünf zusätzliche Tage zur Betreuung eines kranken Kindes gewährt werden. Alleinerziehende sollen zehn zusätzliche Tage dafür bekommen. dpa » Seiten 4+6

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