08. Juni 2020, 22:30 Uhr

Noch kein Abzug gemeldet

08. Juni 2020, 22:30 Uhr
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Von DPA
Mitglieder der US-Streitkräfte am Hauptquartier der Patch Barracks in Stuttgart: Präsident Trump will angeblich US-Truppen in Deutschland abbauen. FOTO: DPA

Berlin - Die Bundesregierung und die NATO halten sich zu den angeblichen Plänen für einen Abzug mehrerer Tausend US-Soldaten aus Deutschland bedeckt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, bis Montagmittag habe ihr noch keine offizielle Bestätigung der US-Regierung dafür vorgelegen. Sie kenne bisher auch nur die Informationen aus der Presse, sagte die CDU-Chefin nach einer Schaltkonferenz des Parteipräsidiums. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte sich nicht zu den Berichten äußern.

Am Wochenende hatten mehrere US-Medien über Pläne von US-Präsident Donald Trump berichtet, 9500 der rund 34 500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Eine offizielle Bestätigung aus dem Weißen Haus oder dem Pentagon gab es dafür aber nicht. Trump und der gerade zurückgetretene US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatten bereits im vergangenen Jahr mit einem Truppenabzug gedroht - auch mit Blick auf die deutschen Militärausgaben, die trotz einer deutlichen Erhöhung noch weit unter dem NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Kramp-Karrenbauer betonte, dass die Präsenz der US-Soldaten in Deutschland der Gesamtsicherheit im Bündnis diene, also auch der amerikanischen Sicherheit. Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, rechnet nicht damit, dass Trump Truppen aus Deutschland abzieht. »Ich sage voraus: Es wird keinen Abzug dieser Soldaten geben«, sagte er der »Passauer Neuen Presse« »Trump ist groß in seinen Ankündigungen und handelt dann doch nicht.« dpa



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