15. April 2019, 23:48 Uhr

Notre-Dame in Flammen

15. April 2019, 23:48 Uhr
Entsetzen nicht nur in Paris: Der Dachstuhl der Kathedrale Notre-Dame, eines der am meisten besuchten historischen Bauwerke in Europa, brannte gestern lichterloh. Über dem Wahrzeichen der französischen Hauptstadt stand am Abend eine riesige Rauchsäule. (Foto: AFP)

Paris (AFP/dpa). In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist gestern ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Nach Angaben eines AFP-Journalisten schlugen am Abend riesige Flammen aus dem Dach der gotischen Kirche. Der Spitzturm der Kathedrale brach zusammen. Dabei handelte es sich um einen kleineren Turm in der Mitte des Daches. Aus den beiden großen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt. Die Feuerwehr äußerte sich am späten Abend zunächst skeptisch. Man sei sich »nicht sicher«, ob die Ausbreitung des Feuers aufgehalten werden könne. Kurz vor Mitternacht hieß es, die Struktur von Notre-Dame sei »gerettet«. Die gotische Kirche könne »in ihrer Gesamtheit erhalten« werden, sagte der Leiter der 400 Einsatzkräfte, Jean-Claude Gallet. »Die Intensität des Feuers hat nachgelassen«, sagte der französische Innenstaatsekretär Laurent Nuñez. Die Gefahr eines Einsturzes des nördlichen Glockenturms sei vorerst gebannt. Angesichts des Ausmaßes der Flammen rief er aber dazu auf, »extrem vorsichtig« zu bleiben.

Das Geschehen löste auch außerhalb Frankreichs Entsetzen aus. Die Polizei ging bei dem Brand zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Ein Teil der Seine-Insel, auf der die Kathedrale steht, wurde evakuiert.

Brand brach auf Dachboden aus

Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Edouard Philippe begaben sich zur Kathedrale. »Alles brennt«, sagte der Sprecher von Notre-Dame, André Finot. »Von dem Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben.« Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, blieb noch unklar. Löschwagen aus ganz Paris rasten zur Île de la Cité, der Insel inmitten der Seine, auf der Notre-Dame steht. An den Quais und auf den Brücken bildeten sich große Zuschauermengen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einem »furchtbaren Brand«.

Der Feuerwehr und dem Sprecher zufolge brach das Feuer gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale aus und breitete sich rasend schnell aus. Die Fassade der Kirche wird zurzeit aufwendig gereinigt. Der Brand könnte nach Einschätzung der Feuerwehr mit den Arbeiten zusammenhängen. Er schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren. Macron schrieb auf Twitter, er teile die »Gefühle einer ganzen Nation«. Seine TV-Ansprache als Antwort auf die Proteste der »Gelbwesten« verschob der Präsident.

Erinnerungen an das brennende World Trade Center nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden wach. US-Präsident Donald Trump nannte es auf Twitter »schrecklich«, dem »massiven Brand« zuzusehen und empfahl den Einsatz von Löschflugzeugen. Die Bundesregierung reagierte bestürzt auf den Brand. »Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen«, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Notre-Dame gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Paris. (Seite 5)

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